WRC FIA World Rally Championship The Official Game - Test, Rennspiel, Nintendo 3DS - 4Players.de

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WRC FIA World Rally Championship The Official Game (Rennspiel) von Bigben Interactive
Totalschaden für Firebrand
In diesem Jahr hat Milestone auf einen Ableger der WRC-Rennserie verzichtet, so dass Firebrand mit einer 3DS-Version in die Bresche springen muss. Kann das „einzige offizielle WRC-Spiel“  auf dem Nintendo-Handheld überzeugen, oder kommt es zum Totalschaden?

Handyumsetzung für den 3DS

Wenn mittelmäßige Rennspiele ihren Weg auf das Handy finden, hat diese Version meist nur noch wenig mit dem Original zu tun. Wenn dann allerdings von dieser mobilen Variante auch noch eine Umsetzung für Handhelds erscheint, sollte man am besten einen großen Bogen um das Spiel machen.  Auch WRC Fia World Rally Championship von Firebrand Games ist da keine große Ausnahme. Basierend auf der Android-Version konvertiert das Studio das Mobil-Spiel auf den 3DS und macht dabei fast alles falsch, was man falsch machen kann.

So ist z.B. die Steuerung der Fahrzeuge ein einziger Krampf. Schon das Geradeausfahren ist aufgrund der ungenauen Eingabe so gut wie unmöglich. Da man scheinbar die Kipp-Steuerung direkt in eine klassische Gamepad-Kontrolle umgesetzt hat, ziehen die Autos immer leicht nach links oder rechts. Vom Schiebepad sollte man dabei generell dringend die Finger lassen,  allerdings fühlen sich die hochgezüchteten Rallye-Karossen auch mit dem Digikreuz eher wie überschwere Einkaufswagen an. Besonders durchdacht: Mit der Nach-oben-Taste wechselt man die Ansicht, was im Eifer des Gefechtes gerne während einer Kurve geschieht - toll, Firebrand, einfach toll. Ebenfalls super ist der überhaupt nicht berechenbare Schwierigkeitsgrad. So kann es durchaus passieren, dass man ein Rennen dreimal am Stück als Letzter abschließt und sich zunächst auf eine andere
Etappe konzentriert, nur um dann im nächsten Versuch trotz exakt gleicher Leistung Erster zu werden.

Unterdurchschnittliche Kulisse


Damit aber nicht genug: die Pressemitteilung verspricht vollmundig „alle Events des 2014er Rennkalenders“. Das
Die Kulisse ist unterdurchschnittlich und hat nur wenige Baum- und Strauch-Varianten.
Die Kulisse ist auch auf dem 3DS unterdurchschnittlich und hat nur wenige Baum- und Strauch-Varianten.
ist nicht mal vollständig gelogen, denn man fährt in 13 Ländern je vier Etappen. Allerdings wage ich durchaus zu bezweifeln, dass diese, maximal zwei Minuten langen und unendlich langweiligen Strecken auch nur im Ansatz etwas mit den realen Rallye-Events zu tun haben.  Dank der unterdurchschnittlichen Kulisse und den sich alle zwei Meter wiederholenden Bäumen und Büschen kommt nicht der Hauch von Rallye-Stimmung auf. Die Länder unterscheiden sich ausschließlich durch eine leicht andere Farbgebung sowie die Tageszeit – wobei man z.B. das Nachts befahrene Portugal und Argentinien so gut wie nicht auseinanderhalten kann.  Nebenbei ist es unmöglich, die 3D-Funktion des 3DS zu benutzen, da die Rennen dann in unspielbare Ruckelorgien ausarten. Hat das bei euch vor Release niemand getestet, Firebrand?

Auch im sonstigen Spieldesign hat man sich so gut wie keine Mühe gegeben. Für das auf der Packung angepriesene „realistische Schadensmanagement“ muss ich z.B. nicht mehr tun, als nach den Rennen eine Leiste mit Geschwindigkeitspunkten auffüllen, die ich während der Etappen durch Drifts und Hochgeschwindigkeitsabschnitte verdiene. Ebenfalls recht einfallslos: Neue Fahrer werden mit den gleichen Punkten freigeschaltet. Statt unterschiedlicher Werte pro Fahrzeug  gibt es aber nur einen, zwei oder drei Sterne. Die Motivation alle Rallye-Heroen der 2014er Saison freizuschalten ist also gleich Null, wenn man erstmal einen 3-Sterne-Fahrer besitzt. Immerhin: Auch für das Zurückspulen während eines Rennens muss man die wertvollen Punkte investieren, so dass man nicht jeden kleinen Fehler über die Funktion ausbügeln kann.

Kommentare

mr.digge schrieb am
Jarnus hat geschrieben:Nintendo hat noch nie spiele auf ihre spielerische qualität getestet, sondern auf die technische funktionalität und da der 3D effekt nur ein zusätzliches feature darstellt, ist das spiel so problemlos verkaufbar!

Ne, gerade Nintendo's Lizenspolitik war es zu verdanken, dass man nachm Atari-Crash die Dritthersteller dazu verpflichtete eine spielerische Mindestqualität einzuhalten.
Und das man es mit der technischen Funktionalität in wenigen Fällen auch nicht ganz so ernst nahm erkennt man an bspw. Die Siedler DS oder Myst..
sabienchen schrieb am
Sony hatte damals auch zur PS1 ebenfalls Mindestqualitätsansprüche.
[zumindest wenn mich mein Gedächtnis hier net trügt und es damals überhaupt stimmte.. immerhin sollte ich das vor ca. 18Jahren in irgendeinem Spielemagazin gelesen haben ..^^]
Damit ein Spiel auf der Playstation 1 erscheinen durfte musste es Starten, einen Menübildschirm besitzen und pausierbar sein. :Häschen:
Jarnus schrieb am
Nintendo hat noch nie spiele auf ihre spielerische qualität getestet, sondern auf die technische funktionalität und da der 3D effekt nur ein zusätzliches feature darstellt, ist das spiel so problemlos verkaufbar!
was gab es, neben den bekannten klassikern, auf NES, SNES und N64 für miese spiele...dagegen ist WRC eine echte perle!
Kivlov schrieb am
Hat Nintendo keine Qualitätskontrolle?
Was ist aus dem "Nintendo Seal of Quality" geworden?
schrieb am

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