TrackMania DS26.11.2008, Jan Wöbbeking
TrackMania DS

Im Test:

Fließbandarbeit muss nicht zwangsläufig zu schlechten Ergebnissen führen. Das beste Beispiel für diese These ist die Spieleschmiede Firebrand Games: Im rekordverdächtigen Zeitraum von rund einem Jahr hat das Team ganze fünf DS-Rennspiele für verschiedene Publisher auf den Markt gebracht und mit Need for Speed: Undercover steht bereits ein sechstes Exemplar in den Startlöchern. Trotz aller Eile haben die Workaholics stets erstaunlich gute Arbeit abgeliefert. Auch ihre aktuelle DS-Umsetzung des Community-Hits Trackmania vom PC tanzt nicht aus der Reihe und sorgt vor allem in geselliger Runde für hektischen Arcade-Spaß.

Die Community bleibt draußen

Ein wenig mehr Zeit sollten die beiden Studios in den USA und dem Vereinigten Königreich sich trotzdem lassen. Trotz der spielerischen Qualitäten besaßen die meisten der von uns getesteten Titel einen dicken Schönheitsfehler: Bei den beiden Race Driver-Teilen war es z.B. die agressive KI und in Trackmania ist es der fehlende Online-Modus.

Fast wie am PC: Die Arena-, Rally- und Wüstenkurse strotzen zwar nicht vor Details, flutschen aber flüssig über den Bildschirm.
Gerade bei einem Spiel, welches sich derart stark durch seine Community-Möglichkeiten definiert, ist die Kürzung ein schmerzlicher Verlust.

Multiplayer-Spaß könnt ihr trotzdem haben - allerdings nur lokal mit bis zu vier Spielern und nicht über das Netz. Oder ihr versucht euch auf über 100 Strecken an einer der Einzelspieler-Aufgaben. Das Fahrverhalten fällt wie gewohnt sehr arcadelastig aus. Ihr heizt mit Formel 1-Wagen ähnelnden Renn-Boliden über Arena-Strecken mit Loopings und Steilwänden, mit schliddernden Rallye-Wagen an idyllischen Windmühlen vorbei durch die Pampa oder mit Gelände-Pickups über Gitterkonstruktionen durch die staubige Wüste. Neben den Zeitrennen über die genannten Strecken erwartet euch außerdem der Plattform-Modus, welcher einem Jump'n'Run ähnelt. Aber Vorsicht: Bereits einige der ersten Levels könnten euch dazu verführen, den DS an die Wand zu pfeffern.

Ihr habt die Wahl

Falls es euch zu knifflig wird, verdient ihr euch die »Coppers« genannte Währung einfach anderswo. Besonders interessant ist der auch auf dem PC beliebte Puzzle-Modus: Baut im Editor eine Strecke derart geschickt zusammen, dass ihr im Anschluss innerhalb des Zeitlimits ins Ziel kommt. Ihr dürft aber auch einfach zum Vergnügen Kurse basteln. Der 3D-Editor lässt sich zwar nicht ganz so leicht bedienen wie seine zweidimensionalen Pendants in den beiden Race-Driver-Ablegern auf DS, doch habt ihr euch erst einmal an die Handhabung gewöhnt, könnt ihr durchaus amtlich fordernde Tracks aus dem Boden stampfen und sie hinterher mit euren Freunden tauschen. Dank der großen Höhenunterschiede seid ihr in der Lage, verschnörkelte, mit jeder Menge Sprüngen, Loops und Steilwänden ausgestattete Kurse zu erschaffen, die sich wie eine Achterbahn mehrmals kreuzen.

Zeichnet die Strecke direkt auf den Touchscreen und verfeinert sie dann mit Stunts. Die Kamera lässt sich mittels Stylus frei rotieren. Am unteren Rand klickt ihr euch durch Teile-Ordner, oben gibt's Bedienungs-Tipps.

Ihr zeichnet die Strecke mit einem von euch festgelegten Standard-Streckenteil direkt auf den Touchscreen und verziert sie dann mit Hilfe der Ordner am unteren Rand mit Spezialteilen. Letztere kauft ihr euch mit der im Einzelspieler-Modus verdienten Währung. Bei der Zahl der Teile haben die Entwickler einen guten Kompromiss zwischen Übersicht und Vielfalt getroffen. Es gibt nicht all zu viele Streckenteile und Dekorationen, doch alle davon wirken wirken äußerst sinnvoll ausgewählt. Ihr habt die Wahl zwischen schrägen Beschleunigungspfeilen, Hindernissen, Löchern im Boden sowie Dekorationen wie Heißluftballons, Windmühlen, einfachen Gebäuden und verschiedenen Baumgruppen. Im Rallye-Modus müsst ihr leider mit unfreiwilligen Hubbeln zwischen einzelnen Teilen leben, die euch vor allem vor Kurven gerne aus der Bahn schmeißen. In den anderen beiden Wagen- bzw. Kulissen-Klassen taucht das Problem glücklicherweise nicht auf.

Rennspaß im Quartett

Auf einen Online-Modus müsst ihr zwar verzichten, im Gegenzug hat Firebrand aber dafür gesorgt, dass lokal die Luzi abgeht. Besitzen alle zwei bis vier Spieler einen DS und das Spiel, können sie sich in sämtlichen Spielmodi austoben. Ihr tretet zu flüssig ablaufenden Einzelrennen und Meisterschaften auf sämtlichen Kursen an oder versucht innerhalb einer vor Spielbeginn festgelegten Zeit, einen Rundenrekord aufzustellen. Kollisionen gibt es dabei genau so wenig wie im Einzelspielermodus - ihr versucht lediglich, die beste Zeit zu erreichen. Habt ihr nur ein Modul, dürft ihr per Datenübertragung immer noch zu einer recht ordentlichen Zahl an Events antreten. Sogar wenn ihr nur nur einen DS und ein Modul zur Hand habt, könnt ihr um die Wette heizen: Bis zu acht Spieler lassen im Hotseat-Modus den DS herum wandern.  

Fazit

Es ist kaum zu glauben: Obwohl Entwickler Firebrand Games parallel an mehreren Rennspielen für den DS arbeitet und etwa alle zwei Monate einen Titel auf den Markt schmeißt, kommt dabei kein Murks heraus. Im Gegenteil - auch den Fun-Racer Trackmania haben die Workaholics gut vom PC auf Nintendos Handheld portiert. Wenn man die schwache Hardware berücksichtigt, sieht die Umsetzung dem Original erstaunlich ähnlich. Die kleinen Arcade-Flitzer sausen flüssig über Rampen und durch Loopings und die zahlreichen Multiplayer-Modi sorgen für jede Menge Gezeter in den heiligen Hallen der 4Players-Redaktion. Schade, dass keinerlei Online-Unterstützung geboten wird. Damit haben die Entwickler den Community-Titel um seine wichtigste Komponente beschnitten. Immerhin dürft ihr euch in den Einzelspieler-Aufgaben auf bis zu hundert Strecken austoben. Erfreulich auch, dass der Puzzle-Modus integriert wurde - dadurch gewinnt der Streckenbau im Vergleich zu den beiden Race Driver-Teilen enorm an Spieltiefe. Insgesamt fesseln die beiden Codemasters-Titel von Firebrand aber vor allem Einzelspieler deutlich länger an den DS - und bieten beide einen Online-Modus. Wenn ihr aber ohnehin nur unterwegs mit ein paar Freunden Gas geben und Strecken tauschen wollt, ist Trackmania DS das ideale Spiel für euch.

Pro

<P>
unkomplizierter und flüssiger Arcade-Spaß für bis zu vier Bleifüße
recht gut bedienbarer Streckeneditor
Kurse lassen sich lokal tauschen
Multiplayer mit Einzelkarte oder mehreren Modulen
zusätzlicher Hotseat-Modus für einzelnen DS
meist sehr flüssige Darstellung</P>

Kontra

<P>
keinerlei Online-Unterstützung
frustig schwere Puzzle-Kurse</P>

Wertung

NDS

Arcade-Gaudi ohne Online-Unterstützung: Dank Editor und diverser Mehrspieler-Modi sorgt Trackmania auch unterwegs für erbitterte Kämpfe um die Rundenzeit.

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