Holpriges Finnland
What a Feeling...
Dass die EGO-Engine mit detailverliebten Kulissen und herrlichen Fahrzeugmodellen erneut überzeugen wird, stand nach dem technisch grandiosen Vorgänger eigentlich außer Frage. So nimmt man die feinen Partikel bei aufgewirbeltem Dreck, die atmosphärischen Lichteffekte und die flüssige Darstellung bei den wackeligen Ausflügen schon als selbstverständlich hin. Das gilt auch für die authentische Cockpitansicht, die mich mitten ins Geschehen versetzt. So weit, so bekannt. Doch wer glaubt, die Boliden so einfach wie bei Dirt 2 über die Pisten zu jagen, wird spätestens bei der ersten Kurve eines Besseren belehrt: Die Jungs bei Codemasters haben sich mit der Hilfe von Multitalent und dem aktuellen WRC-Piloten Ken Block sowie dem amtierenden IRC-Champion Kris Meeke der Fahrphysik angenommen, die hier wesentlich näher an der Realität angesiedelt ist als bei den beiden Vorgängern. Eine Hardcore-Simulation im Stil von Richard Burns Rally darf man zwar nicht erwarten, doch hat man neben dem Differenzial viel Arbeit in die Umsetzung der physikalischen Kräfte gelegt, die innerhalb des Fahrwerks wirken. Die Folge: In Dirt 3 reagieren die Boliden sehr viel nervöser und kommen vor allem in Kurven durch die Lastverteilungen bzw. Gewichtsverlagerungen sehr viel schneller ins Schleudern. Ich hatte zunächst alle Hände voll damit zu tun, den Quattro ohne Fahrhilfen auf der Strecke zu halten. Erst mit Feingefühl und der nötigen Streckenkenntnis konnte ich das Biest langsam zähmen und begleitet von starken Force Feedback-Effekten halbwegs gute Zeiten auf der Etappe fahren. Die verschiedenen Bodenbeläge spielen ebenfalls eine Rolle: Auf Schotter reagiert der Bolide spürbar anders als auf den kurzen Asphalt-Abschnitten. Von Fahrten auf Schnee und Eis
![]() |
| Der erste Abstecher nach Finnland macht schon Lust auf mehr Rallye-Einsätze. |
Mehr Rallye
Während Dirt 1 neben der Karriere noch eine separate Rallye-WM angeboten hat, wurde der Modus beim Nachfolger gestrichen. Gleichzeitig reduzierte man die Anzahl dieser klassischen Etappen beim Nachfolger zugunsten einer breiteren Auswahl an Offroad-Events - ein Schritt, der bei einigen Spielern nicht auf viel Gegenliebe gestoßen ist. Doch Codemasters hat auf die Anregungen und Kritik der Fans gehört: Als Folge dessen wird der Schwerpunkt bei Dirt 3 auf den klassischen Rallye-Sport gelegt. Die insgesamt 32 Etappen sollen etwa 60 Prozent der Karriere ausmachen - eine reine Rallye-WM will man jedoch leider nicht in einem separaten Modus anbieten. Stattdessen führt die Dirt-Tour mit ihren ca. 100 Offroad-Routen rund um den Globus und setzt den Spieler in sechs Renndisziplinen hinters Steuer. Dabei wird man vor allem Rally Cross-Events im Veranstaltungskalender finden, da diese Variante zu den beliebtesten gehört.
Der Fuhrpark wird ebenfalls deutlich mehr Rallye-Boliden enthalten als der Vorgänger, darunter auch einige WRC-Modelle der aktuellen Saison und 2011. Insgesamt finden 50 Fahrzeuge den Weg in die Garage, die in 15 Klassen aufgeteilt werden. Neben den besagten WRC-Karossen finden sich darunter erneut Buggys, Trucks sowie Gruppe B-Geschosse. Die beliebten Hill Climb-Modelle mit ihren gewaltigen Heckflügeln sind ebenfalls wieder vertreten, so dass man eine bunte Mischung aus Frontantrieblern, Heckschleudern und sogar Wagen mit Mittelmotoren erwarten darf.








