Die Leichtigkeit der Saints
Der erste Ausflug der Saints nach Stilwater hatte es einfach: Relativ nah zum Start der Konsole gab es keinen Open World-Titel. Just Cause war weit entfernt und der erste GTA-Ausritt in HD war noch nicht einmal ein Sonnenschimmer am Horizont.
Trotzdem oder gerade deshalb wusste Saints Row durchaus zu unterhalten.
Das verantwortliche Team von Volition machte überhaupt keinen Hehl daraus, dass man dort ansetzen wollte, wo GTA auf SD-Konsolen aufgehört hatte. Dennoch vergaß man nicht, dem Gangsta-Epos seinen eigenen markanten Stil aufzusetzen. So wurde z.B. eine gelungene Verknüpfung zwischen Seitenmissionen und den unterschiedlichen Hauptstory-Strängen im Kampf um die Vorherrschaft auf Stilwaters Straßen geschaffen. Technisch bewegte man sich für Volitions 360-Premiere zwar
auf dünnem Eis und hatte auch mit einigen Kleinigkeiten zu kämpfen, doch das Ergebnis konnte sich mit einer 84-Prozent-Wertung sehen lassen. Und ich gebe ganz offen zu, dass Saints Row seit seiner Veröffentlichung bis heute immer wieder in den Laufwerksschacht der 360 gewandert ist. Trotz der mittlerweile vorhandenen und teilweise deutlich besseren Konkurrenz - das Flair eines ambitionierten B-Filmes, gepaart mit fulminanter Action und mal banalem, mal brachialem Humor macht mir einfach zeitlos Spaß.
The Saints are coming
Teil 2 hingegen hat mit ganz anderen Voraussetzungen zu kämpfen. Rockstar Games hat mit GTA 4 gezeigt, wie eine lebendige, atmende Stadt aussehen kann - und zudem eine intensive, vielschichtige Charakterzeichnung auf die Beine gestellt, die in ihren besten Momenten an Coppola oder Scorsese erinnert.
Nachdem ich zahlreiche Stunden in Stilwater verbracht habe, muss ich auch eingestehen, dass Saints Row 2 (SR2) nicht an diese beiden Punkte heran kommt. Das soll nicht heißen, dass sowohl die Lebendigkeit als auch die Zeichnung der Hauptfiguren und deren Konflikte vollkommen den Bach runter gehen.
Ich möchte an dieser Stelle einen Filmvergleich bemühen, um das Dilemma zu verdeutlichen: GTA 4 zeigt sich als Multimillionendollar-Produktion mit Top-Besetzung. SR 2 hingegen ist in jeder Hinsicht ambitioniert. Doch Michael Bay führt
z.B. nicht Regie, sondern hat den Regisseur ausgebildet. Und als Darsteller ist nicht Bruce Willis, sondern einer der Kategorie Steven Seagal im Einsatz - allerdings ein Seagal auf Exit Wounds-Niveau.
Dabei versteht es Volition jedoch, diese vermeintliche Schwäche zu einer Stärke umzumünzen. Bei der Geschichte und der Charakterisierung der Figuren greift man mit vollen Händen in die Klischeekiste, ohne dabei lächerlich zu werden. Dazu gehört auch die platte, aber überzeugende Erklärung, wieso die Saints schon wieder bei Null anfangen müssen, obwohl man sich am Ende von Teil 1 als King of the Hill gezeigt hat. Garniert wird das Ganze mit einer großen Prise deftigen Humors und einigen Running Gags, wobei man sich und das Gangsta-Genre auch immer wieder augenzwinkernd aufs Korn nimmt - was das Spiel enorm sympathisch macht und aus dem ambitionierten B-Film beinahe schon ein Indie-Projekt werden lässt. Wir sind gespannt, ob die finale Fassung diesen Drahtseilakt konsequent weiter verfolgt, ohne sich in Lächerlichkeit zu verlieren.
Konsequente Fortsetzung
Inhaltlich baut Volition auf dem auf, was schon Teil 1 definiert hat: Eine große, freie Welt, in der es vor abwechslungsreichen Nebenaufgaben nur so strotzt. Schade ist nur, dass ein Großteil der Aufgaben aus dem Vorgänger übernommen wurde - allerdings ab und an auch in abgewandelter Form. So wurde z.B. die Eskorte, bei der ihr mit einer Prostiuierten als Chauffeur unterwegs seid, vom Schwierigkeitsgrad etwas entschärft. Auch viele der anderen Aktivitäten zeigen sich leicht verändert. Und natürlich gibt es auch ein paar neue, die wie "Fuzz!" (eine parodistische Anlehnung an diverse Reality-Cop-Shows) einen Heidenspaß machen: In Cop-Verkleidung werdet ihr mit einem Kameramann im Schlepptau zu verschiedenen Kleinstverbrechen gerufen, angefangen von Taschendiebstahl über häusliche Dispute bis hin zu "Erregung öffentlichen Ärgernisses" oder Fahren unter Alkoholeinfluss. Am Tatort angekommen gilt es nun, den Störenfried aus dem Weg zu räumen - wie, bleibt euch überlassen. Schlagstock? Handschellen? Kettensäge?
Der erste Ausflug der Saints nach Stilwater hatte es einfach: Relativ nah zum Start der Konsole gab es keinen Open World-Titel. Just Cause war weit entfernt und der erste GTA-Ausritt in HD war noch nicht einmal ein Sonnenschimmer am Horizont.
Trotzdem oder gerade deshalb wusste Saints Row durchaus zu unterhalten.
Das verantwortliche Team von Volition machte überhaupt keinen Hehl daraus, dass man dort ansetzen wollte, wo GTA auf SD-Konsolen aufgehört hatte. Dennoch vergaß man nicht, dem Gangsta-Epos seinen eigenen markanten Stil aufzusetzen. So wurde z.B. eine gelungene Verknüpfung zwischen Seitenmissionen und den unterschiedlichen Hauptstory-Strängen im Kampf um die Vorherrschaft auf Stilwaters Straßen geschaffen. Technisch bewegte man sich für Volitions 360-Premiere zwar
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| Es gibt viel zu tun in Stilwater... Hier eine Ausflugsidee! |
The Saints are coming
Teil 2 hingegen hat mit ganz anderen Voraussetzungen zu kämpfen. Rockstar Games hat mit GTA 4 gezeigt, wie eine lebendige, atmende Stadt aussehen kann - und zudem eine intensive, vielschichtige Charakterzeichnung auf die Beine gestellt, die in ihren besten Momenten an Coppola oder Scorsese erinnert.
Nachdem ich zahlreiche Stunden in Stilwater verbracht habe, muss ich auch eingestehen, dass Saints Row 2 (SR2) nicht an diese beiden Punkte heran kommt. Das soll nicht heißen, dass sowohl die Lebendigkeit als auch die Zeichnung der Hauptfiguren und deren Konflikte vollkommen den Bach runter gehen.
Ich möchte an dieser Stelle einen Filmvergleich bemühen, um das Dilemma zu verdeutlichen: GTA 4 zeigt sich als Multimillionendollar-Produktion mit Top-Besetzung. SR 2 hingegen ist in jeder Hinsicht ambitioniert. Doch Michael Bay führt
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| Es hat sich viel getan in Stilwater. Doch Saints Row-Veteranen werden sich schnell zurecht finden. |
Dabei versteht es Volition jedoch, diese vermeintliche Schwäche zu einer Stärke umzumünzen. Bei der Geschichte und der Charakterisierung der Figuren greift man mit vollen Händen in die Klischeekiste, ohne dabei lächerlich zu werden. Dazu gehört auch die platte, aber überzeugende Erklärung, wieso die Saints schon wieder bei Null anfangen müssen, obwohl man sich am Ende von Teil 1 als King of the Hill gezeigt hat. Garniert wird das Ganze mit einer großen Prise deftigen Humors und einigen Running Gags, wobei man sich und das Gangsta-Genre auch immer wieder augenzwinkernd aufs Korn nimmt - was das Spiel enorm sympathisch macht und aus dem ambitionierten B-Film beinahe schon ein Indie-Projekt werden lässt. Wir sind gespannt, ob die finale Fassung diesen Drahtseilakt konsequent weiter verfolgt, ohne sich in Lächerlichkeit zu verlieren.
Konsequente Fortsetzung
Inhaltlich baut Volition auf dem auf, was schon Teil 1 definiert hat: Eine große, freie Welt, in der es vor abwechslungsreichen Nebenaufgaben nur so strotzt. Schade ist nur, dass ein Großteil der Aufgaben aus dem Vorgänger übernommen wurde - allerdings ab und an auch in abgewandelter Form. So wurde z.B. die Eskorte, bei der ihr mit einer Prostiuierten als Chauffeur unterwegs seid, vom Schwierigkeitsgrad etwas entschärft. Auch viele der anderen Aktivitäten zeigen sich leicht verändert. Und natürlich gibt es auch ein paar neue, die wie "Fuzz!" (eine parodistische Anlehnung an diverse Reality-Cop-Shows) einen Heidenspaß machen: In Cop-Verkleidung werdet ihr mit einem Kameramann im Schlepptau zu verschiedenen Kleinstverbrechen gerufen, angefangen von Taschendiebstahl über häusliche Dispute bis hin zu "Erregung öffentlichen Ärgernisses" oder Fahren unter Alkoholeinfluss. Am Tatort angekommen gilt es nun, den Störenfried aus dem Weg zu räumen - wie, bleibt euch überlassen. Schlagstock? Handschellen? Kettensäge?

