Brothers: A Tale of Two Sons (Action) von 505 Games
Brothers: A Tale of Two Sons
Brothers: A Tale of Two Sons
Action-Adventure
Entwickler: Starbreeze Studios
Publisher: 505 Games
Release:
07.08.2013
06.09.2013
Q3 2013
Spielinfo Bilder Videos
Der "Summer of Arcade" auf Xbox Live wird eingeleitet von einer kleinen Produktion aus Schweden: Mit Brothers - A Tale of Two Sons wagt sich das erfahrene Studio von Starbreeze in ruhigere Gefilde. Man setzt auf Emotionen, Bilder sowie ein ungewöhnliches Steuerungskonzept statt auf brachiale Action. Geht das Vorhaben auf?

Tod ist überall

Video
Stimmungsvolle Kulissen, eine emotionale Geschichte und ein ungewöhnliches Steuerungskonzept sind die Highlights des Action-Adventures.
Ein kleiner Junge kniet unter einem Baum vor einem Grabstein. Vor seinem inneren Auge sieht er, vermutlich zum hundertsten Mal, wie seine Mutter stirbt. Doch er wird unsanft in die Realität zurückgeholt: Sein älterer Bruder benötigt seine Hilfe, um den schwer erkrankten Vater zum Dorfarzt zu bringen. Dort angekommen scheint es nur eine Rettung zu geben: Das Elixir eines magischen Baumes. Die beiden Brüder machen sich auf den Weg, diese Medizin zu beschaffen.

Während des gut vier Stunden langen Abenteuers wird der Tod immer wieder thematisiert. Und das nicht nur in den Gefahren wie Wölfen, Trollen, Riesen oder Walen, die auf dem beschwerlichen Weg durch eine stimmungsvoll gestaltete Fantasy-Welt lauern. In düsteren Wäldern baumeln Gehängte an den Ästen. An einem anderen Ort wird man Zeuge, wie ein Mann sich das Leben nehmen möchte - es liegt an den Brüdern, ihn zu retten, bevor man durch Erforschen der Gegend herausfindet (oder zumindest ahnt), wieso er Suizid begehen wollte. Oder man rettet ihn nicht und folgt weiter dem Pfad, der zur rettenden Medizin führt. Dann wiederum muss man durch ein Gebiet, in dem Riesen eine gewaltige Schlacht ausgetragen haben und deren noch blutende Leichen den Weg versperren. Wie es zu dieser Schlacht kam, gehört zu den Rätseln dieser geheimnisvollen, hinsichtlich des malerischen Artdesigns an die Fable-Serie erinnernden Welt.

Stimmungsvolle Charakterzeichnung

Das Mysterium wird zusätzlich durch die Art der Erzählung befeuert: Die wenigen Worte, die gewechselt werden, entstammen einer Fantasie-Sprache. Stattdessen stehen sowohl die auf dem Schirm gezeigten als auch die im Kopf entstehenden Bilder im Mittelpunkt, die von einem sehr guten Soundtrack unterstützt werden. Mal pompös, aber häufig eher zurückhaltend und an sphärische irische Weisen erinnernd, findet die Musik stets die richtigen Worte, die man sich von den Figuren vergeblich erhofft.

Man steuert den älteren Bruder mit dem linken Stick, den jüngeren mit dem rechten.
Man steuert den älteren Bruder mit dem linken Stick, den jüngeren mit dem rechten.
Die beiden Brüder definieren sich dementsprechend auch nicht vorrangig über das, was sie sagen, sondern das, was sie tun: An vielen Orten der linear-schlauchigen Umgebung kann man mit der Umgebung, Tieren oder Personen interagieren. Je nachdem, welchen der zwei man verwendet, passieren unterschiedliche Dinge, die helfen, die Figuren zu charakterisieren. Nimmt der Kleinere z.B. eine in einem Topf gepflanzte Blume zum Anlass, den Topf ungeschickt zu Boden zu werfen, wo er zerschellt, riecht der Ältere vorsichtig daran. Man stellt schon früh im Abenteuer fest, dass der Teenager keinerlei Talent zum Harfenspiel hat, der jüngere Bruder aber geschickt die Saiten zupft, dafür aber nicht schwimmen kann. Und obwohl es auch Aktionen gibt, die parallel durchgeführt werden können, vermisse ich etwas: Die Interaktion zwischen beiden, die nur an bestimmten, für die Geschichte wichtigen Punkten stattfindet. Es ist schade, dass der große Bruder in keiner Form auf den herunter geworfenen Blumentopf reagiert und auch ohne Regung daneben steht, wenn der Knirps einen Vogelkäfig öffnet und der Gefiederte auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Denn über diese Reaktionen hätte die Beziehung zwischen den beiden Helden enorm vertieft und die Emotionalität verstärkt werden können.


Kommentare

  • weil sich ICO so scheiße verkauft hat.
  • Gerade durrchgespielt. Ein großartiges Spiel. Hat mir sehr gefallen. Da merkt man, dass viel Liebe in dem Spiel steckte. Und das Prinzip mit den 2 Charakteren ist zwar manchmal etwas verwirrend ansonsten aber ne echt geile Idee. Frag mich warum das nicht schon öfter so verwendet wurde
  • Ich glaub es wird evtl sogar schwerer, weil zb diese Passagen wo sie aneinander am Seil hängen und klettern müssen doch halbwegs Timing benötigen. Mit sich selbst kann man sich ja leichter absprechen Kommt halt auch drauf an wie alt die Tochter schon ist. Ich hab es gerade durchgespielt und  [...] Ich glaub es wird evtl sogar schwerer, weil zb diese Passagen wo sie aneinander am Seil hängen und klettern müssen doch halbwegs Timing benötigen. Mit sich selbst kann man sich ja leichter absprechen Kommt halt auch drauf an wie alt die Tochter schon ist. Ich hab es gerade durchgespielt und fand es durch und durch gelungen. Da mein PSN Plus Probemonat schon bald wieder endet, werde ich das irgendwann mal in meine Steam Bibliothek aufnehmen, damit die Entwickler doch noch etwas Geld von mir sehen.

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