Double Kick Heroes - Vorschau, Geschicklichkeit - 4Players.de

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Double Kick Heroes (Geschicklichkeit) von Headbang Club
Mit dem Gundillac durch die Apocalypse
Musikspiel
Entwickler: Headbang Club
Publisher: Headbang Club
Release:
11.04.2018
Spielinfo Bilder Videos
Zwar scheinen die klassischen Musikspiele à la Rock Band und Guitar Hero ihren Zenit schon lange hinter sich gelassen zu haben. Doch dank VR und der Independent-Szene brauchen sich Anhänger von rhythmischen Herausforderungen nicht über interessanten Nachschub beklagen. In diese Kerbe möchte auch Double Kick Heroes schlagen. Für die Vorschau haben wir uns den musikalischen Heavy-Metal-Shooter angeschaut.

Metal-Apocalpyse

KickBeat oder Terrorhyhthm verbinden Musikspiel mit Beat-em-up. Crypt of the NecroDancer lässt einen im Rhythmus durch Dungeons streifen und Monster bekämpfen. Man kann musikalische Rennspiele und Arcade-Shooter erleben und einiges mehr. Wenn es darum geht, Songs auch abseits der konventionellen Musikspiele à la Guitar Hero oder Rock Band einzusetzen, sind die Indie-Teams ganz vorne mit dabei. Double Kick Heroes möchte sich in diese Riege einreihen und inszeniert um eine Metal-Band herum eine Mischung aus Zombie-Apocalypse und Roadmovie mit massiver ballistischer Action. Das Quintett ist in einem umgebauten Cadillac (dem so genannten "Gundillac") unterwegs, dessen nach hinten ausgerichtete Waffenrohre über die Macht der Musik angetrieben werden. Genauer gesagt von den Drumbeats, die in einem umfangreichen sowie meist brachialen Schwermetall-Soundtrack den Takt vorgeben. Man kann den verursachten Schaden massiv erhöhen, wenn man möglichst fehlerfrei spielt und eine Kombokette aufbaut. Das sind die einfachen Grundregeln von Double Kick Heroes, das sich seit ein paar Tagen im Early Access auf Steam befindet.

Man trifft mit seinem "Gundillac" nicht nur auf allerlei menschliche Untote, sondern z.B. auch auf höchst aggresives Federvieh.
Man trifft mit seinem "Gundillac" nicht nur auf allerlei menschliche Untote, sondern z.B. auch auf höchst aggresives Federvieh.
Im Laufe der Reise kommen dann noch ein paar Anforderungen hinzu wie z.B. die Pflicht, den Wagen auf der Straße nach oben oder unten zu lenken, damit man vor allem bei Bossen eine bessere Schussposition einnimmt. Auch, um ihren mächtigen Angriffen auszuweichen, ist ein Schlenker auf der schnurgeraden Straße ein probates Mittel. Zusätzlich kann man auch Spezialfähigkeiten aufladen, die ganze Gruppen der kontinuierlich auf einen zustürmenden sowie nach den knappen Lebenspunkten trachtenden Feinden dezimieren. So fährt man von der Westküste der USA Richtung Ostküste, macht an einigen Orten Station, um mit anderen Überlebenden zu palavern oder neue Aufträge zu bekommen. Dabei wird man feststellen, dass der mittlere von fünf Schwierigkeitsgraden bereits sowohl die Steuerung per Tastatur als auch die per Pad an die Grenzen führt, da man hier bei schnellen Trommelwirbeln meist das Nachsehen hat und seine dringend nötige Schadenskombo einbüßt.

Peripherie rockt

In den Zwischensequenzen und an Stationen kommt die 16-Bit-Kulisse besser zur Geltung.
In den Zwischensequenzen und an Stationen kommt die 16-Bit-Kulisse besser zur Geltung.
Mit dem Anschluss von älteren Rock-Band- oder Guitar-Hero-Controllern geht es etwas leichter, wobei derzeit nur kabelgebundene Hardware akkurat zu funktionieren scheint. Die aktuellen Wireless-Instrumente von Rock Band 4 oder Rivals werden nicht erkannt. Falls man die Schuld bei einer gewissen Latenz sucht, kann man im Optionsmenü auf einer Schiebeleiste die Soundausgabe optimieren – eine Option der „automatischen“ Kalibrierung, bei der man ähnlich wie bei Crypt of the NecroDancer über die Tasteneingaben vom Programm die Latenz messen lässt, gibt es hier nicht. Wenn man also an dem auf Standard bei null liegenden Wert herumdoktert, muss man immer wieder die Probe aufs Exempel machen. Doch egal, mit welcher Hardware man spielt, dürfte Double Kick Heroes bei Musikspielfans sehr schnell seinen Charme entfachen – umso mehr, wenn man mit verzerrten Gitarren keine Probleme hat.

Mit dem Editor darf man eigene Abschnitte erstellen und mit inportierten Tracks versehen. Die nötige Feinarbeit ist gegenwärtig allerdings noch recht aufwändig.
Mit dem Editor darf man eigene Abschnitte erstellen und mit inportierten Tracks versehen. Die nötige Feinarbeit ist gegenwärtig allerdings noch recht aufwändig.
Zusätzlich darf man sich noch an einer passabel erzählten sowie mit ab und an durchaus witzigen Dialogen versehenen Geschichte erfreuen. Hier trifft man auch gelegentlich auf bedingt durch Lizenzprobleme mit Fantasie-Namen versehene, aber deutlich erkennbare Pixelversionen von Stars wie Marilyn Manson oder Danny Trejo, die die Story vorantreiben. Und natürlich zitiert man sowohl Horrorfilme im Allgemeinen als auch Streifen von Quentin Tarantino bzw. Robert Rodriguez im Besonderen. Dass man visuell an einem 16-Bit-Retrodesign festhält, will mir allerdings noch nicht komplett gefallen. Während die Zwischensequenzen in diesem Stil durchaus sympathisch sind, zeigt die zwar saubere, aber eher unspektakuläre Darstellung der Action noch Luft nach oben. Andererseits fällt einem dies eher als Zuschauer auf, da man als aktiver Spieler viel zu sehr damit beschäftigt ist, die Konzentration auf die teils sehr flott von rechts nach links laufenden Noten aufrecht zu erhalten. Dass man in einem derzeit noch nicht ganz einfach zu bedienenden Editor, bei dem auch noch keine Takt- bzw. Geschwindigkeitserkennung integriert ist, eigene Abschnitte erstellen und sogar eigene Musiken einbinden darf, könnte die Langlebigkeit von Double Kick Heroes nach der finalen Veröffentlichung noch steigern.
 

AUSBLICK



Die kreativen Impulse bei Rhythmus-Spielen gehen schon lange nicht mehr von den einstmals Großen der Zunft aus. Es sind die kleinen unabhängigen Studios, die mit ihrer erfrischenden Vermengung von Melodien und damit eigentlich eher nicht assoziierten Genres wie Prügler oder Dungeon-Crawler für Überraschungen sorgen. Und eine solche dürfte auch Headbang Club mit Double Kick Heroes gelingen. Die 16-Bit-Retrokulisse kann mich zwar bislang nur in den Zwischensequenzen überzeugen, doch mechanisch ist die von brachialen Gitarren unterlegte Ballerei interessant. Mit Pad bzw. dem Hämmern im Takt auf der Tastatur wird man gegenwärtig zwar bereits auf dem mittleren von fünf Schwierigkeitsgraden an seine Grenzen geführt. Doch dafür darf man auch alte Musikspielhardware anschließen – wobei derzeit nur kabelgebundene Instrumente erkannt werden. Dennoch ist Double Kick Heroes ein weiterer Beweis dafür, dass man Rhythmusspiele noch lange nicht abschreiben muss. Wenn Headbang Club die Balance in den Griff bekommt und schließlich auch kabellose Hardware unterstützt, ist die Heavy-Metal-Action ein Titel, den man im Auge behalten sollte.  

Einschätzung:
gut


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Kommentare

Pix-L schrieb am
Ich persoenlich kann die gute Einschaetzung zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachvollziehen. Defintiv ist der Soundtrack ein Highlight und die Pixelart kann hier und da auch punkten, aber einerseits finde ich die Levels, in denen man das Auto auf der Spur nach oben und unten Steuern kann extrem unkomfortabel, da zumindest ich mich nur entweder auf die Straße, oder auf das Gitarrenbrett konzentrieren kann, andererseits habe ich hin und wieder das Gefuehl, dass der erforderliche Beat unten out of sync zur Musik ist.
Und yop, ich kann bestaetigen, dass man mit dem Controller hin und wieder an die Grenzen des moeglichen stoeßt. Nicht nur, wenn es um richtig schnelle Drumfolgen geht, sondern auch, wenn man mit nur ganz kurzen Delay, schnell zw. A, X und A, B Combos wechseln muss.
Zu guter Letzt: Die Storyeinspieler sind nett gemacht und die Popkulturanspielungen sind nett, aber mir fehlt die Harmonie zwischen den teilweise sehr vielen Dialogen und den schwaechelnden Gameplay auf der Straße.
Mal schauen, wohin sich das Spiel noch entwickelt. Potential moechte ich auf keinen Fall abstreiten.
Just my two cents
schrieb am

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