Lebendige Zweikämpfe
Das Beste an diesem FIFA 10 ist das unheimlich lebendige Zweikampfverhalten: Es sieht einfach klasse aus, wenn Stürmer und Verteidiger aufeinander treffen und ihren Körper einsetzen, um das Leder am Fuß zu behalten - da wird geschoben, gedrängt und gehalten; vor allem, wenn beide Spieler etwa gleich groß sind und hartnäckig um jeden Zentimeter kämpfen. Je nachdem, wie energisch es im Tackling zur Sache geht, kann man hier das Gleichgewicht verlieren, den Ball verstolpern und gleich wieder zurückerobern. Das mag sich banal anhören, aber dieses Hin und Her wird hier besser simuliert als im Vorgänger.
Und man kann sehr gut erkennen, wie sich die Statur auf diese Duelle auswirkt, wenn etwa ein Riese wie van Buyten einfach so einen Zwerg wie Messi abprallen lässt oder gar wegschiebt. Im Gegensatz zur Vorschaufassung von Pro Evolution Soccer 2010
kommt es hier nicht zu diesen geradlinigen und künstlich wirkenden Spurts, in denen der Ball führende selbst bei Kontakt mit dem Verteidiger nicht die Balance verliert. Ich bin gespannt, ob Konami in der finalen Fassung dieses wichtige Zweikampfverhalten besser simuliert.
Wo wir gerade bei der Konkurrenz sind: Erstaunlicherweise liegen die Japaner in einem anderen Bereich vorne - dem der Gesichter. In FIFA 10 sehen selbst bekannte deutsche Profis wie Mertesacker, Trochowski, Jansen oder Enke nicht wie ihre
realen Vorbilder aus; auch bei einigen internationalen Kickern kommt man nicht an die Authentizität heran, die man dieses Jahr in PES 2010 findet. Dafür ist FIFA 10 wiederum akustisch und auf den Fanrängen besser: Das Publikum geht lautstark mit und in den Blöcken hüpfen die Ultras gleich im Kollektiv auf und ab - sehr schön.
Die Schiedsrichter pfeifen diesmal übrigens nicht nur bei Grätschen, sondern auch beim normalen Körpereinsatz; das wirkte in vielen Situationen allerdings noch etwas kleinlich. Überraschend ist dennoch: Es gab kaum rote Karten, kaum einen Elfmeter! Und die Vorteilsregel wurde bisher gut gepfiffen - bis auf ein, zwei ärgerliche Ausnahmen. Außerdem sollten die schwarzen Männer in der finalen Fassung nicht so oft als Prellbock dienen; der Ball prallt zu oft an ihnen ab.
Freie Dribblings
Zurück zu Messi: Der profitiert von der neuen 360-Grad-Kontrolle, denn er kann auch ohne spezielle Dribblings sehr schnell die Richtung wechseln. Spieler mit hohen technischen Werten halten den Ball dabei eng am Fuß und können quasi mit einer einfachen Körpertäuschung oder einem leichten Schlenker die behäbigen Verteidiger abhängen; so entstehen wesentlich
mehr individuelle Situationen und Spielöffnungen als noch in FIFA 09. Allerdings scheint es bisher so, dass die klassischen Finten hinsichtlich ihrer Effizienz nicht spürbar verbessert worden sind - aber das muss der Test klären.
Die Offensive wurde jedenfalls in ihren Möglichkeiten bereichert, und manchmal scheint es so, als könne man die Abwehr mit Pässen in die Tiefe zu leicht aushebeln, aber die Defensive hat ebenfalls dazugelernt - und davon profitiert die Dramatik auf dem Platz: Sie ist nämlich deutlich wachsamer und reaktiver als im Vorgänger! Es gibt jetzt spektakuläre Rettungen in letzter Sekunde: Sowohl wenn ein Verteidiger gerade noch die tödliche Flanke wegschlagen kann als auch wenn ein Torwart noch mal zurück hechtet, um einen Lupfer noch zu erreichen.
Allerdings haben die Torhüter noch ein großes Problem: Sie fangen grundsätzlich (!) keine Flanke ab, die im Fünfmeterraum über ihnen her segelt - so kann man fast sichere Tore schießen, wenn der lauernde Stürmer am langen Pfosten einfach einnickt oder einschiebt. Das darf in der finalen Fassung auf keinen Fall passieren, sonst verliert FIFA 10 noch sein Gold!
![]() |
| Lebendig, packend und körperbetont: Je nach Statur und Stärke ändert sich das Zweikampfverhalten. |
Und man kann sehr gut erkennen, wie sich die Statur auf diese Duelle auswirkt, wenn etwa ein Riese wie van Buyten einfach so einen Zwerg wie Messi abprallen lässt oder gar wegschiebt. Im Gegensatz zur Vorschaufassung von Pro Evolution Soccer 2010
Wo wir gerade bei der Konkurrenz sind: Erstaunlicherweise liegen die Japaner in einem anderen Bereich vorne - dem der Gesichter. In FIFA 10 sehen selbst bekannte deutsche Profis wie Mertesacker, Trochowski, Jansen oder Enke nicht wie ihre
![]() |
| EA muss an den Kopfbällen arbeiten: Sie sind noch nicht wuchtig genug. |
Die Schiedsrichter pfeifen diesmal übrigens nicht nur bei Grätschen, sondern auch beim normalen Körpereinsatz; das wirkte in vielen Situationen allerdings noch etwas kleinlich. Überraschend ist dennoch: Es gab kaum rote Karten, kaum einen Elfmeter! Und die Vorteilsregel wurde bisher gut gepfiffen - bis auf ein, zwei ärgerliche Ausnahmen. Außerdem sollten die schwarzen Männer in der finalen Fassung nicht so oft als Prellbock dienen; der Ball prallt zu oft an ihnen ab.
Freie Dribblings
Zurück zu Messi: Der profitiert von der neuen 360-Grad-Kontrolle, denn er kann auch ohne spezielle Dribblings sehr schnell die Richtung wechseln. Spieler mit hohen technischen Werten halten den Ball dabei eng am Fuß und können quasi mit einer einfachen Körpertäuschung oder einem leichten Schlenker die behäbigen Verteidiger abhängen; so entstehen wesentlich
![]() |
| Die Verteidiger samt Torwart sind wesentlich wachsamer als im Vorgänger - es gibt spektakuläre Rettungstaten in letzter Sekunde. |
Die Offensive wurde jedenfalls in ihren Möglichkeiten bereichert, und manchmal scheint es so, als könne man die Abwehr mit Pässen in die Tiefe zu leicht aushebeln, aber die Defensive hat ebenfalls dazugelernt - und davon profitiert die Dramatik auf dem Platz: Sie ist nämlich deutlich wachsamer und reaktiver als im Vorgänger! Es gibt jetzt spektakuläre Rettungen in letzter Sekunde: Sowohl wenn ein Verteidiger gerade noch die tödliche Flanke wegschlagen kann als auch wenn ein Torwart noch mal zurück hechtet, um einen Lupfer noch zu erreichen.
Allerdings haben die Torhüter noch ein großes Problem: Sie fangen grundsätzlich (!) keine Flanke ab, die im Fünfmeterraum über ihnen her segelt - so kann man fast sichere Tore schießen, wenn der lauernde Stürmer am langen Pfosten einfach einnickt oder einschiebt. Das darf in der finalen Fassung auf keinen Fall passieren, sonst verliert FIFA 10 noch sein Gold!










