Scott Pilgrim vs. the World: Das Spiel - Vorschau, Geschicklichkeit, PlayStation 3 PSN, Xbox 360 XBL - 4Players.de

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Vor einigen Wochen blätterte ich gelangweilt durch das Trailer-Angebot bei Apple: Hmmm... Mist... Mist... Mist... irgendwas französisches mit polnischen Untertiteln... Mist... Mist... oh, was ist das? »Scott Pilgrim vs. The World« - klingt angenehm bescheuert, schauen wir uns das doch mal an. Es dauerte keine Minute, da stand der Film auf meiner »Musst du sehen!!«-Liste ganz, aber ganz weit oben - derart videospielig war wohl noch kein Film zuvor!

Spiel zum Film zum Comic

Video: Scott muss nicht allein gegen die Welt und Ramonas sieben böse Ex-Freunde antreten - man kann das ganze Abenteuer kooperativ zu viert spielen!
Dass zu diesem »Spiel«film auch ein Filmspiel erscheinen würde, war irgendwie klar - nur die Art und Weise, wie das entsprechende Game umgesetzt würde, konnte keiner ahnen. Die Ubisoft-Studios in Montreal und Chengdu haben sich für eines der ältesten Genres entschieden, nämlich den 2D-Brawler, und das Spiel so retro wie nur möglich gehalten. Das geht schon damit los, dass die einführenden Logos von Ubisoft und Universal verpixelt und farbarm präsentiert werden, gefolgt von einem wunderbar pixeligen Intro, das von C64-kompatibler SID-Musik begleitet wird - da schlägt das Retro-Herz gleich 2^8 Mal pro Minute!

Der Film dreht sich darum, dass sich Scott unsterblich in die ach so entzückende Ramona Flowers verliebt. Die hat allerdings nicht nur ein Haarfärbe-Problem, sondern trägt auch den emotionalen Ballast von sieben teuflischen Ex-Freunden mit sich herum, die Scott besiegen muss, bevor er und Ramona ein Paar sein können. Klingt bescheuert, ist auch bescheuert - aber hey, es basiert auf einem wunderbar abgefahrenen Comic, der in Kürze startende Film ist aus den Händen der Macher von »Shaun of the Dead« und »Hot Fuzz«.

Die Tödlichkeit von Ex-Freunden

Scott Pilgrim vs. The World steckt einen nun in die Rolle von Scott und drei seiner Freunde, denn es ist komplett wie das vergleichbare Castle Crashers kooperativ spielbar. Im Gegensatz zu diesem allerdings nur lokal und leider auch nur als Komplettpaket: Alle Spieler müssen gemeinsam beginnen und aufhören, ein späteres Ein- oder Aussteigen ist unverständlicherweise nicht gestattet. Das Ganze ist von vorn bis hinten ein Fest für Pixelfreunde, die Metal Slug vergöttern
Spielerisch orientiert man sich an den Brawlern der frühen 90er Jahre. Allerdings ist der coole Mehrspielermodus sehr unkomfortabel.
und bei Retro-Compilations das Juchzen beginnen: Alles und jeder  ist niedrig aufgelöst, aber wunderbar weich animiert, alle Hintergründe bestehen aus wenigen Elementen und Farben, die aber verdammt viel Stil versprühen! Okay, es ist nicht gerade Muramasa , aber es geht ja stilistisch auch in eine komplett andere Richtung. Spielerisch bleiben die Entwickler in den Schuhen von Streets of Rage oder Final Fight: Einfaches Buttonmashen der zwei Angriffsknöpfe führt zu launigen Kombos, man kann Gegner greifen, mit ihnen um sich schlagen oder sich ihrer per Wurf entledigen. Es gibt eine befreiende Superkombo (die etwas Energie kostet) sowie jede Menge Gegenstände, die man aufsammeln und als Waffe benutzen darf - Baseballschläger, Eimer, Flaschen, Basketbälle, Regenschirme, Autoreifen, Schneebälle, Schaufeln, Geldkoffer oder Barhocker. Scott, Ramona, Stills und Kim, so die Namen der spielbaren Figuren, haben leicht unterschiedliche Kampfmanöver drauf, spielen sich aber im Großen und Ganzen sehr ähnlich - wo Scott einen Sprungkick nutzt, zaubert Ramona eben einen fliegenden Hammer hervor. Nur der Bonusangriff ist bei allen unterschiedlich: Für Ramona gibt's einen Riesenkaffee, der frische Lebensenergie birgt, bei Stills werden Riesenmesser nach den Gegnern geschmissen, Kim kriegt einen dicken Knutsch und damit etwas Heilung.

Die Gegner in den Straßen von Toronto, auf einem wilden Filmset oder vor einer Bühne sind genretypisch sehr generisch und treten in der Klonarmee-Formation auf - man bekommt also immer die gleichen Nasen vor Faust  und Fuß. Am Ende jedes der teilweise sehr langen Levels wartet natürlich einer der sieben garstigen Exes, der weitaus mehr Taktik erfordert. Gefallene Gegner hinterlassen Geld und
Die komplett im liebevollen Pixelstil gehaltene Grafik ist eine Augenweide!
Erfahrungspunkte, wobei besonders letztere wichtig sind - denn alle Kämpfer steigen automatisch im Rang auf, wodurch neue Angriffsmanöver freigeschaltet werden. Hin und wieder wird man auch von einem Gegnerhaufen überwältigt und muss sich diesen per schnellem Knopfdruck wie Neo im zweiten Matrix-Teil explosiv vom Hals schaffen. Falls mal alle Anstrengung vergebens war und die Lebensenergie verbraucht ist, kann man auf die Gnade der Mitspieler hoffen: Die haben nämlich ein paar Sekunden Zeit, den Gefallenen wieder ins Leben zurück zu bringen. Wenn aber alle Leben verbraucht sind, dann bedeutet es das Oldschool-Game Over. Sprich, der Level muss von vorn begonnen werden.

Zwischen den Missionen verkehrt man wie in Super Mario World auf einer fröhlich verpixelten Oberwelt (auf der sogar grüne Röhren verzeichnet sind). Neben der Hauptkampagne warten auch Sondermodi: Zum einen die Bonuslevels, die Mario-Fans mehr als ein Grinsen ins Gesicht zaubern werden. Zum anderen »Boss Rush« und »Survival Horror« - in Ersterem tritt man gegen einen fiesen Ex nach dem anderen an, in Letzterem bekämpft man die Legionen der Untoten mit den Kombos des Untergangs.

  
 

AUSBLICK



Für Pixelfans mit 256-farbigem Blut ist Scott Pilgrim ein Genuss sondergleichen: Der Retro-Look ist der Hammer, der verdächtig laut an der Metal Slug-Meisterklasse kratzt - die Hintergründe sind fabelhaft gezeichnet, die Figuren exzellent animiert. Als ich das Spiel zum ersten Mal sah, stand es sofort auf meiner von MegaMan 9 angeführten »Die guten alten Zeiten - da sind sie wieder!«-Liste. Nachdem wir es hier in der Redaktion eine Weile gespielt haben, hat mich der Boden allerdings wieder: Spielerisch reißt das Teil keine Bäume aus, die Kämpfe sind sehr simpel und gerade mit mehr als zwei Teilnehmern enorm chaotisch, die Levels sind etwas zu lang - und der Koop-Modus,  so vorbildlich ich seine Existenz auch finde, ist in seiner extrem strikten Ausführung unnötig unkomfortabel. Ich bin davon überzeugt, dass Oldschool-Freunde mit der launigen Prügelei viel Freude haben werden, werde aber das Gefühl nicht los, dass hier mehr möglich gewesen wäre.

Ersteindruck: befriedigend


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Kommentare

just_Edu schrieb am
herlich beklopptes game, zum herlich bekloppten film (ganz klar beste film / comic / game umsetzung ever ^^
allein schon die musik.. das erste level, bzw. die boss musik von matthew patel.. könnte ich stundenlang dudeln, hab extra das 1 level 20 x gespielt nur weil die mukke so geil is.. allerdings krieg ich den boss mittlerweile perfekt in unter 1 min kaputt.. (darum soviele durchgänge, =)
Firon schrieb am
Ich hab das Spiel nun 3x durch und von mir würde es einen klaren Gold-Award bekommen. Wenn man auf den Stil des Spieles steht, machts echt eine Menge Spaß. Es ist zwar leider recht kurz, aber dafür ist die Motivation es öfters durchzuspielen enorm. Ich freu mich auf den 4. und 5. Durchgang :)
piotrmike schrieb am
ohman was fuer ein scheiss.... wieso macht man kein neues FIGHTING FORCE mit moderner grafik und coop modus ... das waer mal wieder was ... hat damals sowas von spass gemacht!
LucaBlight schrieb am
erinnert mich an river city ransom...
crewmate schrieb am
steamx hat geschrieben:Es muss endlich mal gesagt werden, dass die Grafiken unter anderem von Paul Robertson erstellt worden sind. Bekannt durch Filme wie Pirate Baby und Kings of Power 4 Billion %.
Man sollte bei King of Power warnen, das es Epilepsie auslösen kann,
wenn auch nur entfernt die Veranlagung dazu besteht. Visueller Overkill.
schrieb am

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