Deadly Premonition - Test - 4Players.de

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Deadly Premonition (Action) von Rising Star Games / Iginition Entertainment
Deadly Premonition
Action-Adventure
Entwickler: Access Games
Release:
12.11.2010
kein Termin
26.04.2013
Spielinfo Bilder Videos
Jaan Pehchan Ho... dam di-damm di-damm. Kennt jemand den Eröffnungssong aus Ghost World? Klasse Film - schrecklicher Song. Geht aber partout nicht aus dem Fuß! Und während man verlegen tippt und schnippt, findet man auch noch Gefallen dran. Jaan Pehchan Ho... unbedingt youtuben! Oder die Ghost World-DVD kaufen. Oder gleich Deadly Premonition spielen. Dam di-damm di-damm...

Dark Town

Als Francis York Morgan in Greenvale ankommt, ist ein grausamer Mord geschehen. Natürlich, das ist schließlich der Grund, weshalb Morgan überhaupt in die verschlafene Kleinstadt fährt. Francis York Morgen ist nämlich Special Agent des FBI. Man solle ihn aber einfach nur »York« nennen, denn so nennt ihn jeder.

York wird es nicht einfach haben, den Mörder von Anna Graham ausfindig zu machen - jeder der skurrilen Einwohner Greenvales könnte es gewesen sein! War es etwa der Luftgitarre zupfende Keith? Die schrullige Sigourney, die stets einen Topf mit sich trägt?

Video. Gespenstisches Kleinstadt-Treiben. Ob man sich in Greenvale gerne gruselt, hängt davon ab, ob man den Prolog übersteht.
Oder Harry Stewart, der sich hinter einer Gasmaske versteckt und nur über seinen Assistenten kommuniziert? Selbst FBI-Special Agent Francis York Morgan, den man nur York nennen soll, weil ihn alle so nennen, steht unter Verdacht. Immerhin scheint er der Einzige zu sein, der die Geister sehen kann, die sich in Greenvale herumtreiben. Und wer ist eigentlich Zach, zu dem der Ermittler ständig spricht?

Die Geister, die er rief

Nein, mit Ghost World und Jaan Pehchan Ho hat Deadly Premonition nichts zu tun - inhaltlich jedenfalls. Wo der Song allerdings ein Aushängeschild für das schräge B-Movie-Paradies Bollywood ist, ist Deadly Premonition ein Musterbeispiel für eine schräge Sparte der Videospiele, der viel zu wenig Beachtung zukommt: das B-Game. Technisch gesehen ist das Horror-Märchen nämlich potthässlich. Gelinde ausgedrückt! Rechteckige Flure und Gesichter aus dem Wachsfigurenkabinett wohin das Auge blickt. Ein Detailgrad aus der Pixelsteinzeit. Fahrgeräusche klingen entweder matter als das Summen einer Fliege oder brüllen lauter als ein Güterzug. Die Steuerung erinnert an Resident Evil - das erste! Entweder man bewegt sich oder man schießt. Der Schritt zur Seite liegt auf Schultertasten. Man wünscht sich in eine Zeit zurück, in der man wesentlich eleganter durch Silent Hill 2 streifen durfte. »Kneifzange!«, schreit die moderne Spielerseele. Und bekommt ein Messer, mit dem sie unbeholfen gegen tumb geradeaus schlurfende Geister fuchtelt, in die Hand gedrückt.

Schon in der Einführung schlurft der FBI-Mann durch gerade Gänge und eckige Räume, aus dunklen »Pfützen« kriechen gespenstische Untote hervor. Wie in Ringu »zappen« sie im Eiltempo auf Morgan zu, die schwarzen Augenhöhlen der entrückten Gesichter erinnern an Project Zero . Einige kriechen über den Boden, als hätten sie bei der besessenen Regan in Der Exorzist gelernt. Zum Glück muss Morgan nicht nur mit dem Messer fuchteln - der nicht enden wollende Munitionsvorrat seiner Dienstpistole leistet ihm stets treue Dienste. Und dann kommt York endlich in Greenvale an -
Versteht man die Figuren, wenn man die Sprachbarriere überwindet?
um sich einen dilettantischen verbalen Schlagabtausch mit dem Sheriff zu liefern und dessen blonde Kollegin mit atemberaubender Plumpheit anzuhimmeln. Wer genau jetzt Lust auf Deadly Premonition hat, hat zehn Jahre Film und Spiel verpasst.

Green Peaks

Wer Deadly Premonition jetzt zur Seite legt, verpasst allerdings auch tausend kleine und große Hinweise auf die Welt des Kinos und der interaktiven Unterhaltung. »In einem Ego-Shooter würde jetzt...«, »Erinnerst du dich an diesen Film, Zach?« Oft folgt eine nicht enden wollende Aufzählung wissenswerter und erfrischend nebensächlicher Fakten. Hier erfahren selbst Spielberg-Fans noch wichtige Einzelheiten - was Morgan seinem unsichtbaren Begleiter zuflüstert, geht direkt ins Nostalgiezentrum. Überhaupt darf man vermuten, dass Zach der direkt ins Spiel verpflanzte Draht zwischen Protagonist und Spieler ist...

Und nicht nur inhaltlich, auch spielerisch öffnen sich plötzlich Türen, die man diesem Relikt bislang nicht zutrauen konnte. Wer hätte denn gedacht, dass sich Morgan in Greenvale frei bewegen kann? Es ist der urtypische Verschnitt des amerikanischen Kleinstadt-Horrors: Der FBI-Außenseiter ist in einem beinahe menschenleeren Hotel irgendwo am See untergebracht. Die Stadt ist fünf Minuten mit dem Auto entfernt, über den Fluss liegt das Geschäftsviertel - falls man Supermarkt, Tankstelle, Waffenhändler und Kneipe zwischen ein paar Einfamilienhäusern so nennen kann. Kraftwerk, Schrottplatz und Aussichtspunkt liegen in der fernen Umgebung verstreut. Dass man ausschließlich auf vorgegebenen Pfaden und Straßen unterwegs ist, fällt in dem weitläufigen Gelände kaum auf. Twin Peaks heißt hier Greenvale. Greenvale ist das, was Bright Falls  sein sollte: ein offener, frei begehbarer Schauplatz.

          

Kommentare

James Dean schrieb am
Ich habe es gerade angespielt und muss sagen: Spiel des Jahres 2013 nachträglich. Das ist so dermaßen trashig und gleichzeitig so verdammt unterhaltend aufgebaut, dass das schon wieder unglaublich ist. Allein beim Prolog und den Intros habe ich mich weggeschmissen vor lachen, weil sich das Spiel absolut nicht ernst nimmt. Scheiß auf die alte Technik, die passt dazu sogar wie die Faust aufs Auge, das war damals bei Call of Cthulhu - Dark Corners of the Earth so. Hoffentlich gibt es in (am besten naher) Zukunft noch mehr solcher Spiele.
MikeimInternet schrieb am
Mich hat das Spiel seinerzeit gut unterhalten.
Ich wünsch dir viel Spaß.
mr archer schrieb am
Hach, das installiere ich mir jetzt von gog.com für den Rechner! Nachdem ich gerade Alan Wake zum dritten Mal durchgespielt habe, brauche ich mehr amerikanische Kleinstädte, mehr Twin Peaks, MEHR! Ich freu mich.
7yrael schrieb am
Inari hat geschrieben:Ich habe mir die 20 (?) Stunden Game One "knallhart durchgespielt: deadly premonition" angeschaut. Selber spielen könnte ich das Spiel nicht, aber es hatte einen heiden Spaß gemacht zuzuschauen.
Meine Wertung vom Spiel: ganz klar "zwanzighundertprozent". Es ist sowas von grotten schlecht teilweise (20%), dass ich mich gefragt habe, ob die Entwickler unfähig sind oder absichtlich so einen Mist zusammengeschraubt haben (Fahrphysik, Charakterbewegungen, 4 Gegner im ganzen Spiel, Dialoge die an Lächerlichkeit kaum zu überbieten sind, eine offene Welt ohne Sinn, gegen Ende das stundenlange "Gassi führen", ....). Gleichzeitig war die Story aber genial, die Soundkulisse abgefahren seltsam (der Whistle Song, :lol: ), die miesen Dialoge an F-Movie-Witzigkeit kaum zu überbieten ("... , so says Mr. Stewart."), und auch die lächerlichen Kommentare von Francis York Morgan an Zack wirken sehr skuril. Das wichtigste in diesem Spiel, die Athmosphäre, hat mich dann aber trotz der "open world downtimes" immer wieder gepackt und ich habe bis zum Ende mitgefiebert. Ich hatte mir die 20 Stunden in 3 Tagen angeschaut, weil ich immer wissen wollte wie es weitergeht. Den en Killer hatte ich bis zum Ende falsch eingeschätzt. Einer meiner 4 Schätzungen hatte tatsächlich mit dem Raincoat Killer zu tun, die anderen nicht. Das ist für ein Spiel, das von der Unvorhersehbarkeit lebt, ein sehr gutes Zeichen. Daher klare 100%.
Insgesamt eindeutig eine "zwanzighundertprozent" Wertung von mir. Mein Tip wäre aber: spielt es nicht, schaut es euch auf Game One an. Dann kommt ihr aus dem Lachen nicht mehr heraus, dafür aber um die grausamen GTA-Autofahrten und die Steuerung herum.
Genau so ist es. Zusammen mit den Vögeln von GameOne ein absoluter Genuss, aber wäre für mich aufgrund der technischen Mängel leider...
schrieb am

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