Urlaubsstimmung
Wo Rico Rodriguez sein Unwesen treibt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Und keine Regierung kann sich sicher sein, dass sie noch im Amt ist, wenn er das Land verlässt. Das war vor gut dreieinhalb Jahren der Fall, als der Latino mit Hang zum nervösen Zeigefinger und coolen Sprüchen in dem fiktiven Inselstaat San Esperito im Auftrag der amerikanischen Regierung für geregelte Verhältnisse sorgte. Und das wird auch im weiterhin fiktiven südost-asiatischen Panau nicht anders sein. Wo Rico ist, folgen Chaos, Action und haarsträubende Stunts auf dem Fuße.

Auf den ersten Blick gibt es bei Just Cause 2 abseits der runderneuerten und im Vergleich zum Vorgänger deutlich weiter entwickelten Engine nicht viel Neues zu vermelden: Das panauische Inselgebiet ist wieder um die 1000 Quadratkilometer groß, es gibt ein dynamisches Wettersystem (wie in Teil 1), man darf sich mit haufenweise Waffen (kennt man aus dem Vorhänger) noch mehr Vehikeln (ebenso wie in Teil 1) und seinem Greifhaken durch die offene Missionsstruktur kämpfen und kann für jede der drei regierungsabtrünnigen Fraktionen Nebenaufträge annehmen richtig: Alles wie in Teil 1.
Abenteuerspielplatz 2.0
Und dennoch: Avalanche hat hart gearbeitet, um diese ersten Eindrücke und damit aufkommenden Probleme schnell zu entkräften. Die Kritik an vielen Kleinigkeiten des Vorgängers hat sich das Team zu Herzen genommen. Mit dem Ergebnis, dass die essentiellen Bestandteile des Vorgängers, also die enorme Freiheit sowie die unkomplizierte Action, noch besser ineinander greifen.
In der ersten, gut verkleideten Tutorial-Stunde ist man damit beschäftigt, brisante Daten in einer Militär-Basis einzusammeln und wird ganz nebenbei mit den Steuerungsmechaniken, dem neuen Greifhaken sowie beeindruckenden Explosionen beinahe im Minutentakt verwöhnt.
Zwar wird schon früh deutlich, dass die Schussmechanik eine sehr großzügige "allgemeine" Trefferzone erkennt, wenn man seinen Gegner auch nur ungefähr im Visier hat und dass sich die KI eher auf Masse verlässt, denn auf filigrane Taktiken.
Aber Ricos Abenteuer war schon im ersten Aufguss weit von den hitzig-spannenden oder beengten Gefechten eines Uncharted oder Gears of War entfernt. Was Just Cause nach wie vor auszeichnet, sind nicht die kleinen Feinheiten, sondern die schiere Görße der Spielwelt sowie die vollkommen überzeichnete Action. Und die erfährt mit einigen kleinen Änderungen einen enormen Schub: Vor allem der Greifhaken lädt immer wieder zum Experimentieren ein und führt zu ebenso überraschenden wie unterhaltsamen Ergebnissen.
Hier ist eine Gasflasche, dort ein Soldat: Wenn Rico beide mit Hilfe des Greifhakens verbindet und dann die Gasflasche beschießt, kommt es schnell zu einer überbordenden Kettenreaktion, für die sich selbst Hollywood zu schade zu sein scheint, die hier aber wunderbar zur vollkommen Überzeichnung passt - die Gasflasche hebt ab, reißt den Gegner mit sich, der nun wie ein Irrwisch an dem Metall hängend durch die Botanik rauscht, bis schließlich das Gas vollends explodiert&![]()

Imposante Explosionen, rasante Stunts: Just Cause 2 bietet ein überzogenes Actionfeuerwerk!
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass man statt der Gasflasche auch Fahrzeuge wie Autos, Schnellboote und vielleicht sogar Flugzeuge (hier hat bei mir in den Vorschau-Sessions das Timing noch nicht hinreichend funktioniert) als unfreiwilliges Transportmittel verwendet, ahnt man, wohin sich die Action entwickelt.
Die Mischung stimmt
Mit dem Greifhaken kann sich Rico beinahe wie in Bionic Commando von Haus zu zu Haus "ziehen" - der einfache Magnethaken des Vorgängers wurde in Rente geschickt.
Mit entsprechender Fantasie und etwas Koordinationsgefühl ergeben sich vollkommen neue Transportmöglichkeiten. So etwa, wenn man z.B. an seinem Fallschirm hängend den Haken gen Boden schmettert und kurz Schwung holt, um weitergetrieben zu werden.





