Stalins Spielzeuge mal wieder
Russland gegen Ende der Stalin-Periode: Der Schnäuzer-Fan braucht Hilfe bei seiner Atombombe. Wie praktisch, dass gerade auf einer Kamtschatka-Insel (Katorga-12) ein bislang unbekanntes Element gefunden wird - eine unfassbar mächtige, aber leider auch unfassbar instabile Energiequelle. Klar, dass ein erstes Experiment damit schief geht; die Insel wird danach unter Quarantäne gesetzt und unter den eisernen Teppich des Schweigens gekehrt. Jedenfalls bis zum Jahr 2010, als amerikanische Schnüffler davon Wind bekommen und den Piloten Nate auf eine Aufklärungsmission schicken - die selbstverständlich in einem Crash endet.
Die Zeit im Wandel
Singularity lässt sich wie ein normaler Shooter spielen: Dicke Wumme hier, viele Gegner da, viel Erfolg. Viel mehr Spaß verspricht aber die intelligente Nutzung von Nates praktischem Handgelenks-TMD - dem »Time Manipulations Device«. Damit kann man einzelne Objekte in der Zeit verknoten: Ein tiefer Abgrund und keine Brücke weit und breit? Flugs in die Vergangenheit, denn da gab's noch eine. Der Gegner versteckt sich hinter einer dicken Mauer? TMD auf schnellen Vorlauf, und das Ding ist weggerostet. Eine Granate! Die wird mitten im Flug gestoppt und tickend zum Gegner zurückgespult. Wer's ganz einfach mag, schnappt sich einen Feind und lässt ihn wie den Bösewicht aus Indiana Jones 3 im Zeitraffer zu Tode altern. Im Sinne der Story lassen sich sogar teilweise tote Figuren reanimieren oder gigantische Schutthaufen eindrucksvoll in das ursprüngliche Gebäude zurückverwandeln. Darüber hinaus hat Nate auch ein »Chronolight«, das mehr als nur eine Taschenlampe ist, lassen sich im Schein dieser Zeitfunzel doch Objekte aus der Vergangenheit mit Gewalt in die Gegenwart zerren. Über dieses Tool erlebt Nate auch jede Menge ins Spiel eingebundene Rückblicke, die er für eine verbesserte Zukunft manipulieren kann.
Ausblick
Der Beginn der Präsentation war höchst unspektakulär: Hui, noch ein Shooter mit metallisch glänzenden Levels? Ganz was Neues. Doch sobald das TMD im Spiel war, war mein Interesse geweckt: Die Zeitspielereien wirken abgefahren und clever; wenn sie tatsächlich ermöglichen, das Spiel auf eine nicht »Space Marine vs. Tentakel-Aliens«-Weise zu spielen, dann erwartet uns mit Singularity der vielleicht interessanteste Shooter des Jahres. Allerdings bleibe ich skeptisch: Schon Prey versprach mit der Seelenwanderung innovative Gefechte, schon TimeShift hatten mit der Zeitmanipulation ähnliches in petto - und schlussendlich konnte man doch nur an von den Designern festgelegten Stellen ausschließlich das tun, was die Designer beabsichtigten. Drücken wir die Daumen, dass Singularity da weniger stringent wird.Besonderheiten:
- interessantes Zeitvermisch-Feature
- viele Flashbacks aus der Vergangenheit
- sehr blutig
- viele abgefahrene Zeit-Spielereien
- man kann Objekte aus der Vergangenheit in die Gegenwart zerren
- Gegner lassen sich zeitbeschleunigt verrotten
- viel Story, viele Zwischensequenzen
- als normaler Shooter oder taktischspielbar
- aktuelle Levels sind farbenfroh, vergangene grau und düster
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| Mit dem TMD kann man den Gegnern fiese Dinge antun - vom Waffenklau bis zum beschleunigten Altern. |





