X4: Foundations - Test, Simulation, PC - 4Players.de

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X4: Foundations (Simulation) von Egosoft
Lustlos durchs All
Simulation
Entwickler: Egosoft
Publisher: Egosoft
Release:
30.11.2018
Spielinfo Bilder Videos
Fünf Jahre hat sich Egosoft Zeit gelassen, um nach dem verkorksten X Rebirth die Hauptserie auch namentlich so fortzusetzen, wie man es aus den Zeiten davor gewohnt war. Fünf Jahre, in denen Rebirth über verschiedene Upgrades technisch reifer, aber nie zu einem guten Spiel wurde. Fünf Jahre, in denen sich der Weltraum weiterentwickelt hat – mit Elite Dangerous, Rebel Galaxy, Evochron Legacy und anderen. Und wie unser Test zeigt: Fünf Jahre, in denen Egosoft den einmal verlorenen Anschluss noch immer nicht wiedergefunden hat.

Viel Spaß damit!

Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht recht, wo ich anfangen soll, denn X4: Foundations fehlt an allen Ecken und Enden nicht nur der notwendige Feinschliff, sondern ganz besonders ein durchdachtes Spieldesign. Das fängt bei der verkappten Einführung an, die Frischlinge mit einer Vielzahl spielerischer Möglichkeiten alleine lässt und diese zu allem Überfluss hinter zahlreichen technischen Schwächen und hinter einem Menü versteckt, dessen Entschlüsselung einen Großteil der ersten Stunden ausfüllt. „Viel Spaß dabei X4 zu finden!“, hat sich Egosoft dem Anschein nach dabei gedacht.

Natürlich sind die spielerischen Möglichkeiten enorm: Man steigt in jedes Cockpit, kauft tausend Schiffe, baut Raumstationen, besorgt Rohstoffe und Blaupausen, um Ausrüstung selbst zu konstruieren. Man stellt Personal ein, teilt es der Flotte zu und automatisiert jeden denkbaren Vorgang des so entstehenden Wirtschaftskreislaufs. Das ist famos – auf dem Papier jedenfalls.
X4: Foundations soll zu den Wurzeln der Serie zurückkehren - aber bis dahin ist
X4: Foundations soll zu den Wurzeln der Serie zurückkehren - aber bis dahin ist's ein weiter Weg.
Doch bevor ich mich wirklich darin vertiefen konnte, hatte ich längst die Lust auf dieses Spiel verloren. Was will ich mit einer dynamischen Tabellenkalkulation, die so handlich ist wie ein Z1 als Taschenrechner?

Wer braucht schon Joystick-Steuerung?

Dass einige Schiffe und Asteroiden manchmal so lange unsichtbar sind, bis sich ihr Äußeres Textur für Textur im Sekundentakt aufbaut: geschenkt. Gleiches gilt für unsichtbare Händler, ein plötzlich verschwundenes Radarbild, lange aussetzende Musik und weitere Fehler, die nicht nur unangenehm auffallen, sondern auch den Spielfluss stören. Kommt vor, ist ärgerlich, aber Schwamm drüber. Selbst dass die Grafik nicht einmal auf der niedrigsten Einstellung mit 60 Bildern pro Sekunde angezeigt wird, ist mir in diesem Fall kaum der Rede wert, die kurzen Ladeunterbrechungen, während man weiter auf eine Station zufliegt, ebenso wenig.

Doch warum kann man X4 eigentlich mit Gamepad oder Joystick spielen, wenn die Menüs in keiner Weise darauf ausgelegt sind und dermaßen schwer mit Controller zu bedienen sind, dass man es lieber sein lässt? Wieso darf man nicht jede Taste der Tastatur neu belegen und weshalb beim Fliegen per Maus die Y-Achse nicht invertieren? Wie kann es sein, dass man beim Übernehmen der Schiffssteuerung (normalerweise ist der Mauszeiger frei beweglich) sofort das Ruder rumreißt, wenn sich der Cursor am Bildschirmrand befindet? Stattdessen müsste die aktuelle Mausposition im Moment des Umschaltens zunächst der neue Nullpunkt sein.

Charakterlose Mitflieger

Aus welchem Grund dulden mich alle anderen Kapitäne kommentarlos in ihren Cockpits und fliegen sogar los, während ich noch direkt hinter ihnen stehe? Und warum beantworten etliche Personen auf den Raumstationen die Frage nach Informationen mit „Ich werde ihnen nicht helfen!“, lassen sich aber im nächsten Zug kommentarlos als Crewmitglieder anheuern? Ersteres ist ja durchaus sinnvoll, wenn die Beziehungen noch nicht weit genug gereift sind. Aber dann müssen sie doch mindestens klarmachen, dass sie den Job im Anschluss nur widerwillig annehmen, vielleicht weil sie dringend Geld benötigen.

Kommentare

Numrollen schrieb am
Ich habe nun zich Frachter die für mich autotraden und habe die "Mainquest" durch.
Was mache ich nun wenn ich wenig Lust habe nur noch im Stationsdesigner irgendwas zusammen zu klickern um noch mehr Kohle zu generieren? Erkundet habe ich schon alles was sich lohnt, durch die Autobahnen ist man ja quasi im Minutentakt überall vor Ort. Ich habe irgendwie das Gefühl das sich nichts mehr bewegt und ohne Story fliege ich aktuell nur noch blöd rum. Keine Fraktion fängt nun einen "Galaxy"weiten Krieg an oder irre ich mich? Zerstörer habe ich schon aber bissl Xenos plätten haut mich jetzt auch nicht so aus den Latschen.
Ach ja, kann es sein das meine ganzen Captains nicht leveln? Habe von den 30 M-Klasse Schiffen 20x Level2 und maximal einer davon ist hoch auf Level3. Ich hole immer genug Personal mit an Board.
Marobod schrieb am
Ein klassischer Richfield XD
JoeCartoon schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben: ?
07.12.2018 18:48
Ich frage mich, ob das möglich ist. Oder ob man sich die Seele aus dem Leib schreiben und trotzdem dieses eine Detail übersehen haben kann. Ob Jemand, der auf der Suche nach so spezifischen Informationen ist, nicht besser in den Spieleforen aufgehoben ist.
Mit spezifischen Informationen meinst du z.B. Pluspunkte? Sowohl hier als auch im X4 Forum wurde zigfach (wenn auch nicht ausnahmslos) bewiesen, dass man einen Review zu diesem Spiel kritisch und trotzdem konstruktiv schreiben kann, ohne dass es ein einziger Rant wird. Insofern hast du vollkommen Recht. Die Diskussion hier und im Egosoft-Forum ist so viel hilfreicher, als es ein 4P Bericht je sein könnte.
Leider geht es immer öfter darum die Kommentare anderer, als das eigentliche Spiel zu bewerten. Siehe ich :o
Ich empfinde den Thread im Egosoft Forum übrigens überhaupt nicht als "Popcorn Kino". Das 4P gebashe erledigt sich auf Seite 1 und dann hagelt es ordentlich Kritik gegen Egosoft und mündet in einem detaillierten Vergleich zwischen X3/X:R und X4. Durchaus hilfreich, wenn man X3 mochte!
X4 scheint die perfekte Balance getroffen zu haben: in manchen Aspekten gut genug, um alte Hasen und auch neue Spiele zu begeistern und eine Fanbase aufzubauen. In anderen schlecht genug, um vorzüglich zu lästern. Um ganz ehrlich zu sein behalte ich mir vor mittelfristig das Lager zu wechseln, falls X4 nicht den nötigen Support erfährt, aber es sieht bisher nicht danach aus.
JoeCartoon schrieb am
Ein Hinweis für alte X3 Spieler in Bezug auf die Komplexität: X4 ist in vielen Belangen deutlich simpler geworden, was je nach Vorliebe ein Vor- oder Nachteil sein kann. Beispiel:
Schiffe: in X3 war allein die Beschaffung ein langwieriger Akt. Erst die richtige Werft finden, dann Beziehungen aufbauen, das Chassis kaufen und anschließend mühselig die Komponenten einsammeln. Jedes Schiff hat unterschiedliche Werte für Schildaufladung, Waffenaufladung, Kapazität, etc. Allein die verschiedenen Waffentypen zu verinnerlichen hat damals ewig gedauert.
In X4 fehlen nicht nur ein paar dieser Komponenten, die anderen wurden auch stark vereinfacht. Die meisten Werften findet man schnell durch die Autobahnen, sie bieten direkt vorgefertigte Ausstattungen an, Schild- und Waffenenergie hat nichts mehr mit dem Schiff zu tun. So kommt man sehr viel schneller an neue Schiffe, es fällt aber eben auch das in X3 noch vorhandene Gameplay weg.
Ein bestimmtes Schiff in einer exotischen Ausstattung in X3 zu verwirklichen hatte eine ganz andere Bedeutung, da eben so viel mehr Aufwand dahinter steckte. Dafür bin ich aber auch ewig mit der selben Gurke rumgeflogen, während ich in X4 nach etwas mehr als 10 Stunden so ziemlich jedes Gameplay Element kennen gelernt habe und größtenteils Spaß hatte.
Ich bin mir aber noch nicht sicher, wie sich das auf die Langzeitmotivation auswirkt. Der Wirtschaftsteil ist für mich sekundär, ich konzentriere mich auf Kämpfe und Erkundung. Daher kann ich auch nicht nachvollziehen, dass X3/4 ein Excel im Weltraum sein soll, ich habe es in hunderten Stunden nie so gespielt (Auf EVE passt das schon eher). Immer im Raumschiff, immer unterwegs.
P.S.: Habe ich es übersehen, oder wird der Kampf im Test gar nicht erwähnt? Beliebig viele und beliebig große Flotten befähigen zu können ist eine ganz eigene Erfahrung.
schrieb am