Battle Brothers - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Battle Brothers (Strategie) von Overhype Studios
Söldner ohne Perspektive
Runden-Strategie
Entwickler: Overhype Studios
Publisher: -
Release:
24.03.2017
Spielinfo Bilder Videos
Lust auf knallharte Rundentaktik in einem mittelalterlichen Fantasysandkasten? Dann dürfte Battle Brothers neugierig machen, das am 24. März für knapp 28 Euro auf Steam veröffentlicht wurde. Die Hamburger Overhype Studios lassen euch in die Rolle eines Söldneranführers schlüpfen, der mit seinen Gefährten jeden Tag ums Überleben in einer gnadenlosen Welt voller Banditen, Monster und vor allem Nachladeterror kämpfen muss. Mehr dazu im Test.


Mittelalterliche Totschlagorgie

Ich bin ein sehr geduldiger Spieler. Deshalb habe ich meine Kampagne mit den "Rabenbrüdern" in den letzten Tagen stoisch immer neu geladen, wenn meine Söldner mal wieder totgeschlagen wurden. Ich konnte einfach nicht aufhören, noch einen Versuch zu starten. Es folgten jede Sitzung dutzende Gefechte, die ich bis tief in die Nacht wiederholt habe. Denn irgendwann, so sagte ich mir, erreicht man wie bei dem ähnlich gnadenlosen Darkest Dungeon oder Rundentaktik à la XCOM 2 trotz der personellen Verluste zumindest diese Ebene der stabilen Planung, die einen für das permanente Risiko mit neuen strategischen Möglichkeiten entschädigt. Eine Ebene, auf der der Tod des einen oder anderen Gefährten nicht gleich die ganze Kampagne killt.

In einer Siedlung kann man handeln, Gerüchte oder Aufträge aufschnappen.
In einer Siedlung kann man u.a. handeln, Gerüchte oder Aufträge aufschnappen.
Aber Battle Brothers kann zu einer Totschlagorgie mutieren. Ohne die ruhige Basis eines Hauptquartiers reist man ähnlich wie in The Banner Saga in ständiger Lebensgefahr durch das Land, während Vorräte und Männer schwinden. Auf Dauer vermisst man hier allerdings eine epische Story, spielerische Abwechslung und vor allem die Balance sowie nötige Entwicklung. Und ich spreche hier vom zweiten der vier Schwierigkeitsgrade, auf dem bereits der ewige Nachladeterror wüten kann. Nicht nur, weil vielleicht frühzeitig ein oder zwei wichtige Veteranen fallen, sondern auch, weil man zufällig keine wertige Beute oder lohnende Aufträge bekommt, die wiederum für die Bezahlung sowie den Unterhalt der Truppe zwingend notwendig sind. Wenn man Pech hat, wird eine Kampagne schon in den ersten Stunden auch zur finanziellen Sackgasse. Das Söldnerleben ist hier kein unsicheres, sondern ein nahezu selbstmörderisches.

Kein Tutorial, kein Deutsch

 

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Auf die Plätze, fertig, tot: Schon kleine Fehler in der Positionierung oder Waffenwahl wirken sich gnadenlos aus. Auch Veteranen sterben auf einen Schlag.
Nicht falsch verstehen: Genau das gehört auch dazu, denn es geht hier nicht um heroische Fantasy mit der Prinzessin und dem Schatz am Ende. Der tägliche Kampf ums Überleben darf gerne inszeniert werden. Er ist auch gar nicht das Problem und ich mag gnadenlose Konzepte - aber man muss das Gefühl haben, dass man schrittweise an den Aufgaben wächst und dass sich daraus Perspektiven ergeben. Apropos: Die ersten Schritte werden einem nicht über ein Tutorial innerhalb der Kampagne beigebracht; man wird dafür aus dem Menü heraus auf Youtube geleitet, wo man sich drei Videos anschauen soll - das ist angesichts dieses kniffligen Spieles denkbar pump. Zumal es hier so viele wichtige Details gibt, die man einfach kennen muss, um überhaupt eine Chance zu haben, die ersten vier Stunden zu überleben.

Und warum verzichtet gerade ein Hamburger Studio auf deutsche Texte? Dass man das Englische favorisiert, ist ja aufgrund der internationalen Reichweite verständlich und voll in Ordnung. Aber angesichts des dünnen Drehbuchs, vieler teutonisch klingender Namen und Orte wie Dietmar, Arnulf, Krauchdorf oder Auenwacht sowie der heimischen Fans im Bereich der Rundentaktik hätte man doch ein patriotisches Wochenende in die Übersetzung investieren können. Ich mag dieses Spiel trotzdem...

 

Kommentare

Steffensteffen schrieb am
Kann dem Tester größtenteils zustimmen. Das Grundgerüst um Kampf und Charakterentwicklung ist wirklich sehr interessant und das artdesign weiß auch zu gefallen, aber es fehlt deutlich an Inhalten und Abwechslung. Man stelle sich vor, es gäbe größere Städte mit mehr Interaktionsmöglichkeiten und Questlines, mehr Waffen- und Rüstungsarten und echte Fraktionen alá Mount & Blade, mit denen man sich verbünden oder es sich verscherzen kann...
Dann wären da noch Charaktere, die sich deutlicher unterscheiden und einzigartige Eigenschaften besitzen sollten.
Wenn man in das Konzept ein bisschen mehr Schmalz investiert, könnte da ein echter Kracher draus werden.
Jondoan schrieb am
Thjan hat geschrieben: ?
11.04.2017 10:36

Lustig, ich finde diese Figuren eigentlich sehr passend. Hat etwas von einem Brettspiel.
Jo, das war wohl der Gedanke dahinter. Bin Brettspielen jetzt nicht so abgeneigt, aber irgendwie gefällt mir halt dieser halb realistische, halb brettspielmäßige Look nicht. Hat was bizarres, surreales :ugly:
Marobod schrieb am
Hm 65 ist noch geschmeichelt als Wertung. ine eigene Burg oder einen anderen Rueckzugsort fuer die Truppe ahette es schon geben duerfen, wenn man schon auf Mittelalterlich machen will, die wenigsten Soeldnertruppen waren staendig nur auf Achse, gut si wurden tatsaechlich immer schlecht bezahlt , aber das Looting in dem Spiel ist , ein wenig zu mau.
Der Artstyle hat mich noch mehr abgeschreckt, , habs angetestet,dachte ich koennte darueber hinwegsehen nach einer Weile, aber irgendwie nicht .. (ging an Steam zurueck)
Nummer2 schrieb am
rDy2Die hat geschrieben: ?
11.04.2017 08:00
Für sowas wird Geld verlangt? Es gibt RPG-Maker Spiele für lau die mehr Qualität bieten als dieser Schund.
Unglaublich
Hast du das Spiel überhaupt gespielt oder bewertest du nach Screenshots? Das einzig unglaubliche hier ist deine Aussage. Das du zur "Geiz ist geil" Generation gehörst war zu erwarten. Die Entwickler müssen tatsächlich auch über den Monat kommen.
Ich finde tatsächlich auch, dass man es für ca. 20 Euro verkaufen sollte wie es im Early Access war aber darüber habe ich nicht zu entscheiden.
Sothi schrieb am
Mir gefällt der Titel ziemlich gut, weil der Taktikteil sehr launig ist und der Rest mich sehr an Mount&Blade erinnert. Leider hat Jörg allerdings recht: Es fehlt beim Oberwelt-Teil der Tiefgang. Ich mache bislang mehr oder weniger auch immer nur die gleichen Aufgaben. Hoffe aber trotzdem, dass da noch mehr folgt.
Wer Battle Brothers in bewegten Bildern sehe möchte, ich habe dazu ein Angetestet-Video und eine Lets Play-Reihe produziert:
https://youtu.be/NqJa3Fm-RWU
https://www.youtube.com/watch?v=S_RUHNv_0I0
Außerdem planen wir für den Spielwiese Podcast #31 (http://podcast.sothi.de) das Thema Battle Brothers aufzugreifen, unter anderem habe ich dabei vor, einen der Entwickler in ein Interview zu verstricken -- bin gespannt, ob mir das gelingt ;)
Grüße,
Sothi
schrieb am

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