A Hat in Time - Test, Geschicklichkeit, PC - 4Players.de

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A Hat in Time (Geschicklichkeit) von Humble Bundle
Konkurrenz für Mario?
Jump&Run
Entwickler: Gears for Breakfast
Publisher: Humble Bundle
Release:
05.10.2017
06.12.2017
06.12.2017
Spielinfo Bilder Videos

Im Kielwasser von Mario und Yooka-Laylee tauchen noch weitere Projekte auf, die das Genre der 3D-Plattformer wiederbeleben wollen. A Hat in Time startete sogar schon im Jahr 2013 mit einer Kickstarter-Kampagne. Ähnlich wie bei Nintendos Spiel dreht sich auch dieser Titel um Hüte mit besonderen Fähigkeiten und eine Reise durch eine bunte, offene Welt. Eine gelungene Alternative für PC-Spieler?



Was du nicht sagst…

Wie bringt man das Blut eines Jump-n-Run-Spielers am effektivsten zum Kochen? Falls es je eine Top-10 zu diesem Thema geben sollte, dürfte ein kleines sarkastisches Zitat aus der Gruselwelt von A Hat in Time ganz weit oben auf der Liste stehen: „Es wäre sicher ziemlich schmerzhaft, aus solch einer Höhe zu stürzen“, gibt mir ein selbstgefällig im Baum lungerndes Männchen mit auf dem Weg. Und zwar nachdem ich bereits zehnmal durch schlecht platzierte Äste gerutscht bin und die unberechenbare automatische Kamera schon mehrere Abflüge provoziert hat. Und auch diesmal - kurz vor der Baumkrone – glitsche ich wieder durch zwei unpassend aneinander gepfropfte Pilzplattformen gen Boden.

Triste Aussichten...
Triste Aussichten...
Tja, selbst schuld. Warum habe ich auch ausgerechnet dieses Jump-n-Run für einen Test-Artikel ausgesucht? Vermutlich, weil es auf den ersten Blick sofort meine Ader für kunterbunte, offene 3D-Abenteuer getroffen hat. Ich schlüpfe in die Rolle des Mädchens "Hat Kid", das durch die Zeit reist und nach einem Überfall auf die Treibstoffreserven auf einem fremden Planeten strandet. Um möglichst viel erkunden zu können, näht sie verschiedene Hüte, die ihr spezielle Fähigkeiten verleihen. Fünf Welten können besucht werden, zwei weitere und ein Koop-Modus (Split-Screen und Online) sollen als Downloadinhalt folgen. Entwickler „Gears for Breakfast“ bezeichnet sein via Kickstarter angeschobenes Spiel als Hommage an Klassiker wie Banjo-Kazooie oder Psychonauts.

Knuffig aber erstaunlich eckig

Auf den ersten Blick kann das putzige Art-Design durchaus überzeugen, doch wenn man durch Levels wie einen kargen Gruselwald oder die von Mafiosi beherrschte Stadt streift, wird schnell klar, dass die Technik deutlich hinter der Konkurrenz liegt: Der Rasen besteht oft nur aus platten Flächen mit erstaunlich eckig gemähten Rändern. Auch der schlicht plätschernde Bach wirkt um einiges plumper als die Wasser- und Partikeleffekte in Skylar & Plux oder Yooka-Laylee. Jede Welt besitzt ein sehr eigenwilliges Thema, das man manchmal erst nach einigen Minuten durchschaut: Im erwähnten Finsterwald etwa tappt man in die Falle eines Dämons, der die Heldin z.B. dazu verdonnert, diverse Hol- und Bringedienste zu erledigen, nervige untote Plagegeister am Lagerfeuer in den Suizid zu treiben oder einen Boss aus einem Gemäuer zu vertreiben.

Die Musikbegleitung klingt durchaus passend, all zu viele Ohrwürmer bleiben aber nicht hängen.
Die Musikbegleitung klingt durchaus passend, all zu viele Ohrwürmer bleiben aber nicht hängen.
Die Kämpfe laufen relativ simpel ab, während man z.B. mit dem Regenschirm auf seine Gegner eindrischt. Auch Bosse wie der gigantische, aus Mafiosi zusammengesetzte Ball sind zwar eine lustige Idee, ließen sich aber im ersten Anlauf niederstrecken, ohne dass clevere Tricks nötig waren. Meist ist der Schwierigkeitsgrad für fortgeschrittene Spieler dabei deutlich zu niedrig angesetzt. Hat man erst einmal verstanden, dass z.B. Gemälde gesammelt und zu den Plagegeistern gebracht werden müssen, sorgen meist nur noch die haklige Steuerung oder Kameraprobleme für eine Herausforderung. Deaktiviert die automatische Kamera am besten schon zu Beginn komplett und erhöht die Geschwindigkeit der manuellen Variante! Immerhin im Bereich der Konfigurationsmöglichkeiten zeigt sich Gears for Breakfast vorbildlich. In den Optionen lässt sich sehr viel nach einigen Vorlieben einstellen - vom Sichtfeld über viele Steuerungs- Grafik- und Speedrun-Optionen bis hin zum aktiven Monitor.

Strick dir eine!

In Hat Kids Raumschiff schaltet man nach und nach mit der Energie der magischen Stundengläser (welche auch einen Einfluss auf den Verlauf der Zeit zu nehmen scheinen) den Zugang zu neuen Welten frei. Darunter befindet sich z.B. ein Krimi-Zug, in dem man Hinweise für einen Mord aufspüren soll – was zunächst gar nicht so offensichtlich ist. Ein Druck auf den linken Trigger weist den Spieler aber oft auf das nächste Ziel hin. Auch der Humor ging meist komplett an mir vorbei: Anspielungen auf Datensammelwut oder dämliche Captcha-Anfragen können durchaus lustig sein, hier fehlt ihnen aber das passende Timing. Stattdessen fragt man sich eher, was die seltsamen schattenhaften Express-Eulen darstellen sollen, die den Spieler pausenlos ausfragen.

In größerer Entfernung gibt es einen erstaunlich starken Unschärfefilter, der an Super Mario Sunshine erinnert.
In größerer Entfernung gibt es einen erstaunlich starken Unschärfefilter, der an Super Mario Sunshine erinnert.
Auch das Overacting der schnauzbärtigen Gegenspielerin wirkt nicht besonders gelungen: Als sich die Heldin nicht dazu überreden lässt, die Stundengläser zu ihren angeblich altruistischen Zwecken einzusetzen, entscheidet sich das „Mustache Girl“ zu ihrer Rolle als Kontrahentin. Hat man genug in den Levels verstreute Wollknäuel zusammengeklaubt, strickt Hat Kid sich im wahrsten Sinne des Wortes neue Mützen, die sich danach u.a. mit dem Steuerkreuz umschalten lassen. Sie verschaffen ihr genretypische Extras wie einen Bodenstampfer oder schleuderbare Bomben zum Sprengen von Level-Barrieren. Eine Sprintmütze wiederum macht sie flinker. Mit Hilfe von Buttons lassen sich die Kopfbedeckungen aufrüsten, so dass man z.B. auf einem Moped flotter unterwegs ist, Sammelobjekte anzieht oder hohe Stürze mit einem Fallschirm abfängt.

 

Kommentare

Cytasis schrieb am
Bitte steinigt diesen Redakteur..
Ultimatix schrieb am
4P_1470311398_737D8 hat geschrieben: ?
20.09.2018 17:11
Ich finde es ja gut dass ihr eingesteht dass eure Tests subjektiv sind, aber welchen Wert haben Tests die vollkommen an der Realität vorbei gehen? Vielleicht sollte ein anderer Redakteur mal nachtesten, Fehler passieren, aber Fehler auch einzugestehen wäre ein guter Schritt. Bin jedenfalls ordentlich sauer dass ich das Spiel wegen diesem bescheuerten Test fast verpasst hätte!
Wäre auch dafür am Ende des Fazits noch ein kleines Kästchen dran zu hängen mit einer 2. Meinung eines anderen 4players Redakteuren. Oder haben die alle die selbe Meinung zum Spiel? Ich glaube nicht. Kann ja nicht angehen das ein Redakteur quasi für das gesamte 4players spricht.
4P_1470311398_737D8 schrieb am
Hatte den Test damals gelesen als er raus kam und mir gedacht das Spiel kannste erstmal auslassen. Dann gerade im Gog-Sale zugeschlagen (die Bewertungen waren nämlich durchweg positiv) und bin total begeistert von dem Spiel. Fand das Spiel auch um einiges besser als Yooka-Laylee. Liegt für mich nahe bei Banjo-Tooie. Ich weiß nicht was den Redakteur hier geritten hat, aber die Wertung hat das Spiel bei weitem nicht verdient.
Ich finde es ja gut dass ihr eingesteht dass eure Tests subjektiv sind, aber welchen Wert haben Tests die vollkommen an der Realität vorbei gehen? Vielleicht sollte ein anderer Redakteur mal nachtesten, Fehler passieren, aber Fehler auch einzugestehen wäre ein guter Schritt. Bin jedenfalls ordentlich sauer dass ich das Spiel wegen diesem bescheuerten Test fast verpasst hätte!
Chibiterasu schrieb am
Die Level schauen leider einfach irgendwie immer sehr überladen und teilweise glitchy aus.
Ich werde das Spiel aber sicher irgendwann einmal testen.
schrieb am