Qualität verpflichtet
Auch wenn man meist Hironobu Sakaguchi als Gallionsfigur für Blue Dragon aufbaut: Eigentlich ist er mit seiner neu gegründeten Firma Mistwalker nur Produzent - zumal er ja intensiv an Lost Odyssey arbeitet, das meiner Meinung nach eher Sakaguchi charkterisiert, wie man ihn kennt. Die Entwicklung der Rollenspiel-Hoffnung liegt in den Händen von Artoon. Dem Team, das auf Xbox und 360 weniger durch Qualität auffiel, sondern mit Spielen wie der Blinx-Serie oder Vampire Rain zwar ambitionierte, aber letztlich gerade mal durchschnittliche Kost ablieferte.
Aber zum einen können die Artooner jetzt frei nach dem Motto "Wer abrutscht darf noch mal" beweisen, dass sie ihr Handwerk auch auf Stationärkonsolen verstehen - auf DS haben sie mit Yoshi´s Islanbd ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Und zum anderen sind mit Akira Toriyama (DragonBall Z) als Verantwortlicher für das Charakterdesign sowie Nobuo Uematsu als Komponist zwei weitere Schwergewichte mit an Bord, die Qualität versprechen. ![]()
Interessantes Charakterdesign, stimmungsvolle Kulissen, interessantes Kampfsystem: Blue Dragon macht Lust auf mehr.
Namen sind Schall und Rauch
Doch große Namen hin oder her - abgesehen davon, dass mit der Anhäufung an bekannten Größen der japanischen Entwickler-Szene auch die Erwartungshaltung nach oben geht, zählt für das in wenigen Wochen erhältliche RPG mit Fernost-Flair letztlich nur eines: Macht es Spaß?
Die Antwort darauf lautet: Ja! Allerdings solltet ihr ein gewisses Faible für Präsentation, Pathos und allgemeine Spielmechaniken haben, die man normalerweise mit Nippon-Rollenspielen assoziiert. Dazu gehören z.B. rundenbasierte Kämpfe, ein gewisser Hang zu Übertreibungen und teilweise leicht an Karikaturen grenzende Charakterstudien der Hauptfiguren.
So ist z.B. Shu anfangs ein ziemlich arrogant scheinender Stinkstiefel, an den ich mich erst gewöhnen musste. Ergänzt wird die Gruppe durch seine Freunde Jiro und Kluke, die mit ihren Kommentaren ein emotionales Gegengewicht zu dem Protagonisten schaffen.
Nach einem ausgedehnten Einstiegs-Tutorial, in dem man sich an die nicht umwerfende, aber durchweg stimmige Kulisse sowie die grundlegende, einfach zu erlernende Steuerung gewöhnen kann, nimmt auch die Geschichte an Fahrt auf. Und urplötzlich seid ihr mittendrin im Kampf gegen das personifizierte Böse in Form des purpurnen Yoda-Verschnitts Nene.
Nicht nur klassisch
Auch wenn die Kämpfe, die in bester japanischer Tradition Zug für Zug ablaufen, einen anfangs sehr herkömmlichen Eindruck hinterlassen, gibt es vor allem in dieser Hinsicht einige erfrischende Momente.
Dazu gehören z.B. die Schattenwesen, die nach kurzer Zeit Teil der Persönlichkeit der Hauptfiguren werden und das Kämpfen für euch übernehmen. Diese erinnern in Grundzügen an die Beschwörungen
der Final Fantasy-Serie wie z.B. Ifrit oder Shiva, können aber verschiedene Klassen erlernen und sich in diesen verbessern. Durch die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten und Ausbaustufen erinnert die Figurenentwicklung an den ersten Tactics-Ableger der Final Fantasy-Serie - eine Assoziation, die für die finale Version viel Hoffnung weckt. ![]()
Die konventionell im Rundensystem ablaufenden Kämpfe können sich sehen lassen.
Ein weiteres frisches Element, das mit den Kämpfen zusammen hängt, ist die Einleitung der Auseinandersetzungen: Ihr seid in Echtzeit in einem Gebiet unterwegs, in dem auch diverse Monster ihr Unwesen treiben. Per Knopfdruck könnt ihr einen Kreis erstellen, in dem ihr auswählen könnt, ob ihr nun z.B. einen einzelnen Gegner, eine Gruppe oder alle im Radius befindlichen Feinde angreifen wollt.
Der Clou: Wenn ihr euch für die "Alle"-Variante entscheidet, gibt es nach erfolgreichem Abschluss nicht nur mehr Erfahrungspunkte, sondern unter Umständen greifen sich die verschiedenen Gruppierungen auch gegenseitig an und erleichtern euch so die Arbeit.
Allerdings mussten wir auch feststellen, dass der Schwierigkeitsgrad derzeit deutlich zur Kategorie "Keine allzu große Herausforderung" gehört. Bei den umfangreichen Spielsessions mit der Vorschau-Version kamen wir nicht ein einziges Mal in Verlegenheit - von Todesgefahr ganz zu schweigen.
Dabei kann es durchaus von Vorteil sein, wenn einen das Spiel angenehm vorwärts kommen lässt und man die Szenerie, die Story und das abgefahrene Monsterdesign genießen kann. Andererseits wäre es der Gesamtatmosphäre zuträglich, wenn man auch abseits der Zwischensequenzen etwas von der Gefahr spüren würde, die euch und die Welt bedroht.
Kleine Randnotiz: Vor allem in der Anfangsphase braucht man einen ganz speziellen Humor. Denn als ich das erste Mal nach einem erfolgreichen Kampf einen Haufen Guano durchwühlen musste, der von den verstorbenen Monstern hinterlassen wurde, um Gegenstände zu finden, legte sich meine Stirn etwas in Falten. Auch hinsichtlich der Lokalisierung (Blue Dragon soll komplett in Deutsch erscheinen) bin ich gespannt, ob man z.B. die Poo Snake begriffstreu übersetzt.
Ausblick
Ersteindruck: gut
Kommentare
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Zufallskämpfe sind zum kotzen. Da will man einfach schnell irgendwo hin und wird ständig aufgehalten. Das erinnert mich irgendwie wie an ein Games Convention Besuch, da kommt man auch nur immer schnell ein paar Meter weit und steht dann vor der nächsten Menschenmenge, durch die man irgendwie [...] Zufallskämpfe sind zum kotzen. Da will man einfach schnell irgendwo hin und wird ständig aufgehalten. Das erinnert mich irgendwie wie an ein Games Convention Besuch, da kommt man auch nur immer schnell ein paar Meter weit und steht dann vor der nächsten Menschenmenge, durch die man irgendwie hindurch muss um dann gleich ein paar Meter weiter auf die nächste Menge zu treffen. Nichts mit schnell mal wo hin laufen. Allerdings kann man hier noch dem gröbsten eventuell ausweichen, Zufallskämpfen hingegen kommen plötzlich und ohne Vorwarnung. Dann such ich mir doch lieber ein geeignetes Levelgebiet wie in Tales of Symphonia. Sowas macht weit mehr Spaß, denn so kann ich festlegen wann ich kämpfen will und wann ich möglichst Kämpfen aus dem Weg gehen will.
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Ich hab auch nix gegen Zufallskämpfe, das Echtzeitkampfsystem in FF12 hat mich zB garnicht angesprochen.
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Zufallskämpfe FTW! Erspart einem das Gegner suchen beim Aufstufen, boah war das in Xenosaga ätzend eine geeignete Stelle zu finden und zu exploiten?