Es ist Krieg!
Krieg - das Wort bezeichnet nicht immer einen mit Waffen ausgetragener Konflikt. Krieg ist auch der Name eines der vier apokalyptischen Reiter. Im biblischen Sinne besitzen die namenlosen Reiter zwar keine Namen - der Einfachheit halber bennent THQ sie aber nach der Macht, die sie repräsentieren. Den Reitern für Gerechtigkeit und Krankheit spielen in Darksiders dabei keine Rolle, Tod kommt immerhin am Rande vor. Ihr hingegen übernehmt die Rolle des zweiten Reiters, Krieg, und der trägt eine schwere Last auf seinen Schultern.
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| Armer Krieg: Nicht nur, dass die Apokalypse vorzeitig losgetreten wurde - die Hölle hat den Kampf auch noch gewonnen! |
So ganz hilflos steht der verballhornte Vorbote trotz seiner Denunzierung aber natürlich nicht da: Während er mit der einen Hand die Köpfe des untoten Fußvolks zerquetscht, legt er sich jedenfalls gleich vom Start weg auch mit drei Mann hohen Zwischengegnern an.
Hat da jemand "Kratos" gesagt?
In der Tat erinnert vieles an den "God of War", weil das mit "Wrath of War" untertitelte Darksiders auf ähnliche Art und Weise visuelle Wucht mit spielerischer Intensität kombinieren will. Denn so sehr die Entwickler auch betonen, dass ihr Krieg aus einem ganz anderen Holz geschnitzt ist, so zitieren sie doch etliche Versatzstücke, die aus dem Gott des Krieges eine moderne Ikone machten. Nicht nur, dass der Reiter spätestens seit dem höllischen Aufstand einen acht Stirnfalten tiefen Groll hegt; er bekommt es auch mit ähnlich großen Kreaturen zu tun und kämpft ähnlich wie sein mythischer Kollege. Im Gegensatz zum real wirkenden Sony-Recken trägt die biblische Figur allerdings die Züge eines Comic-Kriegers. Kein Wunder: Joe Madureira, der einst für Marvel super Helden gezeichnet hatte, spielt bei der Entwicklung des Spiels eine tragende Rolle. Und nicht nur das schlecht gelaunte Alter Ego - die gesamten Kulissen tragen die Handschrift des Künstlers. Als THQ die ersten bewegten Bilder vorführte, hatte mir Darksiders noch ein "nett" entlockt. Als wir schließlich erstmals selbst Hand anlegen durften, konnte ich mich an den staubigen Ruinen der zerfallenen Großstadt schließlich gar nicht satt sehen. Die Bildrate müssen die
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| Krieg kämpft zwar nicht so taktisch wie Kratos, die Action ist aber ähnlich brachial. |
Reihe gegen Kombo
Wo Kratos seine Angriffstechniken jedoch gerne kombiniert und brutale Finisher mit Reaktionsspielen einleitet, reicht dem apokalyptischen Reiter meist eine Angriffs- sowie die "Kampf mit imposanten Manöver beenden"-Taste. Schade, denn gerade das Gelingen einer schnellen Tastenkombination sorgt bei mir erst für ein Erfolgserlebnis. Da es für jeden Gegner offenbar nur einen Finisher gibt, wird man zudem schnell von den eindrucksvollen Hinrichtungen satt. Trotzdem sieht es auch beim x-ten Mal noch cool aus, wenn Krieg z.B. an einen fliegenden Greifer springt, um ihm das Schwert von unten in Richtung Kopf zu schieben.
Unerwartet altmodisch wirkt hingegen das monotone Hämmern auf die Angriffstaste: Freunde gelungener Kombos gehen bei Darksiders wohl leer aus. Die martialische Action hinterlässt deshalb einen zwar packenden Eindruck - wegen der fehlenden Entscheidungsfreiheit beim aktiven Eingreifen betrachtet man das Geschehen aber nur aus einer gewissen emotionalen Distanz.



