Mehr Klassik fürs Geld
Vor gut einem Jahr hat Nintendo hierzulande die erste Edition der NES Classics (unser dazu gehöriges Special findet ihr hier) auf die Fans losgelassen: Originalgetreue Umsetzungen von NES-Kultspielen wie The Legend of Zelda oder Super Mario Bros. für den GBA, mit authentischer Spielbarkeit und Präsentation. Okay, nicht jeder Titel war ein Volltreffer, aber gerade die Oldschool-Zocker waren dankbar für die Möglichkeit, ihre verzockten Kindheitserinnerungen nochmals mobil erleben zu dürfen.
Einige Zeit ist ins Land gegangen, die Japaner vergnügen sich mittlerweile mit der dritten Auflage alter NES-Titel. Da ein überwiegender Teil davon aus außerhalb Japans kaum bekannter Games besteht, hat sich Nintendo für den hiesigen Release für eine Art Best-Of der zweiten und dritten Serie entschlossen. So stehen hier lediglich vier von 20 Titeln in den
Regalen, einige »Wäre schön«-Games wie Kid Icarus, Ghosts’n Goblins, Super Mario Bros 2 (das Original, nicht das hierzulande veröffentlichte, komplett andere Game) oder Twin Bee haben es leider nicht nach Europa geschafft.
Wir müssen leider draußen bleiben: Kid Icarus, Ghosts'n Goblins & Co. schwirren nur in Japan über den GBA-Screen.
Wie gehabt sind alle Titel dank neuester Emulations-Technologie authentische Umsetzungen der NES-Originale – teilweise sogar mit mehr Features: So dürft ihr einen Batterie schonenden Sleep-Modus aktivieren, teilweise rudimentär speichern; Dr. Mario unterstützt sogar den Wireless Adapter für Mehrspielerpartien. Lediglich optisch müssen geringe Abstriche gemacht werden: Um das NES-Bild dem breiteren GBA-Screen anzupassen, musste das Original-Bild vertikal leicht gestaucht werden, was aber im Spielfluss nie störend wirkt. Leider hat Nintendo auch dieses Mal versäumt, die NES Classics mit Hintergrundinformationen für nicht eingeweihte Spieler attraktiv zu machen – keine Anekdoten im Handbuch, keine historisch wertvollen Infos, gar nichts.
Natürlich halten wir uns an die schon beim ersten Special selbsterstellten Regeln, und verzichten auf eine Bewertung der Spiele im herkömmlichen Sinne – das würde den durch die Bank sehr alten, und damit alleine schon technisch heutigen Standards unendlich weit hinterher hinkenden Games kaum gerecht werden. Deswegen bewerten wir nur den »Kultfaktor«: Wie reizvoll ist das Spiel heute noch, gleichsam für Spieler der alten als auch der neuen Schule? Wieviel Sinn ergibt es in der NES Classics-Reihe? Und am wichtigsten: Macht es heute noch Spaß? Oder sollte es besser in der romantischen Verklärung bleiben?