Zak McKracken and the Alien Mindbenders: Bei Anruf Dummheit - Special

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Zak McKracken and the Alien Mindbenders (Adventure) von Lucasfilm Games / Softgold
Bei Anruf Dummheit
2D-Adventure
Entwickler: Lucasfilm Games
Publisher: Lucasfilm Games / Softgold
Release:
10.1988
10.1988
Spielinfo Bilder Videos
Nachdem Lucasfilm Games mit Maniac Mansion und dem SCUMM-System eine neue Ära im Adventure-Genre einläutete, folgte 1988 der zweite Streich: Reporter Zak McKracken nahm im gleichnamigen Spiel den Kampf gegen Außerirdische auf, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die Menschheit erst zu verdummen und dann zu unterwerfen. Anlässlich der Wiederveröffentlichung (und Digital-Premiere) werfen wir einen Blick zurück auf den Abenteuer-Klassiker...

Telefonieren macht dumm

Der Plan der Caponier-Aliens war genau so simpel wie clever: Mit der stillen Übernahme der weltweit operierenden Telefongesellschaft speisten sie im zukünftigen Jahr 1997 ein 60Hz-Tonsignal in die Leitungen ein, das die Menschheit langsam aber sicher verdummen sollte. Doch die Invasoren, die sich hinter lustigen Masken versteckten und ihrem Elvis-Führer „King“ folgten, hatten ihre Rechnung ohne Boulevard-Reporter Zachary McKracken gemacht. Obwohl er im Intro bei seinem Chef noch die aktuelle Frustration über seinen Job und die ätzenden Themen zum Ausdruck brachte, wurde nach einem mysteriösen (Intro-)Traum rund um eine geheimnisvolle Maschine sein Recherche-Spürsinn geweckt: Zusammen mit der Archäologin Annie, die ihm ebenfalls im Traum erschien, startete er die Suche nach den Artefakten, die zum Bau des so genannten Skolarischen Geräts benötigt wurden – und damit der einzig effektiven Waffe gegen die drohende Verdummung.

Die Telefongesellschaft erweist sich für die Aliens als Schlüssel zur Weltherrschaft.
Die Telefongesellschaft erweist sich für die Aliens als Schlüssel zur Weltherrschaft.
Dabei führte die Reise vom Ausgangspunkt in San Francisco u.a. nach Stonehenge, ins Bermuda-Dreieck, zu Pyramiden in Ägypten und Mexiko sowie Abstecher nach Peru. Nicht zu vergessen die beiden Studentinnen Melissa China und Leslie Bennett , die mit ihrem zum Raumschiff umfunktionierten VW-Bus durch das Weltall düsten und Zak nach ihrer Landung auf dem Mars ebenfalls bei seiner Suche unterstützten. Genau wie bei Maniac Mansion konnte man auch hier ab einem bestimmten Zeitpunkt zwischen den Charakteren umschalten und die Kontrolle über sie übernehmen. Auch wenn Zak als Protagonist eindeutig im Mittelpunkt stand, ließ sich die Alien-Invasion nur mit Teamwork aufhalten.

Ohne Codes keine Ausreise

Lustig und gleichzeitig nervig war in diesem Zusammenhang der Kopierschutz: Jedes Mal, wenn man die USA im Spiel verlassen wollte, musste man einen korrekten „Visa-Ausreise-Code“ eingeben – eine entsprechende Liste lag der Verpackung bei, ließ sich jedoch aufgrund des braunen Papiers nicht so einfach fotokopieren. Eigentlich keine schlechte Idee, doch da man ständig um die Welt jettete (und darüber hinaus), störte der häufige Zwang, Codes nachschlagen und eingeben zu müssen. Lustig wurde es allerdings, wenn man fünf Mal die falsche Kombination eintippte, denn in diesem Fall landete man im Knast, wo man einen ausufernden Vortrag der Wache rund um das Thema Raubkopien serviert bekam. Cool war auch die Visualisierung der einsetzenden Dummheit, von der auch die Protaginisten hin und wieder heimgesucht wurden: Dabei verschwand einfach ein Teil der Verben oder wurde durch irgendwelchen Kauderwelsch ersetzt wurde – herrlich!

Viele Anspielungen

Leslie und Melissa haben ihr Ziel erreicht: Mars, den roten Planeten.
Leslie und Melissa haben ihr Ziel erreicht: Mars, den roten Planeten.
Nicht nur durch die Verwendung des SCUMM-Systems mit anklickbaren Verben und den grafischen Ähnlichkeiten bei Figuren und Kulissen war die Verwandtschaft zu Maniac Mansion offensichtlich. Auch inhaltlich hat man beide Adventures mit kleinen Insidern miteinander verknüpft: Unvergessen der Fund eines Benzinkanisters auf dem Mars(!) für die Kettensäge, die man in Dr. Freds Tollhaus gefunden hatte aber mangels Treibstoff nie benutzen konnte. Darüber hinaus konnte man in Zak McKracken auch ein Fahndungsfoto von dem Meteor entdecken, der in Maniac Mansion noch die Weltherrschaft angestrebt hatte. Chuck die Pflanze durfte als Running Gag ebenfalls nicht fehlen. Zudem konnte es passieren, dass Weird Ed, der Sohn von Dr. Edison aus Maniac Mansion, eine Nachricht auf Zaks Anrufbeantworter hinterließ. Auf dessen Kassettenrekorder befand sich zu Beginn außerdem eine Aufnahme der Band Razor and the Scummettes, deren Frontmann aus der Besetzung von Maniac Mansion stammt. Selbst THX 1138, das Film-Debüt von George Lucas, wurde anhand von Zaks Telefonrechnung gewürdigt, die genau 1138 Dollar betrug. Zak McKracken war neben dem gelungenen Adventure auch einfach nur eine wunderschöne Fundgrube für Referenzen und Anspielungen. Witzig war auch das zweiköpfige Killer-Eichhörnchen, das später in der Adventure-Fauna-Evolution nur noch vom dreiköpfigen Affen aus The Secret of Monkey Island getoppt wurde. Dann noch eine kleine Anekdote aus meinem Leben: Also ich irgendwann nach einer
Zak McKracken and the Alien Mindbinders ist seit dem 19. März 2015 digital über GOG.COM erhältlich. Der Preis beträgt 5,69 Euro.
E3 dank eines überbuchten Fluges für ein paar Stunden am Flughafen in Los Angeles gestrandet war und mich ein reisender Guru fragte, ob ich ihm nicht eines seiner Bücher abkaufen wolle, war mein erster Gedanke "Fuck, das ist jetzt wirklich so wie in Zak McKracken". Es handelte sich dabei zwar nicht um das Exemplar "How to Raise Your Consciousness and Lower Your Golf Scores", aber abgekauft habe ich es ihm trotzdem - alleine aus Dank für diesen kleinen Nostalgie-Flash.


Kommentare

Danny1981 schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
28.11.2017 02:24
Danny1981 hat geschrieben: ?
05.05.2015 17:41
Es waren grandiose Zeiten. Heutzutage werden doch alle Spiele entmystifiziert. Man sieht sofort Tests, Meinungen, Screenshots, ewige PR, Videos...
Das Schöne daran ist ja: Du mußt das Bombardement mit Informationen nicht mitmachen.
Ich weiß, das Verzichten fällt einem nicht immer leicht. Aber wenn man der guten, alten Zeit nachtrauert, ist die Sache eindeutig: Einfach auf umfangreiche Berichterstattung verzichten und vllt. hier und da mal nach Informationen schauen, damit man nicht ganz ahnungslos ist hinsichtlich von Neuerscheinungen usw.

Bei Spielen die mir ECHT wichtig sind tue ich das auch nicht.
Persona 5 habe ich weder Tests gelesen, noch auch nur einen Trailer abseits des ersten Gameplay-Teasers geschaut.
Ebenso Witcher 3 oder diverse Point&Click Adventures. :)
Usul schrieb am
Ryan2k6 hat geschrieben: ?
29.11.2017 17:47
Jaein, denn ohne diese ganzen Informationen, fände man sich heutzutage bei dem Überangebot an (nicht immer guten) Spielen schnell überladen, da ist es fast unumgänglich vorher zu schauen, was lohnt sich und was nicht. Damals hat man mit einem Spiel viel länger Zeit verbracht, schon weil es nicht jede Woche dutzende neue gab. Das Gefühl fängt man auch nicht mehr ein. Heute will ich nicht mehr wochenlang an einem Rätsel hocken, da schau ich dann eben kurz irgendwo wie es zu lösen ist (Fate of Atlantis war am Ende echt völlig unlogisch) und mach dann weiter.
Wer heute ohne Vorberichte Spiele kauft, langt viel öfter ins Klo. Alleine schon, weil man vorher nie weiß, wer hat MTAs oder sonstigen Mist in seinem Spiel. Einfach durch den MM schlendern und mitnehmen was lustig aussieht ist vorbei.
Das alles steht nicht im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe.
Man kann sich informieren, ohne sich gleich das ganze Spiel als Let's Play anzuschauen. Man kann über entsprechende Seiten auf dem Laufenden bleiben, was neue Releases angeht, ohne sich den Spaß verderben zu lassen. Und man kann natürlich auch auf schnelle Lösungen aus dem Internet verzichten - wenn man das nicht tut, sollte man eher an der eigenen Selbstkontrolle arbeiten, als das die moderne Zeit dafür zu kritisieren. :)
Ryan2k6 schrieb am
Usul hat geschrieben: ?
28.11.2017 02:24
Danny1981 hat geschrieben: ?
05.05.2015 17:41
Es waren grandiose Zeiten. Heutzutage werden doch alle Spiele entmystifiziert. Man sieht sofort Tests, Meinungen, Screenshots, ewige PR, Videos...
Das Schöne daran ist ja: Du mußt das Bombardement mit Informationen nicht mitmachen.
Ich weiß, das Verzichten fällt einem nicht immer leicht. Aber wenn man der guten, alten Zeit nachtrauert, ist die Sache eindeutig: Einfach auf umfangreiche Berichterstattung verzichten und vllt. hier und da mal nach Informationen schauen, damit man nicht ganz ahnungslos ist hinsichtlich von Neuerscheinungen usw.
Jaein, denn ohne diese ganzen Informationen, fände man sich heutzutage bei dem Überangebot an (nicht immer guten) Spielen schnell überladen, da ist es fast unumgänglich vorher zu schauen, was lohnt sich und was nicht. Damals hat man mit einem Spiel viel länger Zeit verbracht, schon weil es nicht jede Woche dutzende neue gab. Das Gefühl fängt man auch nicht mehr ein. Heute will ich nicht mehr wochenlang an einem Rätsel hocken, da schau ich dann eben kurz irgendwo wie es zu lösen ist (Fate of Atlantis war am Ende echt völlig unlogisch) und mach dann weiter.
Wer heute ohne Vorberichte Spiele kauft, langt viel öfter ins Klo. Alleine schon, weil man vorher nie weiß, wer hat MTAs oder sonstigen Mist in seinem Spiel. Einfach durch den MM schlendern und mitnehmen...
Kajetan schrieb am
KONNAITN hat geschrieben: ?
24.03.2015 12:39
Wir auch, Matritzenkopien gab's bei uns ewig. :)
FRISCHE Matrizenkopien ware sehr beliebt. Staatlich lizensierte Lösungsmittelschnüffelei in der Unterstufe. So ließ sich Mathe gleich viel besser ertragen!
Usul schrieb am
Danny1981 hat geschrieben: ?
05.05.2015 17:41
Es waren grandiose Zeiten. Heutzutage werden doch alle Spiele entmystifiziert. Man sieht sofort Tests, Meinungen, Screenshots, ewige PR, Videos...
Das Schöne daran ist ja: Du mußt das Bombardement mit Informationen nicht mitmachen.
Ich weiß, das Verzichten fällt einem nicht immer leicht. Aber wenn man der guten, alten Zeit nachtrauert, ist die Sache eindeutig: Einfach auf umfangreiche Berichterstattung verzichten und vllt. hier und da mal nach Informationen schauen, damit man nicht ganz ahnungslos ist hinsichtlich von Neuerscheinungen usw.
@Topic:
Zak McKracken fand ich auch noch besser als Maniac Mansion... die Musik z.B. finde ich immer noch geil. :D Und dann dieser Welt(all)reise-Charme... fantastisch. :Hüpf:
Und ich hatte ganz vergessen, wie gut die FM-Towns-Version aussieht. 8O
schrieb am

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