The Elder Scrolls V: Skyrim
USK: 16

Test: The Elder Scrolls V: Skyrim

So testet 4Players

Autor:
Jörg Luibl

Den Tod vor Augen im hohen Norden: Als anonymer Gefangener rumpelt man zusammen mit drei Gefesselten auf einem Karren zu einem Tribunal, eskortiert von kaiserlichen Wachen. Gerade hat man noch etwas über eine Rebellion aufgeschnappt, da rollt auch schon der erste Kopf unter dem Beil des Henkers. Als man zum Richtblock gerufen wird, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Drache kreischt, Flammen lodern und ein Abenteuer von epischem Ausmaß beginnt.
Flucht im Angesicht des Drachen

Video: Die ersten zehn Minuten des Abenteuers.
Kaum ist man dem Henker am Boden entkommen, sorgt ein anderer aus der Luft für Chaos: Ein fauchender Drache reißt Türme ein und speit Feuer, während Wachen, Einwohner und Gefangene in Panik fliehen. Was ist hier los? War das einfach nur Zufall oder etwa Schicksal? Der dramatische Einstieg lässt keine Zeit für Fragen. Man stolpert entweder in Egosicht oder Schulterperspektive über verkohlte Leichen und hat nicht mal eine Klinge in der Hand! Und wem soll man bloß folgen? Dem kaisertreuen Krieger in Rotbraun oder dem Rebellen in Blaugrau? Beide rufen nach mir…

Gefangenschaft verbindet und ich folge dem blonden Kämpen, der zum Widerstand der „Sturmmäntel“ gehört. Ob das später eine Auswirkung hat? Er weiht mich in die Steuerung und einige Hintergründe ein. Zusammen schlagen wir uns durch die Gemäuer der Garnison, steigen hinab in einen düsteren Kerker, bewaffnen uns, kämpfen gegen kaiserliche Wachen, knacken Schlösser, sammeln Vorräte, hetzen weiter durch eine verschlungene Höhle voller Spinnen und gelangen schließlich hinaus in die Wildnis – endlich, die Freiheit!

Heroisches Orchester und prächtige Landschaft

Hier draußen begrüßt sie einen, diese eindringliche, angenehm ruhig fließende Musik: Sie kann lieblich und episch zugleich sein, kann ebenso friedlich wie zwielichtig klingen – oder von schnellen Rhythmen getragen einen Kampf vorbereiten. Und damit beschreibt sie auch die wechselhafte Landschaft, die in frostigen Höhen mit ihren wütenden Schneewehen bei zwei Metern Sicht nahezu lebensfeindlich wirkt, während sie im Tal am Lagerfeuer bei Met und Wild fast romantisch anmutet. Diese Reihe hat schon immer akustische Zeichen gesetzt und Skyrim führt die hohe orchestrale Qualität fort.

Schöner rauer Norden: Das Wetter wechselt ständig in der Provinz Himmelsrand.
Schöner rauer Norden: Das Wetter wechselt ständig in der Provinz Himmelsrand.
Schon der wuchtig vorgetragene Männerchor im Hauptmenü passt mit seinem stolzen Ton wunderbar zur rauen Welt mit ihren Schwertbrüdern und Heldensagen. Bethesda hat sich auch hinsichtlich der Namengebung von skandinavischen Mythen inspirieren lassen – wie in der altnordischen Sage heißen die Untoten hier Draugr, die Fürsten sind Jarle, die Leibwache nennt sich Huskarl, es gibt Methallen, Skalden (die leider Barden heißen) und Trolle. Wer zum ersten Mal nach Weißlauf kommt und die Halle auf dem Gipfel thronen sieht, fühlt sich vielleicht unweigerlich an das umwallte Edoras aus dem Tolkien’schen Rohan erinnert. Wer Wikingerflair sucht, wird es hier bis hin zum gestrandeten Langboot und Motiven in der Holzschnitzerei finden.

Ein weiteres Markenzeichen der Elder Scrolls-Reihe  offenbart sich nach den ersten Schritten: Kaum hat man die Flucht hinter sich, liegt es in seiner ganzen Pracht vor einem, diese schroffe Land namens Himmelsrand - die uralte Heimat der Nord, deren neun Provinzen gerade in einem blutigen Bürgerkrieg versinken. Laut Karte befindet man sich mittendrin, tief im zentralen Jarltum Weißlauf, an deren Rändern acht weitere ausgegraute Wappen auf die Provinzen anderer Jarle deuten – von Markarth im Westen bis Rifton im Osten. Hat man deren Herrschersitze oder kleinere Orte wie Höhlen, Dörfer und Festungen einmal entdeckt, kann man später über einen Klick schnell dorthin reisen. Aber angesichts der wilden, unheimlich authentisch wirkenden Natur um einen herum, will man am liebsten alles zu Fuß erkunden, jeden Stein umdrehen und jede Pflanze mitnehmen.

Kommentare

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  • IEP
    Stimmt, TW1 fand ich auch ganz großartig! Eins der besten Spiele der letzten Zeit. Witcher 2 läuft traurigerweise selbst auf niederig bei mir nicht flüssig und war so nicht spielbar. Muss ich mir falls es das gibt mal für die PS3 kaufen. Und ich stimme dir zu bei den Quests, die nicht aus der  [...] Stimmt, TW1 fand ich auch ganz großartig! Eins der besten Spiele der letzten Zeit. Witcher 2 läuft traurigerweise selbst auf niederig bei mir nicht flüssig und war so nicht spielbar. Muss ich mir falls es das gibt mal für die PS3 kaufen. Und ich stimme dir zu bei den Quests, die nicht aus der Retorte kommen bei Skyrim. Die haben mir auch gefallen und geholfen ein bisschen in die Welt einzutauchen. Aber die im Übermaß vorhandenen Quests ala "Hey du zufällig vorbeilaufende Echse, hol mir mal 3 Barren Gold und einen Riesenzeh! LOS!" gingen mir auf den Sack. Aber macht ja nichts, die konnte man ja ignorieren. Fallout 1 finde ich immer noch gut, aber ich glaube ich weiß was du meinst... es ist nicht soooo groß, wie es einem beim ersten mal vorkam. Aber trotzdem macht es mir immer noch Spaß wie am ersten Tag. Aber bei Rundenbasierten Kampfsystemen bin ich sowieso voreingenommen. Die finde ich super
  • Ok, das ist ein gültiger Punkt. Wobei ich das insgesamt etwas anders sehe. Die Geschichte war bei PS:T ohne Zweifel wesentlich dichter, das ist aber für mich nicht der einzige "Atmosphäre"-Bestandteil.Das ist allerdings eines der bisher besten Spiele. PS:T habe ich selbst insgesamt dreimal  [...] Ok, das ist ein gültiger Punkt. Wobei ich das insgesamt etwas anders sehe. Die Geschichte war bei PS:T ohne Zweifel wesentlich dichter, das ist aber für mich nicht der einzige "Atmosphäre"-Bestandteil.Das ist allerdings eines der bisher besten Spiele. PS:T habe ich selbst insgesamt dreimal durchgespielt, damals erstmal auf deutsch, dann noch zweimal auf englisch, das letzte mal vor ca. 3 Jahren. Fallout war damals, beim Erscheinen, zwar eine Offenbarung, hat sich m.E. aber beim erneuten Durchspielen doch als deutlich "dünner" rausgestellt. Arcanum fand ich atmosphärisch schön, aber ansonsten war das nicht so der Renner. BG2 zusammen mit Throne of Bhaal war da für mich in der Mischung aus Geschichte, Umfang, Freiheit, Entwicklung das Optimum. Offene Welten sind sicher geschichtlich bereits vom Konzept her nicht so stark, wie stark "geschichtenbasierte" Spiele, aber Skyrim findet da ein ganz gutes Maß, finde ich, insbesondere mit der doch recht großen Zahl an kleineren, nicht "radiant" Quests. Hmmmm... und danach werde ich mich dann wohl endlich mal an "Witcher 2" machen - der erste Teil war m.E. in punkto Geschichte, ausgearbeiteter "Held" und Atmosphäre ganz groß
  • IEP
    Naja, ich mag Skyrim wirklich gerne, aber so richtig abtauchen konnte ich hauptsächlich in Fallout 1+2, Planescape: Torment und Arcanum. Die letzten beiden sind gameplaytechnisch zwar nicht besonders toll oder anspruchsvoll, aber die Dialoge, die Geschichte und eben die Atmosphäre, die hauptsächlich  [...] Naja, ich mag Skyrim wirklich gerne, aber so richtig abtauchen konnte ich hauptsächlich in Fallout 1+2, Planescape: Torment und Arcanum. Die letzten beiden sind gameplaytechnisch zwar nicht besonders toll oder anspruchsvoll, aber die Dialoge, die Geschichte und eben die Atmosphäre, die hauptsächlich durch die eigene Fantasie mit Hilfe der Textbeschreibungen entsteht, ist für mich wesentlich dichter als Beispielsweise in Skyrim. Skyrim ist für mich eher so eine Zwischendurch-Mahlzeit, ohne dichte Atmosphäre - also da muss ich mich schon anstrengen um richtig reingesaugt zu werden. Ich verstehe natürlich, wenn andere das besser schaffen. Aber an Planescape: Torment kommt meiner Meinung nach einfach bisher Storymäßig nichts ran. Und darum geht es mir in Rollenspielen hauptsächlich. Nicht um Drachen, die alle 5 Minuten erscheinen und 3 verschiedene Gegnertypen in 50 Dungeons. Nochmal: Nichts gegen Skyrim an sich, es hat mir viel Spaß bereitet über 60 Stunden lang, aber an alte Rollenspiele kommt es nicht ran. Zumindest nicht für meinen Geschmack PS: Nostalgiebrillenfaktor fällt raus, ich spiele zur Zeit wieder FO1 und parallel Planescape: Torment (das liegt gerade auf Eis, weil ich mit meinem komplett auf Redekunst ausgelegten Charakter irgendwie nicht an einer bestimmten Stelle vorbeikomm) und habe so viel Spaß wie "früher".

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