Follow the white Miezekatze
Wer nicht weiß, worin es in dem ersten Spiel ging, kann sich den zweiten Teil trotzdem zulegen - Erstkäufer bekommen einen Code für das kostenlose Original dazu; Gebrauchtkäufer müssen (vermutlich zehn Euro) dafür berappen. Aber dieses interaktive Vorwissen ist eigentlich nicht nötig, denn Alices weit aufgerissene grüne Augen, die einem im Hauptmenü entgegen starren, sprechen eine deutliche Sprache - der Untertitel »Madness Returns« ist schon richtig gewählt, wie man spätestens nach dem verstörenden Intro feststellen wird. Alice befindet sich elf Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils in einem Waisenhaus im viktorianischen London - und in psychiatrischer Behandlung, denn ihre Träume bringen sie um den Verstand. Überall sieht sie Monster, das Wunderland verwandelt sich in ein Meer aus Blut, hat sie ihre Eltern umgebracht? All das und mehr erfährt derjenige, der sich auf ihren verdrehten Verstand einlässt und der weißen Katze folgt...
Das schmutzige London mit seinen extrem abgefahren designten Figuren dient als Anker zur Realität, Alice Liddel findet sich daher immer wieder mal dort zurück. Zurück woher? Natürlich aus dem Wunderland, das schon nach kurzer Zeit betreten wird: Da wartet die in Rätseln sprechende Grinsekatze auf sie, Kuhköpfe flattern durch die lila Luft, überdimensionierte Dominosteine schweben einfach so herum und bilden bei Bedarf Brücken. Generell wirkt das Artdesign wie das Nebenprodukt eines kollektiven Entwicklerrausches: Hochkreativ, völlig verdreht, mal fröhlich-bunt, mal rostig-düster, mal von Lavaströmen durchzogen, immer völlig abgefahren. Da übersieht man gerne, dass die Grafikengine mit ganz weltlichen Problemen wie sehr niedrig aufgelösten oder spät ladenden Texturen zu kämpfen hat.
Zu Tode gepfeffert
Läuft Alice durch London, kann sie eigentlich nicht viel mehr tun als sich die Sprüche der herumstehenden Leute anzuhören (bzw. die Beleidigungen der anderen Heimkinder). Ganz anders ist es im Wunderland: Da trägt sie in jeder neuen Zone ein frisches Outfit, kann mit Objekten interagieren und natürlich springen - und zwar nicht nur ein Mal, nein auch nicht zwei Mal, sondern bis
zu drei Mal hintereinander in der Luft. Mit jedem Hopser gewinnt sie ein wenig an Höhe dazu, dazwischen darf sie dank ihres luftigen Rockes und der Kraft von vielen Schmetterlingen auch ein Stück weit schweben. Schon nach kurzer Zeit trifft sie auf eine purpur leuchtende Quelle, an der ein »Drink Me!«-Schild baumelt. Folgt sie der Anweisung (nebst den Sprüchen der Grinsekatze), kann sie sich danach per Knopfdruck verkleinern. Dadurch hickst sie nicht nur die ganze Zeit, sondern erhält auch den »Shrink Sense« - der zeigt ihr versteckte Hinweise oder unsichtbare Plattformen an.
Kurz darauf ist auch Schluss mit dem Pazifismus, denn das »Vorpal Blade« liegt schwer in ihrer Hand - das große Messer ist ihre Standardwaffe, mit dem sie normale Gegner ratzfatz zerschlitzt. Später kommen noch bizarre Ideen wie das Pfeffermühlen-MG (das schnell überhitzt) oder das mächtig schwingende Steckenpferd dazu. Jede Waffe lässt sich in mehreren Stufen verbessern, dazu benötigt man allerdings eine Mindestzahl an Zähnen - die Standardwährung im Wunderland. Und wo man schon beim Aufsammeln ist, sollte man auch die Augen nach silbern schimmernden Erinnerungen offen halten. Die erzählen nämlich ihre eigene kleine Geschichte und tragen so ihren Teil dazu bei, den Mantel des Wahnsinns um Alice ein wenig zu lüften.
Behind Green Eyes
Das Kampfsystem ist sehr simpel: Mit der linken Schultertaste kann man sich auf einzelne Gegner ausrichten, mit dem rechten Analogstick darf man zwischen verschiedenen Feinden wechseln. Ist ein Widersacher im Fokus, darf man ihn mit allem bearbeiten, was man dabei hat. Manche Gegner geben schon nach ein paar Treffern aus der Pfeffermühle klein bei, andere verlangen nach einer mehrstufigen Bearbeitung mit unterschiedlichen Waffen, bevor sie die öligen, metallischen oder sonstigen Extremitäten von sich strecken.
Ganz zu schweigen von den übergroßen Bossgegnern, die am Ende jedes Kapitels auf Alice warten. Bei den Kämpfen spritzt ein wenig Blut, hin und wieder kullert auch mal ein abgetrennter Kopf durch die Gegend - der aber nach kurzer Zeit, wie der Rest des Leichnams, komplett verschwindet. Sehr wichtig im Kampf ist auch das (ebenfalls von bunten Schmetterlingen begleitete) Ausweichen - das geht in alle Richtungen und jederzeit, und ist speziell bei Feinden nötig, die sich hinter einem Schutzschild verstecken.

Video: Die Technik mag nur solide sein, das Artdesign ist dafür umso abgefahrener: Madness Returns ist eine wilde Achterbahnfahrt durch teilweise extrem bizarre Welten.
Das schmutzige London mit seinen extrem abgefahren designten Figuren dient als Anker zur Realität, Alice Liddel findet sich daher immer wieder mal dort zurück. Zurück woher? Natürlich aus dem Wunderland, das schon nach kurzer Zeit betreten wird: Da wartet die in Rätseln sprechende Grinsekatze auf sie, Kuhköpfe flattern durch die lila Luft, überdimensionierte Dominosteine schweben einfach so herum und bilden bei Bedarf Brücken. Generell wirkt das Artdesign wie das Nebenprodukt eines kollektiven Entwicklerrausches: Hochkreativ, völlig verdreht, mal fröhlich-bunt, mal rostig-düster, mal von Lavaströmen durchzogen, immer völlig abgefahren. Da übersieht man gerne, dass die Grafikengine mit ganz weltlichen Problemen wie sehr niedrig aufgelösten oder spät ladenden Texturen zu kämpfen hat.
Zu Tode gepfeffert
Läuft Alice durch London, kann sie eigentlich nicht viel mehr tun als sich die Sprüche der herumstehenden Leute anzuhören (bzw. die Beleidigungen der anderen Heimkinder). Ganz anders ist es im Wunderland: Da trägt sie in jeder neuen Zone ein frisches Outfit, kann mit Objekten interagieren und natürlich springen - und zwar nicht nur ein Mal, nein auch nicht zwei Mal, sondern bis
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| Das Spieldesign dagegen scheint nur ordentliche Genrestandards zu bieten - rennen, springen, kämpfen, interagieren. |
Kurz darauf ist auch Schluss mit dem Pazifismus, denn das »Vorpal Blade« liegt schwer in ihrer Hand - das große Messer ist ihre Standardwaffe, mit dem sie normale Gegner ratzfatz zerschlitzt. Später kommen noch bizarre Ideen wie das Pfeffermühlen-MG (das schnell überhitzt) oder das mächtig schwingende Steckenpferd dazu. Jede Waffe lässt sich in mehreren Stufen verbessern, dazu benötigt man allerdings eine Mindestzahl an Zähnen - die Standardwährung im Wunderland. Und wo man schon beim Aufsammeln ist, sollte man auch die Augen nach silbern schimmernden Erinnerungen offen halten. Die erzählen nämlich ihre eigene kleine Geschichte und tragen so ihren Teil dazu bei, den Mantel des Wahnsinns um Alice ein wenig zu lüften.
Behind Green Eyes
Das Kampfsystem ist sehr simpel: Mit der linken Schultertaste kann man sich auf einzelne Gegner ausrichten, mit dem rechten Analogstick darf man zwischen verschiedenen Feinden wechseln. Ist ein Widersacher im Fokus, darf man ihn mit allem bearbeiten, was man dabei hat. Manche Gegner geben schon nach ein paar Treffern aus der Pfeffermühle klein bei, andere verlangen nach einer mehrstufigen Bearbeitung mit unterschiedlichen Waffen, bevor sie die öligen, metallischen oder sonstigen Extremitäten von sich strecken.
Ganz zu schweigen von den übergroßen Bossgegnern, die am Ende jedes Kapitels auf Alice warten. Bei den Kämpfen spritzt ein wenig Blut, hin und wieder kullert auch mal ein abgetrennter Kopf durch die Gegend - der aber nach kurzer Zeit, wie der Rest des Leichnams, komplett verschwindet. Sehr wichtig im Kampf ist auch das (ebenfalls von bunten Schmetterlingen begleitete) Ausweichen - das geht in alle Richtungen und jederzeit, und ist speziell bei Feinden nötig, die sich hinter einem Schutzschild verstecken.
Ausblick
Kommentare
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Paul Kautz schrieb:
Wer nicht weiß, worin es in dem ersten Spiel ging, [..] Das sollte wohl heißen "Wer nicht weiß, worum es in dem ersten Spiel ging.." Wobei "Wer nicht weiß, worum es im ersten [...] Paul Kautz schrieb:
Wer nicht weiß, worin es in dem ersten Spiel ging, [..] Das sollte wohl heißen "Wer nicht weiß, worum es in dem ersten Spiel ging.." Wobei "Wer nicht weiß, worum es im ersten Spiel ging.." auch noch weniger holprig klingt .. und die Formulierung Paul Kautz schrieb:
Alice Liddel findet sich daher immer wieder mal dort zurück. Zurück woher? scheint mir auch irgendwie suspekt .. ausserdem: bist du sicher, dass sich Alice' Nachname wirklich so schreibt? Heißt sie nicht vielleicht "Little" oder Liddle"? Seltsam alles irgendwie .. :Kratz: Wie dem auch sei: Teil 1 hab ich immernoch hier liegen und vor 2 oder 3 Jahren mal wieder installiert und nen bisschen gespielt. Die Atmosphäre war wirklich klasse, auch das Leveldesign war überaus kreativ (z.B. die komplett schwarz/weiße Schachwelt). Ich bin gespannt. Solange die Spielmechanismen solide umgesetzt sind und das Spiel sich die Tugenden des ersten Teils erhält bin ich dabei. Ich hoffe nur, dass es eine ähnliche Spielzeit wie Teil 1 erreicht, da lag ich am Ende irgendwo um die 25 Stunden wenn ich mich recht erinnere. -
Alice in Verbindung mit American McGee wird einfach ein Pflichtkauf. Keine Ahnung wie viele Stunden ich im ersten Teil versunken bin, ich weiß nur dass jede einzelne es auch wert war ;)
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Teil 1 war eines der besten Spiele, dass ich jemals gespielt habe! Ich fand es sowas von genial, die Atmo, das Lvl Design mit den doch sehr brutalen Kämpfen. Und wenn "alt" so ein Jump and Run Erlebnis wie bei Bugs Bunny:Lost in Time (kennt das noch jemand, von der PS1, absolut geiles [...] Teil 1 war eines der besten Spiele, dass ich jemals gespielt habe! Ich fand es sowas von genial, die Atmo, das Lvl Design mit den doch sehr brutalen Kämpfen. Und wenn "alt" so ein Jump and Run Erlebnis wie bei Bugs Bunny:Lost in Time (kennt das noch jemand, von der PS1, absolut geiles Spiel, beste Jump and Run, dass ich gespielt habe), dann wünsch ich mir doch mehr altbackenes Gameplay! Egal wie es abschneidet, wenn es nur halb so verrückt und abgedreht wird wie Teil 1 ( und na den Trailer sieht das so aus ), wird es gekauft, egal welche Wertungen es bekommt!
