Batman: Arkham City: Finstere Variationen - Special

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Batman: Arkham City (Action) von Warner Bros. Interactive Entertainment
Finstere Variationen
Action-Adventure
Entwickler: Rocksteady Studios
Release:
21.10.2011
kein Termin
kein Termin
18.11.2011
21.10.2011
15.05.2013
Spielinfo Bilder Videos
Erstaunlich: Weltweit kommt kaum eine Besprechung des zweiten Batman-Spiels ohne die detaillierte Beschreibung der packenden Atmosphäre aus. Zurecht, denn stilistisch ist Arkham City keinen Fingerbreit von den Burton-Filmen entfernt. Ein Element übersehen viele Spieler allerdings - ein Element, das die visuelle Brillanz erst als Gefühl erlebbar macht: die Musik. Dabei gehört Nick Arundels Soundtrack zum Besten, was in den vergangenen Jahren den Ohren schmeichelte!

Das große Parkett

Nick Arundel? Hätte ich nicht gewusst, dass er bereits den Vorgänger zu Arkham City musikalisch begleitete, hätte mir sein Name nichts gesagt - die Arbeit des Komponisten und Audio Directors fand bislang auch international kaum Beachtung. Mit Rocksteadys Batman betrat er zum ersten Mal das ganz große Parkett - und schrieb dem Dunklen Ritter gleich eine stimmungsvolle Begleitung auf den Leib. Scheinbar mühelos verband er den Stil von Hans Zimmers Musik mit dem Typischen von Danny Elfmans Untermalung. So brachte er das Moderne der Nolan-Filme mit dem Düsteren aus Burtons Batman zusammen.

Arundel kopierte dabei nicht einfach vertraute Melodien, sondern griff stilistische Elemente auf. So konnte er selbst ein starkes Thema entwickeln, um es in Arkham City fortzuführen. Gleich am Beginn des Soundtrack-Albums baut er es zu einem schwungvollen Einstieg aus, der alle Facetten seiner Musik widerspiegelt: der Zimmer-typische Einsatz von Percussion und Synthesizer, die Rhythmus wie einen vorbeirollenden Zug antreiben, der breite Einsatz aller Streicher - schwere Bässe nutzt Arundel als tragende Säulen, mit schnellen Violinen erzeugt er aufreibende Unruhe - und ein Chor, der dem Klang Tiefe verleiht.

Erlebte Geschichten

Prägnant ist sein markantes Thema, das er aus gerade mal vier Noten aufbaut. Noch wichtiger ist, dass Arundel ein Handwerk beherrscht, das immer sträflicher vernachlässigt wird: die Variation. Mit fast jedem Anspielen verleiht er dem Thema eine neue Facette. Wer hinhört, kann so in kleine Geschichten eintauchen, die die Musik erzählt. Ein Meister seines Fachs ist auch Arundel nicht, weil er die Melodieführung noch zu selten variiert. Bemerkenswert ist jedoch, wie mühelos er die Musik oft von einer Instrumentengruppe zur nächsten laufen lässt - an dieser Fingerfertigkeit scheitern die meisten seiner Kollegen. In der einfachsten Form wird das Thema von einem einsamen Cello gespielt, in seiner einprägsamsten konterkarieren schnelle Violinen behäbige Bässe. Arundels Übergänge sind nahtlos und das zeichnet den gesamten Soundtrack aus.

Schmerz und Zärtlichkeit

Man hört es in beinahe allen Stücken. In „Have You Got My Location?“ bauen Bässe und Synthesizer z.B. behutsam eine schwerfällige Gefahr auf, bevor die Streicher den Dunklen Ritter immer stärker in den Vordergrund spielen. Zum Ende nutzt er die Sopranstimmen wie den Hall in einer hohen Kirche und öffnet damit eine räumliche Tiefe, in der sich lange, ferne Schatten ausbreiten können.
Vorsicht beim Kauf des Albums

Zu Arkham City gibt es nicht nur den orchestralen Soundtrack, sondern auch eine Sammlung diverser Rockmusik, die mit dem Spiel nicht viel zu tun hat. Fälschlicherweise weisen einige Händler diese CD als den "Original Soundtrack" aus, der es nicht ist. Ein Blick auf die Trackliste und die Künstler hilft allerdings weiter.

Alleine zeichnet Nick Arundel übrigens nicht für die Musik verantwortlich: An drei Stücken war auch Ron Fish (God of War) beteiligt.
Ganz ähnlich „I Know What You Guys Are Thinking“: Erneut schleppen sich bedrohliche Streicher langsam in Gefahr, während kurz angebundene Violinen das Stück in einen ersten Höhepunkt tragen, um es daraufhin in die Titelmelodie fließen zu lassen - klasse!

Ein Wiedersehen gibt es übrigens in „Wham. Gotcha!“ und „It's Initiation Time“, wenn Arundel wie selbstverständlich das einst für Elfman typische schnelle Stampfen zitiert - eine wunderbare Hommage. Auch Arundel erliegt gelegentlich der Verführung des Einfachen, denn nicht nur in „What's he Doing Here?“ begnügt er sich mit banalen Wiederholungen und gewöhnlichem Trommelwerk. Dafür zeigt er anderswo aber feinsinnige Qualitäten: Das Wechselspiel einer sanften Harfe und leisen Klavieranschlägen in „It Was the Joker“ erinnert etwa an die verletzlichen Momente des American Beauty-Soundtracks, während dem leisen Glockenspiel in „Let's Hear Him Squeal“ ein gefühlvoller Balanceakt zwischen Zärtlichkeit und Schmerz gelingt. Das alles rundet schließlich ein beinahe festlicher Chor ab, der das bewegende Finale für die Ewigkeit einfriert: „It's Not Even Breakfast“. Nick Arundel ist schon fast am Ziel.

Es liegt nicht nur an der handwerklichen Qualität, dass ich die Musik zu Arkham City längst viele Male in vollen Zügen genossen habe: Arundel hat Batman einen Soundtrack auf den Leib geschrieben, der Seite an Seite mit dem Schwarzen Ritter über die Dächer des gotischen Art Deco schwebt. Getragen wird er von erhabenen Bässen, auf denen filigrane Harfen und behände Violinen spielen. Der Hall des Chors trägt ihn weit in den Raum hinein. Und auch wenn sich der Komponist gelegentlich zu sehr auf gleichförmige Wiederholungen und gewöhnliche Percussion verlässt: Seine Stärke sind gefühlvolle Entwicklungen und fließende Übergänge. Die Musik ist immer in Bewegung, man kann aufmerksam in ihr versinken. Hinhören lohnt sich: Nick Arundel ist ein Name, an dem Videospieler nicht mehr vorbei kommen!

Einschätzung: sehr gut

Kommentare

TheLaughingMan schrieb am
Weiß vielleicht jemand wie der Track heißt der abgespielt wird wenn man sich in einem Hunter Raum befindet und 2-3 Gegner ausgeschaltet hat? Wird in ziemlich vielen Räumen gespielt, unter anderem wenn man das 2te mal ins Stahlwerk muss und vorher die Bewaffneten erledigen soll. Suche den wie bekloppt und finde ihn nicht... :x
TheLaughingMan schrieb am
Ein toller Soundtrack, aber einige der besten Tracks des Games haben unverständlicher Weise gefehlt, z.B. Wenn Bruce seinen Eltern gedenkt oder der Action Track aus den diversen Jäger Räumen... :?
merphidio schrieb am
Grüße, ich gehöre bestimmt zu einer Minderheit, für die ein guter Soundtrack gerade bei Spielen, wo der Soundtrack durch den Lärm von Automatischen Waffen geprägt wird, sehr wichtig ist.
Viele Spiele büßen da meine "Gunst ein", obwohl ich nicht wieso man dieses Thema so oft nur halbherzig angeht, zumindest kommt es mir so vor.
Wenn ich ein Spiel, spiele indem lange Laufwege an der Tagesordnung sind, passiert es oft das mich der Soundtrack vor der Monotonie der Langeweile rettet.
Wenn ich jedoch dort erst meine Musikordner durchforsten muss und mir "selber" Musik verschaffen muss, läuft meiner Meinung oft etwas schief.
Ich bin ein großer Fan von Batman, schon als Kind habe ich die Serie und Filme gern geschaut, daran hat sich auch heute, danke Christian Bale und Heath Ledger, wenig geändert.
Auch das Spiel war für mich persönlich, eine ganz wunderbare Welt des dunklen Ritters.
Das hier der Soundtrack neben dem exzellenten Fazit, des Spiels so gut ausfällt, erhöht meine Vorfreude ungemein (warte auf die PC-Version).
Hmm... jeder der die Muße hatte meinem geistigen Erguß bis zu Ende zu lesen, sei bedankt.
freundliche Grüße
schrieb am

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