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International Soccer (Sport) von Commodore Electronics Ltd.
Der Beginn der Ballsucht
Fussball
Entwickler: Andrew Spencer
Publisher: Commodore Electronics Ltd.
Release:
Q1 1983
Q1 1983
Spielinfo Bilder Videos
Auch wenn Pro Evolution Soccer dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert: Lange bevor Konami die virtuelle Fußballmechanik nahezu perfektionierte oder FIFA den Zirkus mit allem Drumherum zelebrierte, gab es einige interessante Spiele mit dem Ball. "Kick Off" oder "Microprose Soccer" kennen vielleicht die meisten alten Hasen, aber auf dem C-64 konnte schon 1983 ein kleiner Titel begeistern: "International Soccer" oder auch "Cup Final" von Andrew Spencer.


Gejubel im Dachgeschoss

Das virtuelle Fußballvirus hat mich erstmals Mitte der 80er erwischt. Wir haben uns nach der Schule oder dem Training getroffen und bei einem Kumpel wie verrückt gezockt. Er hatte sein Zimmer im Dachgeschoss und wenn ich heute an International Soccer denke, kommen sofort Erinnerungen an verdammt heiße Sommertage, quietschende Joysticks und vor allem viel Geschrei und Gejubel hoch. Wir haben uns häufig einen Anschiss von seinem Vater abgeholt, der die Treppe hochgepoltert kam - vor allem, wenn er gerade eine Nachtschicht hinter sich hatte. Aber egal ob Rausschmiss oder gut gemeinte Sprüche der Mutter wie "Geht lieber draußen spielen!" oder "Wollt ihr nicht ins Freibad?" prallten an uns ab - oder wir sind eben zu mir geradelt...

HSV? BVB? S04? Die Teamauswahl beschränkte sich auf Pixel in sechs Trikotfarben.
HSV? BVB? S04? Die Teamauswahl beschränkte sich auf Pixel in sechs Trikotfarben.
Wir waren mit zehn oder elf Jahren wie Zombies, die auch bei gefühlten 40 Grad unterm Dach einfach nur C-64 und besonders diesen coolen Kick zocken wollten. Warum? Wenn man sich heute die Screenshots oder Videos anschaut, kann man sich nicht vorstellen, wie diese Pixelmännchen in der komischen Seitenansicht für magische Momente sorgen konnten. Unsere Leidenschaft für diesen Sport hat natürlich viel ausgemacht.; wir haben ja teilweise in Pöhlern vor dem Training losgelegt. Aber damals kam uns das tatsächlich vor wie ein virtuelles Fußballtheater - okay, wir haben auch Kreisliga gespielt. Und wir hatten wenig Vergleiche, obwohl Fußball in den Spielhallen schon wesentlich besser aussah. Aber sobald man am Joystick saß und der Ball rollte, ging der Zauber los.

Arcade-Kick ohne Schnörkel


Was für eine Inszenierung - Einmarsch und Halbzeit wurden zelebriert...
Was für eine Inszenierung - Einmarsch und Halbzeit wurden zelebriert...
Wie konnte das ohne offizielle Lizenzen, ohne volle Stadien, ja ohne 3D überhaupt rocken? Es war dieses leicht zugängliche, aber nichtsdestotrotz angenehm spektakuläre und unberechenbare Spielgefühl - das war einfach ein klassischer Arcade-Kick im besten Sinne. Nach dem Anstoß ging es zwischen zwei Sieben-Mann-Teams fast so schnell zur Sache wie in Barbarian. Nur dass hier eben keine Köpfe, sondern der Ball rollte. Und zwar nur auf einem gefühlten Viertel des Platzes - mehr war ja nicht zu sehen!

Mehrere Kameraperspektiven? Nein. Während man den am Ball nächsten Spieler in acht Richtungen bewegte und auf Knopfdruck passte, scrollte das Bild in seiner heute unheimlich komisch wirkenden seitlichen Ansicht nach links oder rechts mit. Aber was waren das für feine Animationen, wenn geschossen, geflankt oder eingeworfen wurde - festhalten: es gab sogar Ecken! Kam der Gegner vor das eigene Tor, übernahm man sofort den Torwart, so dass man alle Rollen
Das Bild scrollte nach links oder rechts mit...
Das Bild scrollte nach links oder rechts mit...
ausfüllen musste.

Jedes Match wie ein Finale

Beim Schreiben dieser Zeilen muss ich die ganze Zeit schmunzeln, weil ich gerade Pro Evolution Soccer 2016 teste und all die Mechaniken, Taktiken und Modi in meinem Kopf herumschwirren, die Sportspiele heutzutage anbieten. Damals gab es weder eine Liga noch einen Cup oder eine Karriere, sondern wirklich nur auf'm Platz. Uns hat diese extrem spartanische Kulisse jedenfalls für zig Revanches und Turniere mit vielen Freunden in eine Parallelwelt versetzt. Letztlich hatte auch jede Partie diesen Endspielcharakter, der ja auch im englischen Titel "Cup Final" steckt, zumal man
...man steuerte auch den torwart, wenn der Gegner in den 16er kam.
...man steuerte auch den Torwart, wenn der Gegner in den 16er kam.
als Sieger auch einen goldenen Pokal bekam.

Dabei konnte man nicht mal prominente Clubs, sondern lediglich eine von sechs Farben für sein Team wählen - aber hey: es gab auch Gelb! Und weil wir im Ruhrpott wohnten, freuten sich andere auf Blau. Auch Abseits, Fouls oder Karten, Verlängerung oder Elfmeter waren nicht vorhanden. Aber irgendwie entwickelte sich trotz dieser spartanischen Oberfläche, des begrenzten Regelwerks und der heute eher verrufenen One-Button-Steuerung jedesmal ein anderes Spielerlebnis. Dafür gab es immerhin neun Schwierigkeitsgrade, um alleine gegen die KI zu üben.

Was wir damals nicht wussten, weil wir keine Magazine lasen, sondern nur Disketten tauschten: International Soccer heimste einige Awards ein und inspirierte mit seiner Spielmechanik das heute vielleicht noch bekanntere und von mir später auch sehr geschätzte "Emlyn Hughes International Soccer", das quasi ein komplexer Nachfolger im Geiste war. Letzteres wird selbst heute noch in den ländlichen Regionen von Südwestwales gespielt. Und ich sitze mit über 40 noch wie ein kleiner Junge vor der PlayStation 4, um Tore zu schießen - Andrew Spencer ist zumindest mitschuldig.

Kommentare

XPact schrieb am
Wie cool. Das war auch mein erstes Fußball-Game auf dem C64. Allerdings schon auf dem 1541 Floppy Totschläger. :D
Sabrehawk schrieb am
ich hatte das game schon da GAB es noch kein Turbo tape das kam erst mind. 1 jahr später :D
Akabei schrieb am
Sabrehawk hat geschrieben:eine meine ersten Rau...kop... ähhh geshareten games überhaupt ...herrlich datasette ohne Turbo tape ..GURGL :D Bart wachs :D
Na wenn du schon eine ääh... Sicherheitskopie hattest, warum hast du es nicht mit Turbo Tape nochmals abgespeichert? War das während der großen Kassettenknappheit von 1984? :D
Wie auch immer, ich kann deine Qualen verstehen. Ich hatte den Football Manager als Original auf Tape und das Teil hat ungelogen mindestens fünfzehn Minuten zum Laden gebraucht. Erschwerend kam noch hinzu, dass längst nicht jeder Startversuch funktioniert hat. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich den Schreib - Lesekopf meiner Datassette neu justieren musste, aber es könnte eine dreistellige Zahl sein. :evil:
Sabrehawk schrieb am
eine meine ersten Rau...kop... ähhh geshareten games überhaupt ...herrlich datasette ohne Turbo tape ..GURGL :D Bart wachs :D
Satus schrieb am
Herrlich dieser Rückblick!
Habe ich ein paar mal mit meinem Freund gespielt, wobei ich mich damals noch nicht so recht für Fussball interessiert habe. Das grandiose EHIS später dagegen haben wir rauf und runter gedaddelt :D
schrieb am

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