Fallout: New Vegas
USK: 18

Test: Fallout: New Vegas

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Nach ein paar Schüssen in den Kopf ist das Leben für die meisten Getroffenen vorbei. Aber in Fallout: New Vegas fängt es für einen totgeweihten Kurier erst an: Er überlebt den mörderischen Überfall, weil ihn ein seltsam freundlicher Roboter aus dem blutigen Sand birgt und ein hilfsbereiter Arzt rechtzeitig die Kugeln entfernt. Bitte dreimal raten, wofür sich der frisch gerettete Held im darauf folgenden Abenteuer brennend interessiert? Richtig, und so beginnt er seine Suche in der sengenden Hitze des postnuklearen Amerika.
Rage against the Machine

Bis hierher ist es ein langer Weg: Wer in den bunten Sperrbezirk will, muss entweder 2000 Kronkorken zahlen oder die Wachroboter mit seinem wissenschaftlichen Know-how überzeugen.
Ich schleppe mich mit einem verkrüppelten Bein, akuten Entzugserscheinungen und halb verdurstet in den Kontrollraum. Meine Wahrnehmung sinkt, meine Kraft schwindet. Soll ich das letzte Stimpak jetzt einnehmen? Sicher ist sicher: Meine Lebensleiste wächst ein wenig, dann hört dieser bedrohliche Herzschlag endlich auf und es summt nur noch in der Stille. Vor mir liegt der Rechner einer gigantischen Stromanlage, hinter mir eine lebensgefährliche Tour, deren letzte Meter ich nur schleichend an schießwütigen Wachrobotern vorbei überstanden habe. Jetzt durchatmen, endlich bin ich da!

Aber was ist das? Wieso funktioniert der Computer nicht, warum kann ich die verdammte Maschine nicht aktivieren? Ich werde erst wütend. Dann schaue ich mich um. Ach so, ich muss erst das Notstromaggregat einschalten! Das ist ja kein Problem, also klick ich einfach darauf und Murphy lässt grüßen - es ist defekt! Man braucht ein Stück Altmetall und eine Reparaturfähigkeit von 35, um es in Gang zu bringen. Ich habe kein Altmetall und ich habe nur ein Know-how von 24. Ich fluche, fühle mich nach all den Strapazen fast deprimiert. Doch ich will an diesem Ende der Quest nicht aufgeben, zumal sich meine Entscheidungen über den Strom auf die gesamte Region auswirken können. Werde ich ihn als Waffe nutzen, nur New Vegas zukommen lassen oder gerecht unter allen Orten verteilen?

Kampf um Altmetall und Intelligenz

Vor dem Strip steht der Konflikt in der Mojave-Wüste: Dynamit kann gegen die Panzerung der Riesenskorpione und andere mutierte Insekten helfen.
Dieses Rollenspiel überlässt mir immer die freie Wahl. Als brachialer Kämpfer spielen oder als geschickter Scharfschütze? Folter oder Psychodruck im Verhör? Eine Militärregierung einsetzen oder einen korrupten Sherriff? Schnelles Geld verdienen oder Datenvernichtung zum Wohle der Menschheit? Es führt weder auf der politischen noch auf der spielmechanischen Ebene in lineare Sackgassen, sondern eröffnet immer mehrere Auswege. Wer eine harmlose Aufgabe wie die Untersuchung einer Raketenanlage oder eines Vaults startet, muss damit rechnen, dass er sich in einem Konflikt zwischen verfeindeten Parteien und optionalen Zielen wieder findet. Ganz selten geht es um klassisches Holen und Bringen, viel öfter um überraschende Recherche vor Ort in liebevoll ausgearbeiteten Nebenquests mit glaubwürdigen Charakteren.

Auch in dieser Situation im Kontrollraum steigt meine Motivation wie in zig anderen abwechslungsreichen Quests nach ein wenig Überlegung: Hatte ich da nicht ein Magazin "Selbst ist der Mann!" etwas weiter oben gefunden und in meinem Rucksack verstaut? Schnell wühlen: Hurra, da ist es - und das erhöht meine Kenntnisse temporär um zehn Punkte. Und wenn ich meine Intelligenz wenigstens kurzfristig über ein Aufputschmittel steigern kann, erreiche ich locker die 35! Abhängig bin ich sowieso schon, der Arztbesuch wird meine nächste Quest...

Und Altmetall? Das hinterlassen die Wachroboter! Allerdings wird das kniffliger, denn ich bin körperlich am Ende, habe keine Granaten mehr und nur noch wenig Munition - vor allem keine Panzer brechenden Geschosse für meinen schweren Colt. Aber ich habe noch eine letzte Splittermine: Also schleppe ich mich aus dem Raum heraus, folge dem Gang, sehe den Roboter, schieße ihn an und höre ihn mit seinem Warnruf anrollen. Ich platziere die Mine, ziehe mich sofort zurück und warte ... einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig - KRABUUUMMM! Der Blecheimer quietscht noch vorwärts, ich aktiviere das Zielsystem und hoffe, dass die drei Kugeln ausreichen, um ihm den Rest zu geben.                     

Kommentare

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  • So hab mir jetzt die Ultimate Edition vorbestellt. Freu mich schon drauf. Leider habe ich im Februar eigentlich keine Zeit aber NV wird dann definitiv in Angriff genommen
  • Keyalha schrieb:
    Ich weiß nicht ich hab Fallout 3 bis zum umfallen gedaddelt und mich immer gut Unterhalten gefühlt aber in NV bin ich bisher nie über Novac hinausgekommen fühlte mich viel zu eingeengt in meinem Bewegungsradius
    Es gibt bei NV gefährliche Orte  [...]
    Keyalha schrieb:
    Ich weiß nicht ich hab Fallout 3 bis zum umfallen gedaddelt und mich immer gut Unterhalten gefühlt aber in NV bin ich bisher nie über Novac hinausgekommen fühlte mich viel zu eingeengt in meinem Bewegungsradius
    Es gibt bei NV gefährliche Orte und solche, die weniger gefährlich sind. Das war bei open world Rollenspielen schon immer so, bis jemand bei Bethesda keinen Bock mehr darauf hatte dahin Arbeit zu investieren, sich überlegen zu müssen, wo man was am besten platziert. Und so etwas soll ich auch noch gut finden? Wenn Dark Souls oder WOW sowas je hätten, würde das doch keine Sau spielen. "Beim ortszentrierten Ansatz wird die Spielwelt in gefährlichere und leichtere Gebiete unterteilt. Irgendwo tief in der Wildnis ist es wesentlich gefährlicher als in der Nähe grosser Ansiedlungen. Das ist ein sehr viel klassischerer Ansatz für RPGs. Unabhängig vom Level kann es der Spieler mit unterschiedlich schweren Gegnern zu tun bekommen. Ihr Schwierigkeitsgrad ist nicht an den Level des Chars, sondern an die Region, in der sie leben, angepasst. Ortszentrierte Ansätze sind meiner Meinung nach spannender, sie schaffen eine glaubwürdigere Spielwelt und das befriedigende Gefühl, mit dem Levelaufstieg auch tatsächlich stärker zu werden." http://theelderscrolls.info/?go=4zSOCDeutsch =============== Etwas stört mich bei den neuen Fallouts: Beim alten Fallout hatten die Waffen eine Trefferquote, die im Menü auch angezeigt wurde. Im neuen Fallout muss ich mir ständig irgendjemanden suchen, der dumm rumsteht und den ich erst anvisieren muss, um die Treffer-Genauigkeit zu erfahren. Oft haben dann Pistolen eine bessere Genauigkeit als Gewehre. (Auch schwankt das ungewöhnlich/unlogisch stark.) Finde ich kacke. In Fallout 2 ist das nämlich so: Treffen sich zwei Männer und der Eine hat ein Gewehr, der Andere nur eine Pistole, dann ist der mit der Pistole ein toter Mann.
  • padi2 schrieb:
    "die Charaktererstellung ist nicht tragbar."? Immer noch besser als dieser kitschige Mist von F3. Ich fragte mich da immer wieder, wie die das dem coolen Fallout nur antun konnten, meine Fresse war ich froh, als ich endlich den Ausgang dieses verdammten
     [...]
    padi2 schrieb:
    "die Charaktererstellung ist nicht tragbar."? Immer noch besser als dieser kitschige Mist von F3. Ich fragte mich da immer wieder, wie die das dem coolen Fallout nur antun konnten, meine Fresse war ich froh, als ich endlich den Ausgang dieses verdammten Bunkers sah. So konnte Fallout 3 dann, nach stundenlanger Zeitverschwendung, endlich beginnen.
    Aber so was von, obwohl ich Fallout NV noch nit mal gespielt hab, aber besser als der Anfang von F3 muss er ja sein, der war ja wohl mal oberpeinlich mit dem Blag spielen und Kindergeburtstag. Das schlimmste daran, meiner Meinung nach ist der Anfangsbunker also der Prolog quasi auch noch der beste Teil von ganz Fallout 3.