Mario Kart 709.06.2011, Paul Kautz
Mario Kart 7

Vorschau:

Drei Jahre ist der letzte Ausflug der rasenden Truppe her (Mario Kart Wii), knapp sechs Jahre die letzten Handheld-Raserei (Mario Kart DS) – und satte 19 Jahre der Ursprung der Serie. Die ihrerseits für einen wahren Boom an Kart fahrenden Firmenmaskottchen sorgte, die aber stets nur den Auspuff der Nintendo-Piloten schnüffeln durften. Der 3DS-Einstand von Mario Kart steht bald bevor – auf der E3 konnten wir schon mal selbst Vollgas geben.

Die Wunderwelt der Flugkarts

Kaum einer dürfte das ernsthaft erwarten, aber der Vollständigkeit halber sei es trotzdem erwähnt: Das grundsätzliche Spielkonzept von Mario Kart wird Nintendo auch dieses Mal nicht auf den Kopf stellen. Und warum sollten sie das auch tun? Kein anderer Kart-Racer steuert sich derart präzise, bietet so liebevoll designte Strecken und wunderbar fiese Items wie den berüchtigten blauen Panzer. Die üblich verdächtige Truppe von Mario und Luigi über Peach und Toad bis hin zu Donkey Kong, Bowser und Knochentrocken findet sich erneut auf dem dreidimensionalen Asphalt der Ehre ein – ob es neue Figuren geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Ebenfalls noch nicht offiziell bestätigt ist, ob man mit seinem eigenen Mii wird fahren können, oder ob die auf dem 3DS gespeicherten Miis als Zuschauer auf einigen Strecken dienen werden. Ich lehne mich aber vermutlich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich fest mit beiden Features rechne – bei Mario Kart Wii hat's ja auch wunderbar funktioniert.

In der Vorschaufassung standen nur Karts zur Wahl – ob es auch hier wieder Motorräder geben wird, wurde ebenfalls noch nicht verraten. Klar hingegen ist die Möglichkeit der Personalisierung der Karts: Karosserie, Reifen und Gleitschirm dürfen standardmäßig jeweils dreifach verändert werden, weitere Verschönerungen werden freispielbar sein.

Der neue Gleitschirm ist am Heck des Karts montiert und öffnet sich automatisch nach großen Sprüngen. Mit ihm kann man entweder auf direktem Wege zurück zur Strecke schweben oder den kurzen Aufenthalt in der Luft etwas verlängern – so findet man evtl. eine Abkürzung oder überfliegt eine knifflige Kurve. Die Steuerung des Flugdrachens ist ebenso einfach und intuitiv wie die der Karts und erinnert ein wenig an Pilotwings Resort.

Wir fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Regenbogenbahn

Ebenfalls neu im Mariokartversum sind die Unterwasser-Abschnitte. Klar, schon in früheren Teilen der Reihe zischte man durch unter dem Meeresspiegel liegende Röhren – aber dieses Mal rast man direkt durch das feuchte Element! Der Übergang vom Festland ins Wasser ist nahtlos und rasant, die Steuerung (es wird automatisch eine Antriebsschraube ausgepackt) wird unten etwas träger. Die Darstellung der U-Welten ist sehr gelungen: Das Bild wabert fröhlich hin und her, Fische blubbern gemächlich vorbei, Pflanzen wackeln herum, riesige Muscheln schnappen nach den Fahrern – und dann schießt man schon wieder spritzend und sprudelnd an die Oberfläche.

Die Karts dürfen ein wenig personalisiert werden - neue Karosserie hier, dickere Reifen da.
Die Karts dürfen ein wenig personalisiert werden - neue Karosserie hier, dickere Reifen da.
Die Strecken bieten wieder den bewährten Mix aus alten und neuen Pisten (u.a. eine frische Donkey Kong-Strecke, die in Zusammenarbeit mit den Retro Studios designt wurde), wobei noch nicht verraten wurde, welche Klassiker man wird befahren würfen – wetten, dass die Rainbow Road dabei sein wird? Ohne geht es einfach nicht. Wie gewohnt gibt es jede Menge Abkürzungen für Profi-Fahrer, natürliche und nicht ganz so natürliche Hindernisse sowie natürlich die bekannten Items – grüne, rote und blaue Panzer, Schrumpfblitze, Turbo-Pilze oder den Unverwundbarkeits-Stern. Was es dieses Mal wohl nicht geben wird, sind Stunts: Auf der Wii konnte man bei einem Ausflug in der Luft noch den einen oder anderen Trick machen, was mit einem kurzen Turboschub beim Landen belohnt wurde – in der Vorabversion der 3DS-Fassung war das nicht möglich. Die grundsätzliche Steuerung bleibt unverändert, wobei das zweistufige Turbo-System von der Wii-Fassung übernommen wurde: Gamepad-Gewackel beim Sliden ist nicht mehr nötig, bleibt man lange genug in der Spur, lädt sich der Turbo automatisch auf.

Technisch bleibt Mario Kart 3DS seinen Vorgängern treu: Niedliche, simple Kulisse, putzige Figuren, hohe Geschwindigkeit, dank stabilen 60 Frames pro Sekunde kein Ruckeln weit und breit. Der 3D-Effekt ist nicht spektakulär, aber ansehnlich – gerade beim Überblick von Gleitschirm aus bietet der 3DS schöne Aussichten und Reflexionen auf Wasseroberflächen.

Ausblick

Mario Kart DS hat mich mehrere Monate meines Lebens sowie meine Mitfahrer in der S-Bahn mit Sicherheit einige Nerven gekostet: Das Gequietsche und Gefluche von mir und meiner Frau war ein deutliches Zeichen dafür, wie grandios, spaßig und gemein das Spiel war und ist – meine damalige Wertung von 92% würde ich auch heute noch vorbehaltlos unterschreiben. Der 3DS-Einstand der altehrwürdigen Serie hat gleich vom ersten Rennen an die gleiche Freude und den gleichen Drang zum unbändigen Beleidigen der Konkurrenten bewirkt – und das, obwohl die Vorab-Fassung nur solo spielbar war! Mal sehen, wie bequem die Lorbeeren sind, auf denen sich Nintendo ausruht; es gibt natürlich jede Menge Recycling aus früheren Spielen. Auf der anderen Seite sind da Neuerungen wie die tollen Gleitschirme, die nette Unterwasser-Ausflüge sowie die personalisierbaren Karren. Aber es bleiben auch noch viele Fragen: Was ist mit neuen Vehikeln wie den Motorrädern von der Wii? Wie stark werden Miis ins Spiel eingebunden? Wird der Packung ein Beißring beiliegen? Eigentlich egal: Ich freue mich tierisch darauf!

E3-Eindruck: sehr gut

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