Test: Metroid Prime: Federation Force

06.09.2016, Autor: Jan Wöbbeking

Science Fiction-Shooter f√ľr Nintendo 3DS




Action statt Abgeschiedenheit


Video: Metroid Prime: Federation Force, Launch-Trailer



Und nun zu etwas ganz anderem...

Eigentlich w√§re es f√ľr Nintendo ein Leichtes gewesen, den wieder wachsenden Bedarf am explorativen Metroid-Konzept zu erkennen. Nicht ohne Grund sprossen Nachahmer wie Axiom Verge, Xeodrifter oder Ori in den vergangenen Jahren f√∂rmlich aus dem Boden. Wer frei erkunden und mit der Hilfe von Gadgets neue Abschnitte erschlie√üen m√∂chte, ist in Federation Force aber falsch: Es handelt sich um einen Koop-Shooter f√ľr bis zu vier Spieler per Internet oder drahtloser Verbindung, der sich auch alleine angehen l√§sst. Das kreiden wir dem Spiel nat√ľrlich nicht an, wollten es vorweg aber erw√§hnen, damit niemand mit falschen Erwartungen ins Abenteuer startet. Samus wird zwar gelegentlich Teil der Handlung, ist aber kein spielbarer Charakter. Stattdessen schl√ľpfen die Spieler in die Rolle von bis zu vier austauschbar gestalteten Kriegern im gro√ük√∂pfigen ‚ÄěChibi‚Äú-Design.

Ecken und Kanten: In Bewegung und dank h√ľbscher Beleuchtung wirkt die Grafik in Bewegung nicht ganz so h√§sslich.
Ecken und Kanten: In Bewegung wirkt die Grafik nicht ganz so h√§sslich - auch dank h√ľbscher Beleuchtung.
All zu h√§ufig bekommt man die eigene Spielfigur allerdings nicht zu Gesicht, denn die meiste Zeit √ľber sitzt sie in ihrem agilen Mech-Kampfanzug, f√ľr den sich der kanadische Entwickler Next Level Games (Luigi's Mansion 2) ein erstaunlich ausgekl√ľgeltes und praxistaugliches Steuerungs-Konzept ausgedacht hat ‚Äď und das, obwohl grunds√§tzlich nur ein Analogstick zum Einsatz kommt und auch der Touchscreen nicht als Stick-Ersatz genutzt wird. Im Kampf auf mittlere Distanz und gegen langsame Monster erweist sich das automatische Aufschalten als praktisch. Sobald ein schneller Weltraumpirat Haken schl√§gt, zischen die Projektile allerdings zu sp√§t ans Ziel, so dass man auf die hochpr√§zise Bewegungssteuerung umsteigen sollte: Einfach den 3DS wie ein Periskop leicht umher drehen und schon wandert das Zielkreuz exakt und ruhig an den gew√ľnschten Punkt. Das wird vor allem dann n√ľtzlich, wenn sich am Horizont der Eisw√ľste ein Wolf versteckt, der im wilden Zickzack-Kurs auf den Spieler zu sprintet, um ihn schlie√ülich frontal mit einem Eisstrahl zu attackieren.



Praktischer Steuerungs-Mix



Der Clou an der Sache: Beide Techniken lassen sich sogar kombinieren: Erst aufschalten und dann noch mit der manuellen Feinabstimmung ein wenig nach rechts, links oben oder unten korrigieren. Mit diesem Kniff l√§sst sich sogar der Ball im enthaltenen Sportspiel Blast Ball wie eine Billardkugel anvisieren ‚Äď doch dazu sp√§ter mehr.

Auf ihn mit Gebr√ľll!
Auf ihn mit Gebr√ľll!
Der Level-Aufbau erinnert ein wenig an √§ltere Shooter: Mal marschiert man wie in Halo √ľber einen recht linearen Pfad, oft wird man aber auch mit etwas offeneren verzweigteren Industriekomplexen, H√∂hlen und Gebirgspfaden konfrontiert, so dass √§hnlich wie in Wolfenstein: The New Order ein wenig Erkundung auf dem Programm steht.

Leider sind die Umgebungsr√§tsel zu einfach gehalten: Meist muss einfach nur ein abgelegener Schl√ľssel oder eine fettes Gesch√ľtz gefunden werden, mit der st√∂rendes Ger√∂ll aus dem Weg gesprengt wird. F√ľr Abwechslung sorgt allerdings das gro√üe Repertoire unterschiedlicher Aufgaben, die es in den Arealen zu erf√ľllen gilt. W√§hrend zu Beginn einfach nur technische Anlagen von aggressiven Kriechtieren befreit werden, gestaltet sich der Kampf gegen die Weltraumpiraten sp√§ter variantenreicher.





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