Orientierungslos
Es ist ein sehr befremdliches Gefühl, wenn man sich zum ersten Mal auf Erkundungstour in die riesige Welt von Burnout Paradise begibt. Breite Highways wechseln sich mit Stadtfahrten zwischen Wolkenkratzern ab, Straßen führen vom idyllischen Strand bis hoch ins Gebirge, in dem die mächtigen Felsen von Tunneln durchzogen werden. Doch wo zum Geier sind all die Rennveranstaltungen? Bei den planlosen Fahrten durch die abwechslungsreiche Kulisse entdeckt ihr nicht ein Icon, das auf ein Event hindeuten könnte. Auffällig ist nur, dass die Zeit genommen wird, sobald ihr in eine neue Straße abbiegt, die übrigens allesamt die Namen von EA/Criterion-Mitarbeitern tragen. In diesen Zeitrennen gilt es, den von der jeweiligen Person aufgestellten "Straßenrekord"
zu schlagen. Das ist zwar ganz spaßig, aber wo bleiben die echten Positionskämpfe, bei denen ich Takedowns austeilen, Crashbreaker zünden und mich durch den Verkehr pflügen kann? Das kann doch nicht alles sein... ![]()
Auch in Paradise City seid ihr in schnittigen Flitzern unterwegs.
Ampelstart
Nein, ist es auch nicht! Man muss nur wissen, wie es geht: Das Geheimnis liegt darin, dass ihr an einer der zahlreichen Kreuzungen einfach bei der Ampel anhalten müsst - schon startet ihr auf Wunsch ein Rennen, wenn ihr die beiden Trigger gleichzeitig drückt. Hier ist Burnout Paradise wieder so, wie man es kennt und liebt! Mit wahnwitziger Geschwindigkeit rast ihr über die Pisten, rempelt Konkurrenten von der Strecke, versucht dem Gegenverkehr auszuweichen und ladet euren Boost mit halsbrecherischen Manövern auf. Allerdings müssen sich konservative Burnout-Chaoten stark umstellen: Während die Strecken bisher deutlich eingegrenzt waren und nur einigen Abkürzungen boten, brettert ihr jetzt ähnlich Midnight Club 3 völlig frei der Ziellinie entgegen, sprich: Ihr wählt selbst die Idealroute, die euch eurer Meinung nach am schnellsten
dorthin bringt. Auf Hilfsmittel wie Navigationspfeile o.ä. wird komplett verzichtet, so dass ihr bei der enormen Geschwindigkeit immer ein Auge auf die kleine Karte werfen müsst. ![]()
Kein Burnout ohne Boost-Funktion!
Es kracht!
Kein Wunder, dass es im Paradies öfters kracht, wenn ihr der Rennaction nicht eure volle Aufmerksamkeit widmet und keine Reflexe wie ein Jedi besitzt. In den Vorgängern war nach einem Crash bekanntlich Schluss. Nur die Aftertouch-Kontrolle oder der Crashbreaker konnten noch genutzt werden, um die Konkurrenz mit ins Verderben zu reißen - der ärgerliche Totalschaden war euch aber auf jeden Fall sicher. In neuesten Teil wird das anders: Hier ist nach einem Crash nicht zwingend alles zu spät, obwohl ihr nach einem extrem heftigen Einschlag nur noch die neuen, detaillierten Deformationen der Karosserie bewundern könnt, die zunächst zusammengedrückt und anschließend in sämtliche Einzelteile zerfällt. Oft habt ihr aber die Möglichkeit, selbst mit einem Wrack noch weiterzufahren - selbst wenn ihr nur noch drei eurer vier Räder habt und die Kiste ohne Motorhaube und abgefallenen Türen eher auf einen Schrottplatz gehört. Extrem verwirrend ist, dass die Kamera bei und kurz nach dem Unfall so dermaßen um das Fahrzeug rotiert, dass ihr die Orientierung verliert und die Kiste nicht mehr richtig unter Kontrolle halten könnt. Hier sollte Criterion noch nachbessern.

