Joust: Verbissene Flatter-Duelle - Special

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Joust (Action) von Midway
Verbissene Flatter-Duelle
Arcade-Action
Entwickler: Midway
Publisher: Midway
Release:
03.10.2005
kein Termin
2007
1982
Spielinfo Bilder Videos

Um sich in Ready Player One zu duellieren, braucht es keine Pferde. Stattdessen muss sich Held Parzival im Laufe des Romans im Kampf auf Flugtieren beweisen. Wir nehmen den Spielhallen-Oldie von Williams Electronics, mit dem man sich schon 1982 verbissene Zweikämpfe liefern konnte, näher unter die Lupe.



Wo wir hinfliegen, brauchen wir keine Pferde!

Wie so oft in jener Zeit beschreibt der Titel bereits ziemlich genau, was den Spieler erwartet. Das Jousting (zu Deutsch Tjost) beschreibt den bekannten mittelalterlichen Zweikampf von Rittern, die sich in Friedenszeiten oder zum Training mit riesigen Lanzen attackierten – was später z.B. in Defender of the Crown (zum Klassiker) schon ziemlich hübsch umgesetzt wurde. Im Jahr 1982 interpretierten Programmierer Bill Pfutzenreuter und seine Kollegen das Thema allerdings etwas freier. In Joust flattern die Ritter mehr oder weniger elegant auf einem Strauß oder Storch durch die pechschwarze Nacht über einer tödlichen Lavagrube. Im Zentrum steht das Duell mit einem menschlichen Gegner. Nebenbei wuseln aber auch aggressive, auf Bussarden reitende KI-Ritter über den Schirm. Sie schlüpfen übrigens nach ihrem Tod wieder aus einem Ei, wenn man es nicht vorher beseitigt.

Wer möchte, kann auch einzeln gegen schneller werdende Wellen von KI-Rittern kämpfen.
Gelandete Straußen trippeln mit langsamerem Tempo über die Plattformen. Wer möchte, kann übrigens auch alleine gegen schneller werdende Wellen von KI-Rittern kämpfen.

Wem das schon bizarr vorkommt, sollte sich mal die wild piepsende Sounduntermalung anhören. Trippel-trappel, trippel-trappel, quietsch, flupflupflup und zur Krönung eine voluminös rauschende Explosion. All das wird vom klassischen Williams-Soundboard D8224 generiert. Älteren Lesern dürften die Geräusche bekannt vorkommen: Das Board steckte schließlich auch in Titeln wie Defender, Robotron und diversen Pinball-Maschinen.

Rrräääääööö!

Vor allem die eigenwillige Steuerung machte das Spiel so reizvoll für den Zweikampf. Es reichten schließlich schon einige blitzschnell variierte Flügelschläge, um doch noch etwas höher auf den Gegner zu zu gleiten – und genau das war der Schlüssel zum Sieg. Die höhere Lanze gewann den Zusammenprall, so dass der Sieger seinem Gegenüber ein Leben abknöpfte. Einfach, aber auch heute noch sehr spannend! Sogar Spezialtechniken haben sich entwickelt, mit denen Profis sich zwischen zwei Plattformen das Ausfahren der Beine zu Nutze machen. Für zusätzliche Hektik sorgte die zugreifende Hand eines gierigen Lava-Trolls sowie ein gelegentlich auftauchender Pterodactylus, dessen Krächzen an eine startende Motorsäge erinnert. Wer wollte, konnte sich auch mit dem zweiten Spieler zusammentun, um sich kooperativ auf die Computergegner zu stürzen.

Trotz großer Beliebtheit in der Spielhalle und einiger Umsetzungen für frühe Konsolen und Heimcomputer bekam das Spiel später verhältnismäßig wenige Nachfolger, Ableger und Interpretationen. Der Automat Joust 2: Survival of the Fittest aus dem Jahr 1986 war so erfolglos, dass er heute als Sammlerstück betrachtet wird. Das geplante Remake Joust X für Heimkonsolen wurde in den Neunzigern sogar noch vorm Release wieder eingestellt. Dem 3D-Remake für die erfolglose Plattform Atari  Jaguar CD erging es ähnlich. Die grafisch leicht überarbeitete HD-Version des Originals ist heutzutage als Download mit Online-Modus für die Xbox 360 erhältlich: Sie ist auch mit der Xbox One kompatibel.

 

Kommentare

winkekatze schrieb am
Das hab ich in meiner Schulzeit bei einem Schulkameraden häufig auf einem Spectrum ZX gespielt. Leider wars da nur in Monochrom-Grün. Aber im vs. Multiplayer haben wir uns stundenlang bekämpft. Geniales Gameplay jedenfalls, dieses rumflattern :D
TaLLa schrieb am
Geil, ein Rückblick zu einem super Buch-Spoiler wird. Raffiniert xD
John_Doe_404 schrieb am
Einer meiner persönlichen Allzeit-Favoriten.
Bockschwer in späteren Leveln, aber trotzdem sind massenweise Geldstücke von mir davon im Automaten gelandet. Das dürfte zudem das erste Spiel gewesen sein, in dem ein Feuerknopf eben nicht fürs Feuern gedacht war.
Großartiges Spiel.
Die knappen fünf Euro für die 360/One Version nehme ich gleich mal in die Hand.
schrieb am