Endless Space 2 - Test, Strategie, PC - 4Players.de

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Endless Space 2 (Strategie) von SEGA
4X als Space Opera
Runden-Strategie
Entwickler: Amplitude Studios
Publisher: SEGA
Release:
18.05.2016
Spielinfo Bilder Videos
Vor fünf Jahren präsentierten die Amplitude Studios mit Endless Space zwar gute, aber weitgehend sterile Rundenstrategie. Nachdem die Neuauflage von Master of Orion eher ernüchterte, beherrschen weiterhin Stellaris und vor allem Galactic Civilizations 3 den Weltraum. Gelingt es den Franzosen im zweiten Anlauf, eine ebenso komplexe wie lebendige 4X-Strategie zu inszenieren? Nicht nur das, denn sie ziehen auch an der Konkurrenz vorbei.


Galaktisches Grübeln

Es ist kurz vor Mitternacht, der Bildschirm flimmert und ich lehne mich seufzend zurück. Was soll ich bloß als Nächstes machen? Der Mauszeiger schwebt scheinbar ziellos über diesen hellblauenTechnologie-Ozean, der von vier breit gefächerten Strömen namens Entwicklung, Militär, Wirtschaft und Wissenschaft gespeist wird. Er verharrt mal über dem "Verbesserten Positronstrahl", dann über "Perfekte Verhandlungen" für Allianzen und schließlich bei der "Absorption von Gammastrahlen". So geht das noch minutenlang, ohne eine Entscheidung. Ich bin einfach hin und her gerissen, denn ich könnte alles auf einmal gebrauchen. Mein Grübeln passt sich so langsam den galaktischen Ausmaßen dieses wunderbaren Spiels an. Hier macht auch das Nachdenken richtig Spaß. Es gibt neben der Auslöschung aller Fraktionen fünf weitere Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen: Über die reine Punktzahl, das Errichten spezieller Wunder, das Anhäufen von Dust, die Kontrolle der meisten Sternensysteme oder die wissenschaftliche Dominanz.

 

Der Technologie-Ozean mit seinen vier erforschbaren Strömen Militär, Wissenschaft, Wirtschaft und
Der Technologie-Ozean mit seinen vier erforschbaren Strömen Militär, Wissenschaft, Wirtschaft und Entwicklung.
Eigentlich habe ich keine Zeit für militärische Forschung, aber die Bedrohung an meinen Flanken wird einfach zu groß und meine Flotte ist mit ihren veralteten Waffensystemen und kleinen Jagdstaffeln nicht wehrhaft genug - mir fehlen z.B. die mächtigen Träger der Prim-Klasse, die ich zu modifizierten Festungen ausbauen kann. Ganz zu schweigen von der planetaren Defensive, denn ich habe bisher weder in Flieger noch Panzer investiert und könnte einer Invasion nicht lange Paroli bieten. Aber jedes Schiff kostet natürlich Dust, diesen allmächtigen goldenen Währungsstaub. Wenn ich eine starke Waffe wie den Positronstrahl installieren will, brauche ich aber zusätzlich zwingend Antimaterie. Diesen wertvollen strategischen Rohstoff kann ich aber noch gar nicht abbauen, also müsste ich ihn in der galaktischen Warenbörse kaufen, die ich wiederum noch nicht erforscht habe. Also doch erstmal den Markt freischalten? Und so schippert der Mauszeiger weiter auf dem Ozean der Möglichkeiten.

Vier Ströme, ein Universum

Schon nach wenigen Zügen wird auch die geostrategische Lage immer wichtiger. Wo will man expandieren?
Schon nach wenigen Zügen wird auch die geostrategische Lage immer wichtiger. Wo will man expandieren? Es bietet sich hier z.B. an, die grauen neutralen Völker zu assimilieren. Oder schickt man seine Siedler noch weiter an die Peripherie? Man könnte auch Allianzen anstreben oder sich für den Krieg rüsten.
Ich kann nur ansatzweise beschreiben, wie gut die vier erforschbaren Ströme ineinander fließen. Ein kleines Beispiel: Der Rumpf eines Raumschiffes wird in der Entwicklung, die Waffe dafür im Militär, der Rohstoff jedoch in der Wirtschaft und die freie Bewegung in der Wissenschaft freigeschaltet - es gibt keinen klaren Königsweg, was wiederum dafür sorgt, dass man selbst innerhalb kleiner Entscheidungen flexibel und dynamisch planen muss. Beim großen Ziel ist es dasselbe: Ich habe mich z.B. mit dem techaffinen Volk der Sophon sehr stark auf den Technologiesieg konzentriert, nur um dann festzustellen, dass ich ihn ohne ein gesundes Maß an Militär, Wirtschaft & Co nicht erreichen kann. Vielleicht brauche ich etwas Abstand, um die richtige Strategie zu finden?

Also raus aus diesem Ozean der internen Forschung, dafür hinaus in die Weite der Galaxie! Kaum zoome ich aus meinem Heimatsystem heraus in den Sternennebel mit seinen bunten Inseln, die die Machtbereiche der anderen Fraktionen symbolisieren, versinke ich schon wieder in Möglichkeiten - nur diesmal ist es ein geostrategisches Puzzle. Denn mein kleines gelbes Imperium wird so langsam von Rot, Blau und Grün umzingelt. Ihre Sternensysteme bilden an meiner oberen, linken sowie unteren Flanke bereits zusammenhängende Gebiete, die ich über die einfache Besiedlung von Planeten nicht mehr durchbrechen könnte - hier müsste ich Krieg führen oder Allianzen schmieden. Also doch nicht den Markt, sondern erst die Verhandlungen freischalten?

Viele Möglichkeiten, viele Konflikte

wde
Auch Helden spielen eine Rolle als Piloten oder Gouverneure.
Nein, es gibt vielleicht eine weitere Möglichkeit: Auf meiner rechten Seite habe ich bereits eine von mehreren neutralen Zivilisationen assimiliert. Und bei den anderen wächst mein Einfluss bereits so stark, dass ich sie hoffentlich auch integrieren kann - ich hatte bei der Zusammenstellung der eiförmigen Galaxie einfach Glück, dass sich so viele kleine Völker auf relativ engem Raum befinden. So könnte mein Imperium ohne weitere Raumschiffe oder Bündnisse erstmal expandieren. Um das zu beschleunigen, werde ich Gesetze der Pazifisten erlassen sowie Kulturgebäude wie das Nationalmuseum errichten, damit ich mehr Einflusspunkte bekomme, die ich wiederum in Propaganda und Werbung für meine Sache investieren kann. Na also, das ist doch ein Plan!

Etwas später spitzt sich die Lage leider zu. Zwar habe ich drei weitere Systeme assimiliert, aber plötzlich gibt es an meiner Peripherie Aufstände und Rebellionen - ich habe mich nicht um die planetare Entwicklung gekümmert, sondern so schnell wie möglich jeden Planeten an der Grenze besiedeln lassen. Außerdem tauchen grüne Ranken auf, die die anderen neutralen Zivilisationen schon umschließen - die Baumwesen breiten sich aus. Das sind zwar theoretisch Pazifisten, aber wenn man sie am Wachstum hindert, können sie böse zurückschlagen. Als wäre das nicht genug, melden sich an meiner linken Flanke die Craver und fordern angesichts meiner militärischen Schwäche mein komplettes Dust-Vorkommen. Ich schau auf ihre Flotte, schlucke kurz, biete ihnen die Hälfte und sie lassen mich erstmal in Ruhe. Wieso habe ich noch keine Allianz?
Raumschiffe lassen sich gezielt mit Kampf-, Verteidigungs- sowie Unterstützungsmodulen modifizieren.
Raumschiffe lassen sich gezielt mit Kampf-, Verteidigungs- sowie Unterstützungsmodulen modifizieren.
Warum habe ich so viele kleine Verbände überall verstreut, aber keine wirklich starke Flotte? Ich schwöre mir, dass ich beim nächsten Spiel an all das denken werde. Jetzt geht es erstmal darum, mein Imperium über die nächsten Runden zu retten - von Sieg kann keine Rede mehr sein.

Es gelingt mir, die ganz großen Kriege zu vermeiden und ich kann tatsächlich eine Allianz mit den Rissgeborenen sowie den Ungefallenen schmieden - jetzt würde man mir im Kriegsfall helfen und ich kann etwas beruhigter meine Pläne verfolgen. Allerdings bemerke ich bald, dass sich nicht alles um mich und mein Mikromanagement dreht. Es geht auch um das Schicksal dieses Universums und das Vermächtnis der uralten Endless. Dieses Gefühl der gewachsenen Geschichte sowie fast schon apokalyptischen Perspektive sorgt für das angenehm epische Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Beteilige ich mich daran, diese Welt zu erhalten oder lass ich den Einfluss dieser mysteriösen Wesen zu? Ich muss mich genauso entscheiden wie die anderen sieben Völker, so dass sich - unabhängig von aktuellen politischen Allianzen (!) - auch zwei große Bündnisse für eine der kooperativen finale Quests ergeben, in der man zusammen mit der KI spezielle Systeme besetzen und halten muss. Was soll ich bloß tun? Wer wird auf meiner Seite sein? Das galaktische Grübeln nimmt kein Ende. Es ist weit nach Mitternacht.

 

Kommentare

gollum_krumen schrieb am
Paranidis68 hat geschrieben: ?
06.06.2017 13:03
Könnte mich jemand vorwarnen, was zu viele Kolonien bedeuten. Wo die Schmerzgrenze zu erkennen ist und welche Möglichkeiten man nutzen sollte, um die Anzahl allgemein zu erhöhen.
Ich bin gerade bei 6/6 angekommen und bin etwas zögerlich beim wilden ausprobieren.
Meine Erfahrung: Kolonisiere, was das Zeug hält, so früh es geht. Kolonien kosten Geld, Nahrung (bis dahin, dass die Bevölkerung auf anderen Planeten stirbt!), Zufriedenheit und die Fähigkeit, sie militärisch zu verteidigen.
Ist aber mMn nicht wie bei CIV 5, dass man ein kleines feines Reich sogar besser spielen kann. Bei ES2 heißt es expandieren, was deine Ressourcen hergeben.
Paranidis68 schrieb am
Jetzt ist aber ein umfangreicher Beta Patch erschienen. Liest sich schon sehr gut.
4P|T@xtchef schrieb am
Civ auch - in nahezu allen Versionen.;)
Sindri schrieb am
Ach, Stellaris hat aktuell auch ein massives Endgame Perfomance Problem.
DEMDEM schrieb am
Naja, erwarte nicht zu viel. ES2 gab es ja schon im Eearly Access und besagte Perfomance-Probleme sind etwas, das man schon ruhig zum Release hätte schaffen können. Immerhin ist doch genau dazu die EA-Phase aka Beta-Phase gedacht gewesen: damit es zum Launch rund läuft.
schrieb am

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