Where the Water Tastes Like Wine - gc-Vorschau, Adventure, Mac, PC - 4Players.de

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Where the Water Tastes Like Wine (Adventure) von Dim Bulb Games
Geschichten und Mythen
Adventure
Entwickler: Dim Bulb Games
Publisher: Dim Bulb Games
Release:
2018
2018
Spielinfo Bilder Videos
Da ist es: mein Messehighlight. Ein Spiel, das aus der Masse heraus ragt, weil es mich neugierig gemacht hat. Ein Spiel, das vielleicht, vielleicht aber auch nicht eine große Geschichte erzählt – das aber vor allem deshalb mein Interesse geweckt hat, weil es darüber zu denken gibt, wie die Geschichten des Alltags eigentlich erzählt werden. Oder mit anderen Worten: Where the Water Tastes Like Wine.

Wettschulden und der Mann in Grau

Es beginnt mit dem Verlust einer hoch dotierte Pokerrunde, gezeichnet in starken, leicht animierten Bildern, gesprochen von einer tiefen, fesselnden Stimme. Man verzockt sich und „der Mann in Grau“ zeigt sein wie ein Wolf behaartes Gesicht. Die versprochenen Wettschulden will er durch eine Geschichte eingelöst haben – doch die richtige kennt man nicht. Also zieht man durch die Vereinigten Staaten von  Amerika, um Geschichten zu hören und selbst zu erleben.

16 Erinnerungen an die Zeit der Großen Depression und eine Prise volkstümlicher Mythen: Das ist Where the Water Tastes Like Wine. 16 Autoren haben diese Geschichten unabhängig voneinander verfasst und man wird sie in beliebiger Reihenfolge erfahren – von Charakteren, die immer nur einen Teil davon erzählen. Und auch nur, wenn man ihnen im Gegenzug ebenfalls eine Geschichte erzählt. Das kann eine der 15 anderen sein oder eine der vielen weiteren, von neun ganz anderen Autoren geschriebene.
Trotz eines guten Blatts macht man Spielschulden bei dem "Mann in Grau" - eine Geschichte will er daraufhin hören.
Trotz eines guten Blatts macht man Spielschulden bei dem "Mann in Grau" - eine Geschichte will er daraufhin hören, die man ihm zunächst aber nicht erzählen kann.

Also wandert man zum schwungvollen Rock der 30er-Jahre ganz langsam über eine Landkarte der USA, um an markierten Punkten eine Geschichte zu hören oder zu erleben. Ich habe einer Familie etwa eine Violine abgekauft, weil sie das Geld brauchte. Beim Wegfahren lachten sie mich dann warnend aus, dass die Geige einer Person gehöre, deren Namen ich nie gehört hatte. Und das war mir so ungeheuer, dass ich das Instrument lieber wegwarf, anstatt es zu behalten. Multiple-Choice-Menüs ergänzen mitunter die sonst nicht interaktiven Ereignisse.

Stille Post

An anderer Stelle habe ich eine Mahlzeit aus einem frischen Topf gegessen und mich schlafen gelegt, bevor ein hageres Tier in der Tür stand und eine unheimliche Nacht einleitete. Oder war das nur ein Traum? Hätte ich mich doch auf die andere Seite drehen anstatt dem Wesen zuwenden sollen? Fantastische Elemente verleihen manchen der Erzählungen eine übernatürliche Dimension. Aber immer so, dass man das Fantastische glauben kann oder auch nicht.
Welche Geschichte man wem erzählt, entscheidet man selbst.
Welche Geschichte man wem erzählt, entscheidet man selbst.


Interessanterweise wollen die über die gesamte Karte verstreuten 16 zentralen Charaktere nicht irgendwelche Geschichten hören, sondern haben ganz besondere Vorlieben: Die eine ist vielleicht an etwas Gruseligem interessiert, der andere an etwas Lustigem. Also kramt man in der Liste allen bisher Erlebten oder Gehörten und muss erneut losziehen, sollte sich das Richtige nicht darunter befinden. Ein Kapitel der anderen 15 Hauptfiguren akzeptieren sie allerdings immer als „Lösung“ - nur betont das Alter Ego dann die Spannung oder den Witz eben etwas deutlicher.

Und Geschichten wandern. Eine zu Beginn der Reise gehörte Erzählung hört man später deshalb vielleicht noch einmal – aber in leicht veränderter Form. Das kann sogar das selbst Erlebte betreffen, worauf ich tatsächlich am meisten gespannt bin. Wie klingt das, was man selbst am besten erzählen könnte, wenn es jemand wiedergibt, zu dem es über tausend Münder und Ohren gelangt ist?
 

AUSBLICK



Dass der Programmierer von Gone Home sein eigenes Spiel entwickelt, hat mich auf Where the Water Tastes Like Wine aufmerksam gemacht – angenehm überrascht bin ich davon, dass Johnnemann Nordhagen ein so besonderes Spiel vorgestellt hat. Wer den Gedanken nicht ertragen kann, langsam über eine große Karte zu wandern, wird hier natürlich nicht glücklich. Wer ein Interesse an gut geschriebenen und vor allem vorgetragenen Geschichten hat, sollte dieses Erzählspiel aber im Blick behalten. Denn es wird nicht nur erzählen, sondern auch davon handeln, wie Umstände und Zeit Geschichten verändern. Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, noch mehr faszinierende Kurzgeschichten der 25 Autoren kennenzulernen, die von fiktiven Begebenheiten einer fast 100-jährigen Vergangenheit erzählen und sie in den Mythen der amerikanischen Folklore einrahmen!

Einschätzung: gut

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