Watch Dogs - Special, Action, PC, PlayStation 3, Xbox 360, PlayStation 4, Xbox One - 4Players.de

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Der Open-World-Vergleich

Das eine ist das definierende Open-World-Spiel der letzten Konsolengeneration. Das andere das erste große Spiel mit offener Welt für die neue Hardware. Die Rede ist von Grand Theft Auto 5 und Watch Dogs. In unserem zweiteiligen Vergleich stellen wir die beiden Titel einander gegenüber.


Teil 1
Die Story & Regie im Einstieg
Watch Dogs beginnt als düstere Gegenwarts-Vision mit einem unter totaler digitaler Überwachung stehenden Chicago, in dem der Hacker Aiden Pearce als zwielichtiger Protagonist überleben möchte. Doch das Geheimnisvolle löst sich schnell auf: Bald ist er nur noch als Racheengel unterwegs, der den Tod seiner Nichte vergelten will.

Mit seinen drei vielschichtigen Charakteren, die man alle in der Anfangsphase kennenlernt, hat GTA 5 den dramaturgischen Vorteil auf seiner Seite. Beide Spiele setzen auf eine geschickte Vermischung interaktiver Tutorials und in Engine erzählten, mitunter rasant geschnittenen Zwischensequenzen. Bei beiden Titeln kann man allerdings nicht beeinflussen, wie die lineare Story verläuft.


Die Wirkung der Spielwelt
Bomben legen, Basen infiltrieren, Zerstörer versenken oder Helikopter fliegen: In Ghosts ist in 19 Missionen eine Menge los. Zwar gewinnt Infinity Ward keinen Innovationspreis, man hat aber nie das Gefühl, dass sich etwas wiederholen würde. Leider wurde das größte Manko der Reihe beibehalten: Jede Mission ist ein enger Schlauch, vollgepackt mit Skriptsequenzen und automatischen Ereignissen, die dem Spieler so gut wie keine Freiheit in seinem Vorgehen lassen. 
BF4 hingegen setzt auf weitläufigere Areale - das ist aber schon das größte und einzige Pfund, mit dem Dice wuchern kann. Ansonsten werden generische, bis unlogische Missionsziele ausgegeben, die oft nur durch das Auslöschen aller Gegner erreicht werden können. Zudem gibt es viel zu wenig Momente in Fahrzeugen; eigentlich die Königsdisziplin eines jeden Battlefield. Die Schauplätze sind zwar abwechslungsreich, können aber nicht mit den schnellen Schnitten von Ghosts mithalten. Außerdem wird mit dem Flugzeugträger ein ganzer Abschnitt recycelt. Somit kann Ghosts auch diese Kategorie gewinnen.
Das fiktive Los Santos wirkt an der Oberfläche sehr lebendig. Doch in den unteren Ebenen geht die Illusion immer wieder verloren, das Figurenverhalten ist abseits der ordentlichen „Glaubwürdigkeits“-Skripte eher schwach.

Das dem realen Vorbild nachgebildete Chicago von Watch Dogs hat ähnliche Probleme: An der Oberfläche wirkt alles stimmig und glaubwürdig, doch je weiter man nach unten taucht, umso mehr Schwierigkeiten haben die NPCs, auf das zu reagieren, was um sie herum passiert. Immerhin reagieren sie aggressiver auf kriminelle Handlungen von Aiden Pearce als auf das, was Trevor, Michael und Franklin in Los Santos anstellen.


Die Kulisse
Rockstar hat mit Los Santos zum Ende der letzten Konsolen-Generation unheimlich viel aus PS3 und 360 herausgeholt: Die Open-World-Spezialisten haben abwechslungsreiche Landstriche in einer umfassenden Spielwelt erschaffen.

Watch Dogs als erstes großes Spiel mit offener Welt auf der nächsten Generation enttäuscht auf hohem Niveau und wird den Erwartungen an die Hardware-Fähigkeiten nicht gerecht. Die Darstellung ist größtenteils sauber, aber auf Konsolen nicht in nativem 1080p und unter dem Strich nur unwesentlich weiter als GTA 5 auf den alten Systemen.


Die Musik
Die GTA-Serie lebte spätestens seit Teil 3 von den coolen Radiosendern und der schieren Anzahl an Songs aus unterschiedlichen Genres und Epochen. Das war in GTA 5 nicht anders und wurde zudem noch erstmals von einem speziell komponierten sehr guten Soundtrack von Tangerine Dream ergänzt.

Watch Dogs backt kleinere Brötchen: Die Musikauswahl ist nicht so groß und schon gar nicht so breit gefächert. Einzig der elektronische Original-Soundtrack von Brian Reitzell sorgt für ordentliche Atmosphäre und schafft in seinen besten Momenten sogar Assoziationen mit Vangelis‘ Musik zum Ridley-Scott-Film Blade Runner



Die Sprachausgabe
Rockstar Games verzichtet traditionell auf deutsche Sprachausgabe und bietet stattdessen das sehr gute englische Original mit deutschen Untertiteln.

Ubisoft spendiert Watch Dogs deutsche Sprecher, deren Qualität und Glaubwürdigkeit jedoch von Figur zu Figur schwankt: Während die Protagonisten bis auf wenige Ausnahmen gelungen sind, hinterlassen viele Nebenfiguren und Statisten einen schwachen Eindruck. Die ebenfalls enthaltene englische Sprachversion ist rundum stimmiger und annähernd auf dem gleichen Niveau wie GTA 5.



Die Steuerung & das Kampfsystem
Dafür, dass mutmaßlich Reflections inkl. seiner gesamten Driver-Expertise mit Ubi Montreal an Watch Dogs gearbeitet hat, bietet die Fahrphysik nicht genug. Da war Driver San Francisco weiter und wirkte authentischer. In dieser Verfassung kann man sich jedenfalls nicht von GTA 5 absetzen. 

Bei der Steuerung in der offenen Welt, den Schussgefechten oder dem Deckungssystem schenken sich die beiden Titel ebenfalls wenig und liefern solide Ergebnisse ab. Dass sich GTA letztlich einen Vorteil erarbeiten kann, liegt an der Ein-Knopf-Nahkampf-Mechanik von Watch Dogs, die nicht nur langweilig, sondern darüber hinaus zu mächtig ist.


Zwischenstand
25
   19

Kommentare

BrittaT schrieb am
Dieses Spiel kenne ich persönlich noch gar nicht, scheint aber echt gut zu sein. Muss ich mir dringend mal anschauen. :mrgreen:
HetzeFetze schrieb am
Man man man 4Players wenn ich sowas schon lesen muss und dann sehe dass GTA5 5 Sterne bekommt und WD nur 3 Sterne
und unter dem Strich nur unwesentlich weiter als GTA 5 auf den alten Systemen.

Wie jetzt? Siehts besser aus oder schlechter?
Mal ganz zu schweigen von "neuer Konsole und so". Vergleiche ich mal GTA V und GTA IV kommt bei mir die Frage auf, warum die Vollpfosten nicht schon vor 8 Jahren diese Qualität geliefert haben? Wohlgemerkt auf der selben Hardware.
Richtig weil dort die 8 Jahre Erfahrung gefehlt haben, wie die Hardware richtig ausgereizt werden kann.
Next-Gen Konsoleros kommen jetzt in den selben Genuss wie wir PC-Gamer bei Multiplattformspielen seit Jahren. Nämlich, dass für die besserer Hardware in der Regel nicht nochmal übermäßig Manpower gesteckt wird "nur" damit es dort auch wesentlich besser ausschaut.
Willkommen im PC-Gamerfrust. Setzt euch, nehmt euch nen Keks, macht es euch schön bequem ...
Rooobert schrieb am
Ich bin bei gta4 schon die meiste Zeit nach Verkehrsregeln gefahren und bin auch jetzt bei teil 5 soweit. Es ist wirklich schwieriger, aufgrund der über-direkten Steuerung, die Spur zu halten bzw. "realistisch" zu fahren. Es geht aber erfordert ziemlich viel Feingefühl. Als nächstes wird gta5 komplett nach Verkehrsregeln durchgespielt inkl. Missionen :mrgreen:
davedophin schrieb am
Ich hab hier jetzt weiß gott nicht alles gelesen, jedoch finde auch ich den Vergleich der beiden Games durchaus machbar. Hab WatchDogs jetzt ein zwei Stunden gespielt und bin irgendwie enttäuscht, es ist wirklich kein schlechtes Spiel, aber irgendwie war das alles schonmal da, gerade das Funktürme kapern.
Neu ist das Hacking und das war für mich bis jetzt noch nicht langweilig.
Die größte Katastrophe ist für mich bis jetzt das Fahrverhalten, bei GTA hab ich mich manchmal einfach in die Karre gesetzt und bin rum geheizt... das wird bei WD nicht passieren! Und das Abhängen von Verfolgern durch simples Drücken der eingeblendeten Taste ist auch irgendwie zu simpel.
Ich schätze aber, dass ich durch den Hype einfach zu doll wollte, dass es ein episches Game wird, fraglich ob irgendein Spiel diese Erwartungen hätte erfüllen können :D So ein bisschen wie beim Film Pacific Rim, ich wollte dass es der Oberkracher wird, war es nicht, darum eine überproportional große Enttäuschung!
ronny_83 schrieb am
Weihnachtsshooter hat geschrieben:Wird dann The Witcher 3 auch mit GTA V und Watch Dogs verglichen, weil es ja auch ein OpenWorld Spiel wird?
Dämliches Argument OpenWorld Spiele mit einander zu vergleichen weil es alles OpenWorld Spiele sind.

Man sollte schon wissen, dass Skyrim und Witcher in erster Linie Rollenspiele sind. Schon allein dadurch sind sie wenig mit den Action-Adventures Watch Dogs und GTA vergleichbar. Skyrim spielt dazu auch noch aus der Ego-Perspektive und beide sind auch im Fantasy-Universum angesiedelt.
Es geht nicht nur um den Open-World-Faktor.
Watch Dogs und GTA haben gemeinsam, dass...
- ...sie in einem modernen, städtischen Setting spielen, bei der die Simulation urbaner Umgebungen im Vordergrund stehen
- ...man als gesetzeswidriger Charakter unterwegs ist
- ...man eine lineare Hauptstory mit freien Nebenmissionen spielt
- ...es eine Mischung aus Rennspiel und Third-Person-Adventure ist mit großer Anzahl unterschiedlicher Fortbewegungsmittel
- ...ein Grundprinzip des Spiels das Verbinden von Lauf- und Fahrmissionen ist
- ...man sich jedes verfügbare Fahrzeug im Spiel aneignen kann
- ...sie in einer frei begehbaren Umgebung spielen
Es gibt sicher noch mehr Gemeinsamkeiten, die es rechtfertigen, die beiden Spiele miteinander zu vergleichen. Dass das eine Spiel als Hauptthematik Hacken hat und das andere die Konfrontation von drei Gangster-Charakteren in eher realistischer Umgebung ist dabei völlig irrelevant. Schließlich geht es nicht darum, eine 1:1-Kopie von GTA zu erstellen. Und ja, man könnte auch ein Sleeping Dogs in die Liste aufnehmen.
Wenn der Grundaufbau von Spielen gleich oder ähnlich ist, ist es immer gerechtfertigt sie miteinander zu vergleichen. Das die Tehamatiken und Mechaniken nicht identisch sind, spielt keine Rolle.
schrieb am

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