Alles drin
Wir haben uns ausgeknockt. Wir haben den anderen zur Aufgabe gezwungen. Wir haben uns in den Infight begeben. Wir haben gekontert. Wir haben uns Cuts und blaue Flecken zugefügt. Wir haben eine Menge Spaß gehabt. Denn eines gilt natürlich auch in der neuen, fast fertigen Version von Undisputed: Die Steuerung bietet viel und fordert einiges an Einarbeitung, weswegen wir die mittlerweile integrierten und sehr ausführlichen Trainings- und Tutorial-Möglichkeiten sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Aber erst, wenn man im Octagon steht und beginnt, die ganzen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, den Gegner zu besiegen nicht nur zu lernen, sondern vor allem auszuschöpfen, stellt man fest, dass man im Laufe der Zeit seine Taktik ändert: Ist man anfänglich noch als Quasi-Buttonmasher unterwegs, kommt sehr schnell seine eigene persönliche Ringtaktik hinzu. Das schöne hierbei: Die Steuerung ist trotz aller Komplexität in der Lage, einem die richtigen Werkzeuge in die Hand zu geben, um den Gegner entweder mürbe zu klopfen, mal abwartend, mal schnell dynamisch und wenn es sein muss, auch mal nur aus einer reaktiven Position heraus in Bedrängnis zu bringen. Es wogt hin und her. Es ist spannend. Es ist große Kampfsport-Unterhaltung.
Die Knöpfe sind dabei für die Arme bzw. Beine zuständig, die Schultertasten dienen links als Modifikatoren für hohe bzw. niedrige Angriffe, auf der rechten Seite sind sie für Blocks und bei gutem Timing für Konter zuständig. Der rechte Stick hingegen wird bei allem, was mit Würfen und Griffen zu tun hat, zu Rate gezogen.
Schaut man sich im Pausemenü die zur Verfügung stehenden, größtenteils von der Position abhängigen Kombo-Möglichkeiten an, wird einem fast schwindelig. Um so erstaunlicher ist es, dass man nach erstaunlich kurzer Zeit durch das Octagon tanzt, als ob man nie etwas anderes getan hätte.
Allerdings ist aufgefallen, dass in den zig Kämpfen, die wir in der Redaktion mal solo, mal gegeneinander über alle der fünf Gewichtsklassen hinweg bestritten haben, noch nicht ein Urteil der Kampfrichter nötig war - alle Duelle wurden vorher entschieden.
Das kann natürlich bedeuten, dass wir vielleicht nicht ganz so taktisch gekämpft haben, wie wir uns gerne einreden. Andererseits könnte dies auch auf ein noch nicht ganz austartiertes Balancing hindeuten, das evtl. noch einem Feintuning unterzogen werden sollte. Denn schaut man sich die Ergebnisse der letzten UFC-Veranstaltungen an, sind immer irgendwelche Punktrichter-Entscheidungen dabei.
Das soll auch dem sich unheimlich schnell einstellenden Spaß sowie dem typischen "Ach komm, eine Revanche noch"-Syndrom keinen Abbruch tun, sondern vielmehr verdeutlichen, dass Undisputed in dieser Form noch nicht ganz die
lupenreine Simulation ist. Doch genau dies könnte den Unterschied zwischen einem richtig guten und einem richtig großen Kampfsportspektakel ausmachen.![]()

Auch Aufgabegriffe gehören zum umfangreichen Arsenal eines UFC-Kämpfers!
Editor und Karriere
Neben einer pompösen Anzahl an Kämpfern (insgesamt sollen über 80 Athleten voll lizenziert auf dem Weg zum Octagon sein) finden sich haufenweise Slots, um mit Hilfe des enorm potenten Editors eigene Recken in den Ring zu schicken.
Und will man die Karriereleiter in der UFC erklimmen (im Übrigen der einzige große Einzelspielermodus), geht dies auch nur mit einem Neuling. Also flugs ans Werk, kurz die kreative Ader walten lassen und schon kann es mit dem brachialen Weg losgehen, der im besten Fall den Meisterschaftsgürtel bereit hält.
Allerdings sollte man in der Anfangsphase bereits ein ungefähres Bild vor Augen haben, was für einen Kämpfer man schließlich auf der Höhe seines Schaffens in den Ring schicken möchte. Mit haufenweise verbesserungsfähigen Statistik-Werten ist man anfänglich überfordert. Da aber kein "Umtrainieren" möglich zu sein scheint, können einige frühe Entscheidungen unter Umständen auf lange Sicht nicht zum gewünschten Ziel führen. Da es bislang keine wirkliche Einführung in die Karriere und die Entscheidungsmöglichkeiten gibt, wird man etwas allein gelassen. Doch auch hier zahlt sich das "Learning by doing" schließlich aus - zumal die Benutzerführung sehr übersichtlich gehalten wurde und nur durch derzeit noch übermäßig lange und durchaus durch die Vorabversion entschuldbare Ladezeiten aufgehalten wird.
Die Karriere an sich besteht natürlich aus Kämpfen bei UFC-Veranstaltungen, auf die man sich über einige Wochen hinweg vorbereiten muss. Immer seinen Ausdauer-Wert im Auge behaltend, kann man entscheiden, ob man seine grundlegenden Attribute wie z.B. Kraft oder Beweglichkeit verbessern will, eine Woche zur Erholung einlegt oder über Herausforderungs-Sparring versuchen möchte, Punkte zur Verbesserungen seiner Fähigkeiten einzuheimsen.
Bislang macht die Karriere einen durchaus soliden Eindruck und könnte sich bei entsprechender Abwechslung und einem ausgewogenen Schwierigkeitsgrad als ansprechende Langzeitmotivation erweisen.
Ob sich diese Hoffnung letztlich erfüllt, werden wir im Test der finalen Version klären. Dort werden wir auch den Netzcode auf Funktionsfähigkeit überprüfen und feststellen, ob die eine oder andere störende Ungereimtheit noch ausgeräumt werden kann.![]()

Autsch! Wenn die UFC-Recken aufeinander losgehen, um den ultimativen Kämpfer zu ermitteln, leidet man vor dem Bildschirm mit.
Kleinigkeiten als Stolpersteine?
Dazu gehören z.B. die hin und wieder inakkuraten Zeitlupen. So wird der spektakuläre K.O. in der Großaufnahme z.B. durch einen Uppercut bewirkt, obwohl es eigentlich eine Gerade war. Oder in der Zeitlupe geht der Schlag, der zum Knockout geführt hat, deutlich einige Zentimeter am Körper oder Kopf vorbei.
Der Dynamik oder Dramatik während der Kämpfe schadet dies nicht, doch der Atmosphäre ist dies nicht zuträglich und könnte so letztlich entscheidende Punkte auf dem Weg zum King of the Ring kosten.
Und zumindest in der diesjährigen Auflage wird man auf einen aktiv vom Spieler gesteuerten Cutman verzichten müssen, wie man ihn z.B. aus Fight Night Round 3 kennen sowie gleichermaßen lieben und hassen gelernt hat.
Und auch die Einmärsche, die bei den Live-Events der UFC eine große Rolle spielen, um das Publikum anzuheizen, sind bislang nicht zu sehen.
Ausblick
Ersteindruck: sehr gut!
Kommentare
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das frag ich mich auch...also das cover ist schonmal cut :(
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4P|Mathias schrieb:
scorpio1018 schrieb:
weiss jmd, ob die deutsche version ungeschnitten/ deckungsgleich zur US-version sein wird? hab gerade mit erschrecken festgestellt, dass das game ein ab 18 rating bekommen hat, wo es doch in den USA ein "teen" [...] 4P|Mathias schrieb:
scorpio1018 schrieb:
weiss jmd, ob die deutsche version ungeschnitten/ deckungsgleich zur US-version sein wird? hab gerade mit erschrecken festgestellt, dass das game ein ab 18 rating bekommen hat, wo es doch in den USA ein "teen" also ab 16 bekommen hat... Die deutsche Version wird inhaltsgleich zur internationalen sein. Keine Schnitte. Nada. Cheers, 4P|Mathias sicher? wieso ist dann auf dem deutschen cover kein blut zu sehen? -
scorpio1018 schrieb:
weiss jmd, ob die deutsche version ungeschnitten/ deckungsgleich zur US-version sein wird? hab gerade mit erschrecken festgestellt, dass das game ein ab 18 rating bekommen hat, wo es doch in den USA ein "teen" also ab 16 bekommen [...] scorpio1018 schrieb:
weiss jmd, ob die deutsche version ungeschnitten/ deckungsgleich zur US-version sein wird? hab gerade mit erschrecken festgestellt, dass das game ein ab 18 rating bekommen hat, wo es doch in den USA ein "teen" also ab 16 bekommen hat... Die deutsche Version wird inhaltsgleich zur internationalen sein. Keine Schnitte. Nada. Cheers, 4P|Mathias
