Splinter Cell: Blacklist (Action) von Ubisoft
Splinter Cell: Blacklist
Splinter Cell: Blacklist
Stealth-Action
Entwickler: Ubisoft Toronto
Publisher: Ubisoft
Release:
22.08.2013
22.08.2013
22.08.2013
22.08.2013
Spielinfo Bilder Videos
Vor sieben Jahren sollte für Splinter Cell eine neue Generation anbrechen. "Sam würde nie mehr derselbe sein", sinnierte sein Vorgesetzter, als drei grüne Lichter im Ozean versanken. Nach einer Gratwanderung als Doppelagent versucht er es als Geradeaus-Killer: Ein Urgestein der Stealth-Action wollte sich neu erfinden – und stolperte in eine Sackgasse. Kein Wunder, dass die dreiäugige Maske jetzt wieder auf seiner Stirn sitzt. Ist Splinter Cell: Blacklist die Kapitulation vor einer verlorenen Generation?

3rd plus eins

3rd Echelon ist tot. Die geheime Organisation zur Bekämpfung internationaler Bedrohungen wurde aufgelöst. Aber keine Angst: Blacklist braucht nur zehn Minuten, um
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So beginnt es: Die Engineers erklären den USA den Krieg.
4th Echelon ins Leben und Sam Fisher zu ihrem Chef auszurufen. Der Top-Agent nimmt also keine Aufträge entgegen, sondern erteilt sie selbst. Genauer gesagt sollen er und sein Team die terroristischen Anschläge einer militärisch organisierten Truppe namens "Engineers" vereiteln.

Sams neuer Posten bedeutet aber nicht, dass ich eigenhändig Aufträge erteile: Ich erlebe den High-Tech-Thriller genau wie die Vorgänger in aufeinander folgenden Missionen. In kurzen Filmszenen beschafft Sams Team wichtige Informationen, dann stehe ich auch schon am Einsatzort. Lediglich optionale Missionen darf ich jederzeit in beliebiger Reihenfolge angehen. Für den roten Faden haben die allerdings keine Bedeutung.

America, Fuck Yeah!

Die Handlung? Wird spannend erzählt und routiniert inszeniert. Tempo und Schnitt stünden jedem Leinwand-Thriller gut zu Gesicht. In die Tiefe geht der allerdings nicht. 4th Echelon kämpft gegen Terroristen, die Amerikas gerechten Frieden stören; "kaltmachen"
Leider beschränkt sich der Plot auf oberflächliche Spannung und eindimensionale Charakterzeichnungen.
Leider beschränkt sich der Plot auf oberflächliche Spannung und eindimensionale Charakterzeichnungen.
lautet bis zum Schluss die einzige Devise. Am Ende sind die namenlosen Agenten unserer amerikanischen Freunde unsichtbare Helden und ihre Feinde plumpe Gewalttäter. Blacklist schaut nicht in die Gesichter seiner Antagonisten – es benutzt sie als Zielscheibe. Irgendwann deutet das Drehbuch ein cleveres Katz-und-Maus zwischen dem Mastermind der Engineers und Sam Fisher an. Viel zu schnell verwirft es den Gedanken aber.

Dass Sam zum ersten Mal ein Team führt, wird wie eine Fußnote abgehandelt. Um ein hartes Durchgreifen zu entschuldigen, reicht dem Häuptling ein beinahe herzloses "Danke" und schon ist die emotionale Krise entschärft. Hängen bleibt die Erkenntnis, dass bei 4th Echelon die Mission wichtiger ist als das Leben des Einzelnen – denkbar schlechter Stoff, um ein Zusammenwachsen darzustellen. Charakterzüge und Entwicklungen werden in markigen Stichpunkt-Unterhaltungen abgesteckt, emotionaler Anker sind Fishers kurze Telefonate mit Tochter Sarah. Im Guten wie im Schlechten: Ein Tony Scott (Der Staatsfeind Nr. 1, Déjà Vu) hätte den Plot ähnlich kernig und gefühlsarm inszeniert.

Kommentare

  • Mir gefällts gut. Meine letzten Splinter Cell Spiele waren 1 bis 3. Double Agent und Conviction hab ich nie gespielt. Das einzige was mir sehr sauer aufstößt bei Blacklist ist das Tearing. Gibt nix schlimmeres in Videospielen find ich. Schade das Ubisoft das nicht noch neutralisiert hat.
  • "Ganz wichtig sind zahlreiche Aktionen, die ich im Vorgänger schmerzlich vermisste. Dazu zählen das Ausschalten von Lichtern, das Pfeifen zum Anlocken der Gegner sowie das Zerschießen von Lampen oder Feuerlöschern. " Ähm - in Conviction konnte man dies alles?! (bis auf das Pfeifen)
  • Die Kritik an der Story hat mich auch etwas irritiert, zumindest nachdem ich durch war. Hatte, nach dem, was ich gehört habe, schon gedacht, es geht voll in Fuck-yeah-USA-Schiene. Ist aber eine nicht mehr oder weniger pathetische und fragwürdige weltpolitische Darstellung als in den alten Teilen  [...] Die Kritik an der Story hat mich auch etwas irritiert, zumindest nachdem ich durch war. Hatte, nach dem, was ich gehört habe, schon gedacht, es geht voll in Fuck-yeah-USA-Schiene. Ist aber eine nicht mehr oder weniger pathetische und fragwürdige weltpolitische Darstellung als in den alten Teilen auch schon. Wurde ja auch von einigen hier so dargestellt, dass das früher nicht so schlimm gewesen wäre, aber ganz ehrlich, das ist doch, wie so vieles andere auch, nur ein sehr verklärter Blick auf die alten Teile, die ja natürlich in allen Belangen besser gewesen sein MÜSSEN, als Blacklist. Auch in den alten Teilen wurde nix anderes getan, als es als völlig normal und auch noch total in Ordnung darzustellen, dass die USA auf die Souveränität anderer Staaten scheißen und in Form verdeckter Operationen in deren Politik eingreifen, weil diese Staaten schließlich alle böse sind und nichts anderes zu tun haben, als ständig über Pläne zu sinnieren, wie man die USA erobern oder ersatzweise vernichten könnte. Konnte und durfte man echt noch nie so ernst nehmen, die SC-Stories, sonst könnte einem bei genauerem darüber Nachdenken am Ende noch schlecht werden? Auch grundsätzlich liest man bei vielen der ?Hasskommentare? hier im Thread heraus, dass mal wieder viele sich zu dem Spiel äußern, ohne es einmal unvoreingenommen ausprobiert zu haben. Wer so tut, als ob Blacklist wieder nur ein x-beliebiger Shooter von der Stange wäre, hat schlicht keinen Plan wovon er redet. Das Spiel lässt einem, schon aufgrund der etwas weitläufigeren Levelarchitektur im Vergleich zu den alten Teilen, mehr Freiheiten, aber das als Beliebigkeit oder was auch immer abzutun finde ich schon sehr schräg, gerade wenn man anderen Spielen ständig vorwirft, sie würden einem dauernd null Freiheit gönnen und einem quasi stets und ständig vorschreiben, was zu tun ist. Und echt mal, Shooter??? Wenn ich bedenke, wie schnell Sam schon auf Schwierigkeit ?Normal? die Glieder von sich streckt (nicht selten schon binnen Sekundenbruchteilen), wenn man nach Entdeckung in ein Kreuzfeuer gerät, kann ich nur sagen: Respekt vor dem, der Blacklist in klassischer TP-Shooter-Manier durchspielt. Auch wenn einige das nicht hören wollen, aber da war es meines Erachtens leichter, noch die alten Teile als Rambo zu meistern, wo Sam doch noch vergleichsweise deutlich mehr Treffer einstecken konnte. Aber wie gesagt, die meisten, die das so darstellen, können das eigentlich nicht beurteilen, weil sie in der Regel doch nur das wiederkäuen, was man dem Spiel aufgrund ungünstig gewählter Präsentationsmaterialien schon lange vor Release vorwarf und sich ihre Bestätigung (wenn überhaupt) dann nur bestenfalls noch von Youtube-Videos holen, wo sich irgendwelche 13jährigen Gangsta-Kiddies auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad durch die Missionen ballern. Die Steuerung fand ich, nach gewisser Einübung (man musste teilweise doch gewisse Mechaniken der alten Teile aus dem Kopf kriegen), recht gut. Die Steuerung über wenige, kontextsensitive Tastenbefehle hat zwar ihre Tücken, wenn etwa mehrere Objekte dicht beieinander sind und im Falle einer gewissen Hektik schon mal schnell die falsche Aktion ausgelöst werden kann. Meistens fand ich es aber durchaus gut gelöst. Ich mag in dem Zusammenhang auch den Vorwurf der ?Casualisierung? nicht. Für ein erfolgreiches Schleichen bedarf es nach wie vor einer guten Planung und exakten Timings. Und gerade letzterem kommt der Umstand entgegen, dass man nun nicht mehr für teils einfachste Aktionen regelrechte Verrenkungen am Controller ausführen muss. Das fällt für mich eher unter erhöhten Spielkomfort als unter ?Versimplifizierung?. Die Grafik ist insgesamt gut. Nur die Gesichter in den Zwischensequenzen sind schon echt nicht mehr als zeitgemäß zu betrachten. Gerade wenn man (wie ich) kurz vor Blacklist noch The Last Of Us durchgespielt hat, laufen einem bei diesen wächsernen Gesichtern mit ihrer reduzierten Mimik und den irgendwie auch nicht wirklich lebendig wirkenden Augen schon leichte Schauer über den Rücken. Was Benjamin mit dem Schwierigkeitsgrad meinte, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Klingt nen Bissel nach ?Möchtegern-Pro-Gamer?. Ich habe das Spiel zuerst auf Normal und dann auf Realistisch durchgespielt, habe aber keinen signifikanten Unterschied festgestellt. Der Hauptunterschied ist der, dass Sam auf Realistisch noch weniger einstecken kann, was sich aber nicht wirklich bemerkbar macht, wenn man stealth-lastig spielt. Was also den Schwierigkeitsgrad Normal so was von ?nur für blutige Anfänger? machen soll, erschließt sich mir nicht. Aber naja, jeder holt sich seinen Ego-Boost auf andere Weise? Mein Fazit: Blacklist ist ein guter Serienableger, der gelungen die klassischen Stärken der Serie mit einem zeitgemäßen Gameplay verbindet. Immer wieder hat man diese altbekannten Situationen, in denen man aus einem Versteck heraus, teils minutenlang, Patrouillenrouten ausspioniert, um sich den exakt perfekten Moment rauszusuchen, an den Wachen vorbei zu huschen, ohne dass die auch nur die leiseste Ahnung haben, dass da überhaupt jemand gewesen ist. Eben genau die situativen Spannungselemente, für die ich diese Serie und das ganze Spielprinzip des ?Stealth-Gamings? überhaupt schon seit vielen Jahren so sehr liebe. Kein dumpfes Bumm-Bumm, sondern überlegtes, gezieltes Vorgehen. An ahnungslosen Wachen vorbeipirschen, anstatt sie einfach wegzuballern. Den Spaß daran, möglichst jede Mission ohne tödliche Gewaltanwendung zu beenden, anstatt wild einen Killcount in schwindelerregende Höhen zu treiben. Also ich mag?s!!!

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