Barbarian: The Ultimate Warrior: Kopf ab! - Special

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Barbarian: The Ultimate Warrior (Action) von Epyx
Kopf ab!
Action-Adventure
Entwickler: Palace Software
Publisher: Epyx
Release:
10.07.1987
10.07.1987
Spielinfo Bilder Videos
Heutzutage sagt man so leichtfertig Hack & Slay. Dann denken einige vielleicht an Diablo, Sacred oder andere Erben von Gauntlet, in denen es um das schnelle Töten von zig Monstern geht. Aber das sind mittlerweile Action-Rollenspiele, in denen die situative Spannung des Kampfes gar nicht im Vordergrund steht. Dabei gibt es einen blutigen Urvater, der dem puren Zerhacken und Schlitzen, dem Hauen und Stechen viel näher kam: Barbarian aka Death Sword.

Conan ließ grüßen

Das Stirnband saß, der Bizeps glänzte und das Schwert wurde beidhändig geführt. Der Blick von Arnold…ähm Gorth…richtete sich starr geradeaus auf den anderen Kämpfer. Als sich 1987 zwei Muskel bepackte Pixelkrieger in einer Arena taxierten, fühlte man sich vor dem C64 oder Amiga wie im Film "Conan der Barbar" (1982). Kein Wunder, denn das gesamte Artdesign spiegelte die heroische Fantasy der 80er wider - selbst Soundsamples aus Brigitte Nielsens "Red Sonja" (1985) wurden hier eingesetzt. In einer Zeit, als es auf dem Computer eher fernöstlich in International Karate & Co zur Sache ging, konnte man mit dem Joystick für einige Augenblicke in die archaische Welt des westlichen Schwertkampfes abtauchen. Und wie man sich da ganz ohne Klimbim wie Kinect, Move, 3D oder VR reingesteigert hat!

Der  Competition Pro ächzte mit jedem Manöver und der Trashtalk brachte selbst gute Freunde zur Weißglut, die wie
Im angesicht von Drax: Als Barbar kämpfte man in Duellen bis zum Finale gegen den bösen Magier.
Im Angesicht von Drax: Als Barbar kämpfte man in Duellen bis zum Finale gegen den bösen Magier - hier auf dem Amiga.
gebannt auf eine 15-Zoll-Mattscheibe stierten. Das waren kurze, aber unheimlich intensive Kämpfe, die die Briten von Palace Software damals inszenierten – erst 1992 wurde das Studio geschlossen, das mit Evil Dead begann und vor allem für Cauldron bekannt ist. Was, Barbarian kam von Psygnosis? Nein, die entwickelten allerdings ein gleichnamiges Spiel, bei dem man ebenfalls mit einem Muskel bepackten Schwertkämpfer unterwegs war; nur nicht im Zweikampf in einer Arena, sondern klassisch scrollend durch diverse Dungeons.

Barbarian aka Death Sword

Aber dieses in Amerika als „Death Sword“ und als „Barbarian: The Ultimate Warrior“ veröffentlichte Abenteuer von Steve Brown war wesentlich besser, was Steuerung und Spieldesign anging. Dabei gab es keine epische, sondern nur eine vage Story, die sich auf "Es kann nur einen geben!" reduzieren lässt. Man kämpfte in einer Aneinanderreihung von Arenen, wobei man zunächst im Wald, in Gruben und schließlich in der Burg des bösen Magiers Drax antreten musste. Und wen galt es letztlich nach vielen Duellen gegen seine besten Schwertkämpfer und schließlich den Magier persönlich zu befreien? Richtig: Eine Prinzessin namens Marina.

Sex sells: Barbarian war auch aufgrund des Covers ein Verkaufserfolg im jahr 1987.
Sex sells anno 1987: Barbarian war auch aufgrund des Covers mit Bikinimodell Maria Whittacker ein Verkaufserfolg - es wurde auf nahezu alle Systeme vom C64 bis Amstrad umgesetzt. Es folgte 1988 noch ein Barbarian II aka Axe of Rage mit ähnlichem Ansatz.
Was war dann so innovativ, so bemerkenswert? Das Spiel konzentrierte sich auf das Wesentliche! Es hatte ein wunderbares, weil ruhiges, präzises und elegant animiertes Kampfsystem, das nicht nur gegen die KI, sondern vor allem im Duell gegen einen anderen Spieler zum Tragen kam. Es ging nicht um schnelle, sondern um gut dosierte Angriffe. In diesem Sinne war es ein Vorläufer im Geiste von Severance: Blade of Darkness und auch Demon’s oder Dark Souls, denn die situative Spannung des taktischen Kampfes stand im Vordergrund.

Klingentanz und rollende Köpfe

Man konnte nicht nur aus einer Haltung heraus von oben zuschlagen, sondern in die Hocke gehen und die Knie horizontal attackieren. Man konnte den Gegner treten, der dann sehr schön animiert das Gleichgewicht verlor. Und man konnte sogar Kopfnüsse verteilen - ach, waren das herrliche Momente. Überhaupt wirkten die Bewegungsabläufe sehr ansehnlich, sehr natürlich. Hinzu kamen nette kleine Reaktionen der Kämpfer, die sich mit einem "C'mon!" an den Spieler wandten, falls es längere Zeit keine Aktionen gab. So entwickelte sich schon nach wenigen Manövern ein eleganter Klingentanz, bei dem man die Entfernung zum Gegner sowie eingeleitete Attacken immer im Auge behalten musste.

Man konnte sich im Kampf gegen Freunde zermürben, reizen oder mit einem Klingenwirbel demütigen – und genau dabei konnte man den scheinbar Unterlegenen fatal unterschätzen. Denn selbst wenn man schon die meisten seiner sechs roten Lebenskreise verloren hatte, war es nicht vorbei. Es blieb immer noch ein Funken Hoffnung, der sich in einem genialen Moment entfalten konnte, der diesem Spiel ein ikonisches Markenzeichen verleihen sollte.

Der geniale Todeshieb

Neben der berühmten finalen Todespirouette konnte man auch treten und Kopfnüsse verteilen.
Neben der berühmten finalen Todespirouette konnte man auch treten und Kopfnüsse verteilen. Amiga.
Falls man den richtigen Abstand hatte und der Gegner nicht aufpasste, konnte man zu einem blutigen Todeshieb ansetzen, den die Designer direkt aus dem Film Conan kopierten: Wenn der Barbar diese schöne Pirouette wie ein Tänzer einleitete, sich so um seine eigene Achse drehte und die Klinge den Hals traf, flog der Kopf mit einem roten Spritzer durch die Arena! Aber damit war noch nicht Schluss, denn ein mieser Goblin marschierte herein, trat ihn zur Seite und zerrte den Rest der Körpers heraus.

Wir haben Barbarian immer wieder gespielt, bis tief in die Nacht hinein – selbst als der Amiga schon Staub fing, konnte man das immer wieder rausholen. Im September 2012 wurde nach 25 Jahren endlich die Indizierung des Spiels für Deutschland aufgehoben. Für Diskussionen in USA und England sorgte damals übrigens nicht die Gewalt, sondern lediglich das freizügige Cover mit Bikinimodell Maria Whittacker. Die spendierte dem C64 übrigens auch ein Strip Poker mit ihrem Namen.

Kommentare

Marobod schrieb am
Habs nach der Wende zusammen mit meinen Cousins imme in den Sommerferien zocken koennen, die hatte naemlich " rueber jemacht" und dort nen C64 gekauft mit ner elendig resen Spielesammlung, darunter auch dieses, und wir haben uns sau maeßig oft gekloppt :D
Mortal Kombat haben wir spaeter auch gespielt, da lag der reiz daran, daß man vor den anderen die finisher herausgefunden hat bzw sie beherrscht, nicht wie die aussahen O.o
Ach ja schoen ,daß im Bericht Severance: Blade of Darkness erwaehnt wordne ist, daß hab ich sehr sehr lange gezockt :)
Turritom schrieb am
das Spiel hieß bei uns Brüdern nur Kopp ab!
einfach nur noch geil .. die Abende wo wir uns gegenseitig immer nur versucht haben die Rübe abzuschlagen .. immer treten und dann drehen ;D
CaptainSoulless schrieb am
LePie hat geschrieben:Und eine Generation später dann waren es Mortal Kombat und Doom Troopers, wenn man "erwachsen" wirken wollte.
whoa, der Soundtrack von Doom Troopers ist ja mal sowas von geil
Freakstyles schrieb am
Barbarian spiel ich sogar heutzutage noch ab und an. Gibts mittlerweile ja als kostenloses Browsergame auf diversen Seiten ;)
an_druid schrieb am
Ist n gabz nettes Game, kapier aber die Betitelung als Action-Advanture u. den Vergleich zu DS u. H&S trotzdem nicht so richtig. Das ist doch ganz klar ein Beat 'em up?!..
schrieb am

Facebook

Google+