Assassin's Creed: Revelations
USK: 16

Test: Assassin's Creed: Revelations

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  3  |  4  |  Fazit 

Autor:
Mathias Oertel

Ein neues Jahr, ein neues Assassin’s Creed: Ubisoft wird nicht müde, seine Meuchelmörder alljährlich auf die Spielewelt loszulassen. Doch kann man dem Abenteuer nach dem gelungenen Brotherhood neue Facetten hinzufügen? Und schafft man es, die Geschichte um Desmond, Ezio und Altair sowohl geschickt zusammenzuführen als auch die Trilogie um den florentinischen Anführer der Bruderschaft angemessen zu beenden?
Schockschwerenot!

Video: In Revelations wird nicht nur Ezios Geschichte stimmungsvoll beendet, sondern auch Altairs Schicksal beleuchtet.
"Moment - Das ist doch nicht Desmond! Zumindest nicht der Desmond Miles, der mich in den letzten drei Jahren stets durch dunkle Animus-Abende begleitet hat." Das waren meine Gedanken, nachdem ich zu Beginn von Assassin's Creed Revelations (ACR) ein neues Charaktermodell erblickte.

Nicht nur hier wurde der Darsteller ausgetauscht: Auch die anderen Protagonisten Altair und Ezio Auditore haben sich scheinbar verändert. Altair hat ebenfalls nicht mehr viel mit seinem Vorgänger gemeinsam, der übrigens in der PS3-Version als Gratisspiel beiliegt.
Der gealterte Ezio hat gleichsam eine Wandlung durchgemacht und hat nicht mehr viel mit seinem jüngeren  Pendant aus dem Italien des ausgehenden 14. Jahrhunderts gemein. Obwohl das Abenteuer nur etwa zehn Jahre nach Brotherhood spielt, wirken die Helden fast fremd. Das kann doch alles kein Zufall sein? Richtig: Je länger man spielt und je tiefer man in die verschachtelten Erzählstrukturen eintaucht, umso mehr Kleinigkeiten fallen einem auf, die vielen Mutmaßungen Tür und Tor öffnen und die hoffentlich von Ubisoft beabsichtigt sind. Denn die einzige andere Erklärung wäre ein inkonsequentes Artdesign, das gar nicht zu sonst so akribisch recherchierten Reihe passen würde.

Das Erzählmysterium

Dasssich  Altair und Ezio in ihrem Alterungsprozess sowohl hinsichtlich ihrer Philosophie als auch des Aussehens zunehmend ähnlicher werden, dürfte Basis für zahlreiche Diskussionen werden, die durch das bereits angesprochene veränderte Aussehen Desmonds (er hat z.B. seine Narbe verloren) weiterhin angeheizt werden. Was steckt hinter diesen subtilen Änderungen?

Durch die vielschichtige Geschichte, die seit Teil 1 stets darum bemüht war, einen Bogen zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu schlagen, bleiben viele Möglichkeiten offen. Auch das Assassinen-Credo "Nichts ist wahr. Alles ist erlaubt!", das über dem bis in die Moderne schwelenden Kampf zwischen Templern und Assassinen schwebt, dürfte eine Argumentationsgrundlage werden, wenn es darum geht, die Charakterwechsel zu rechtfertigen. Eine wichtige Rolle dürfte dabei auch der Defekt des Animus spielen, in dem Desmond in einer Art Koma sprichwörtlich festsitzt – auf einer digitalen Insel, die wiederum Zutritt zu seinen besonderen Erinnerungen ermöglicht und auf der er das Veteranen bekannte "Subjekt 16" höchstpersönlich trifft.
Ihr seid verwirrt? Keine Bange: Auch Einsteiger werden behutsam in das Zeitreise-Abenteuer geführt. Doch je mehr Teile man bereits gespielt und sich entsprechend Hintergrundwissen angeeignet hat, umso mehr Kleinigkeiten fallen einem auf

Starke Story mit Fragezeichen

 
Die Abschnitte mit Altair wurden gut in das erzählerische Konzept eingebaut.
Die Abschnitte, in denen man mit Altair unterwegs ist, wurden gut in die erzählerische Struktur eingebaut.
Ubisoft macht es jedenfalls spannend und setzt sich mit den Designentscheidungen erzählerisch unter Druck. Anstatt "nur" ein stimmiges Ende für die Abenteuer Ezios anzubieten, werden weitere ältere Stränge wie Altair wieder aufgenommen und neue Pfade (auch in Hinblick auf Teil 3) ausgelegt.

Ein ambitioniertes Unterfangen - aber eines, das Ubisoft weitgehend bravourös bewältigt, wie ich nach etwa 16 bis 20 Stunden, einem fulminant inszenierten Finale und damit dem Ende der Hauptgeschichte bescheinigen muss. Ja: Einige Erklärungen wirken konstruiert, so etwa, wenn Ezio in einer Szene direkt mit Desmond kommuniziert. Auch einige andere Elemente aus der privaten Geschichte Desmonds scheinen im Gegensatz zu dem zu stehen, was u.a. im ersten Teil der Serie bereits als vermeintlicher Fakt festgelegt wurde. Dort wird gesagt, dass Desmond Barkeeper sei und keine Ahnung von den Assassinen habe, während hier etwas ganz anderes behauptet wird.

Doch unter dem Strich wird hier das bislang erzählerisch stärkste Meuchelmörder-Abenteuer vom Stapel gelassen. Vergangenheit, Gegenwart und Animus-Wirklichkeit werden mitunter bemüht, aber innerhalb der Spielwelt glaubwürdig miteinander vermengt, so dass die Ezio-Trilogie stimmungsvoll beendet wird. In Revelations gab es für mich einen der überraschendsten Momente in meiner Assassin's Creed-Geschichte, bei dem Spannungsaufbau und -auflösung so kurz und prägnant auf den Punkt kommen wie selten - innerhalb der globalen Geschichte ist dieser Moment nur klein und beinahe unwichtig, doch bei mir hat er einen Eindruck hinterlassen wie nur wenige Szenen in den bisherigen Assassin’s Creeds. Interessant ist auch die emotionale Reise beider spielbarer Assassinen, die mit zunehmendem Alter mit ihren eigenen Idealen und Werten konfrontiert werden und sich dort selbstkritisch mit ihnen auseinandersetzen müssen.

Einzig das Rätsel um Desmonds neues Aussehen bleibt ungeklärt, wobei (beinahe zwangsläufig) der Ausblick auf Teil 3 die Hoffnung nährt, dass dieses Stilmittel dort wieder aufgegriffen und zu einem schlüssigen Ende geführt wird.


Kommentare

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  • Ich habe ein Problem und frage mich gerade wieso ich alle Assassinen auf Meisterassassinen gelevelt habe (Level 15) wenn eine meiner level 15 Festen trotzdem angegriffen werden können, denn es hieß, dass die eingenommenen Festen, die einen Meister-Assassinen mit Level 15 haben nicht mehr von den  [...] Ich habe ein Problem und frage mich gerade wieso ich alle Assassinen auf Meisterassassinen gelevelt habe (Level 15) wenn eine meiner level 15 Festen trotzdem angegriffen werden können, denn es hieß, dass die eingenommenen Festen, die einen Meister-Assassinen mit Level 15 haben nicht mehr von den Templern eingenommen werden können, alles quatsch, die werden trotzdem eingenommen. Da hilft nur eins um jeden Preis verhindern, dass der Fahndungslevel (rotes Quadruat oben) voll wird, denn sonst greifen die Templer innerhalb von 2 Minuten eines der 7 Festen an und dann startet ein äußerst nerviges Tower-Defence Spiel, da kann man lieber wenn eine Feste angegriffen wird solange warten (nichts tun), bis diese automatisch übernommen wird und das gleiche Spiel mit dem Hauptmann eliminieren usw.. machen, denn das ist deutlich einfacher und schont die Nerven. Dann noch etwas zu Desmonds Reise und Das verlorene Archiv (DLC im Store oder Inhalt der Osmanischen Edition). Sowas Mieses wie Desmonds Reise ist mir noch nie untergekommen, es wirkt wie ein sehr schlecht gemachtes Portal nur ohne die Portale, einfach nur mies und macht überhaupt keine Spaß, so macht man Anspruch ohne Fun, nach dem 1. level habe ich genervt abgeschaltet und wechselte zum Modus das verlorene Archiv. Was eigentlich sehr interessant klingt entpuppt sich als spielerisch der selbe Unsinn wie Desmonds-Reise und dafür habe ich extra 10 Euro berappt für solch einen spielerischen Unsinn? Ich habe erwartet, dass man eine ähnliche Story spielt wie in Desmonds-Hauptabenteuer (nur halt kürzer), also Einsteigen in den Animus und die Erinnerungen der Vorfahren vo Subject 16 (bzw. Clay) nacherleben und so weiter, als ich dann die selben Elemente wie in Desmonds-Reise vorgefunden habe war ich sehr enttäuscht, denn solch einen Unsinn braucht niemand. Ich kann nur hoffen, dass auf solche Experimente im richtigen AC3 verzichtet wird, denn das Hauptspiel ist nachwievor sehr Klasse, nur sollte man sich endlich von der alten Engine aus dem 2. Teil verabschieden und endlich eine neue Engine präsentieren, außerdem sollte man die Missionen abwechslungsreicher gestalten, denn seit Teil 2 spielen sich die meisten Missionen gleich, bis auf wenige Auflockerungen wie die Kutschfahrten am Fallschirm usw... Was diesmal an Revelatins sehr gut war, dass die Gruften mit den Masyaf Schlüsseln deutlich abwechslungsreicher und interessanter waren als noch in den Vorgängern, dies erinnert sehr an die Kletterpassagen aus der Uncharted-Serie von Naughty Dog.
  • An sich finde ich das Spiel sehr gelungen, allerdings finde ich den Tower Defence Kram total unnötig. Ist es möglich diese scheiße zu überspringen, ich kann sonst die Story nicht mehr weiterspielen, da dieser Mist total aufhält und ich nicht weiß wie ich den blöden Rammbock besiegen soll ,der walzt  [...] An sich finde ich das Spiel sehr gelungen, allerdings finde ich den Tower Defence Kram total unnötig. Ist es möglich diese scheiße zu überspringen, ich kann sonst die Story nicht mehr weiterspielen, da dieser Mist total aufhält und ich nicht weiß wie ich den blöden Rammbock besiegen soll ,der walzt bei mir alles platt, scheiße finde ich auch, dass man nicht aktiv an der Schlacht teilhaben kann, das ist richtiger Murks und ohne diesen Schrott hätte das Spiel locker 90% verdient gehabt, aber so sind 85% völlig in Ordnung.
  • Also ich verehre dieses Spiel, bin aber auch (fast) uneingeschränkter Fan der Serie. Der neueste Ableger ist gestrafft, setzt nicht mehr soviel wie Brotherhood auf einfache Streckungen, bietet ein paar neue Features, einige besser wie die Bomben, einige fürchterlich, speziell die Tower Defence  [...] Also ich verehre dieses Spiel, bin aber auch (fast) uneingeschränkter Fan der Serie. Der neueste Ableger ist gestrafft, setzt nicht mehr soviel wie Brotherhood auf einfache Streckungen, bietet ein paar neue Features, einige besser wie die Bomben, einige fürchterlich, speziell die Tower Defence Missionen und eines großartig. Ich meine die Desmond Missionen, in die ich mich verliebt habe und von denen ich mir deutlich mehr gewünscht hätte. Beeindruckend finde ich vor allem die Konsequenz, mit der man dieses Feature durchzieht. Es wird nicht jedem gefallen und davon hatte AC immer zu wenig. Ansonten super Story, verfeinerte Steuerung, im Kern aber die gleiche, die einen schon immer genervt hat und die man doch lieben gelernt hat. Für mich geht mit diesem Spiel auf jeden Fall eine Ära zu Ende und ich hoffe dass der nächste Teil endlich mal ein paar richtige Änderungen bringt.

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