Monkey Island 2: LeChuck's Revenge - Special Edition
USK: 12

Test: Monkey Island 2: LeChuck's Revenge - Special Edition

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  Fazit 

Autor:
Paul Kautz

Der garstige Geisterpirat ist besiegt, das Herz der liebreizenden Gouverneurin erobert - das Leben ist gut für den jungen Guybrush Threepwood. Aber was wäre ein echter Seebär, wenn er sich nach einem solchen Erfolg direkt zur Ruhe setzt? Nix da, das Abenteuer ruft, außerdem wächst langsam eine Art Bart heran - der muss natürlich raus in die Welt! Und dann ist da noch dieser gigantische Schatz namens  »Big Whoop«, der jeden anständigen Piratenjungen ziemlich neugierig macht...

Mehr Voodoo, mehr Freude

Video: Aus Alt mach Neu mach Alt mach Neu - das generalüberholte Monkey Island 2 erlaubt erneut den fliegenden Wechsel zwischen Original und Special Edition.
Das ist Monkey Island 2: Albern, phantasievoll, bekloppt, ideenreich, voller unerwarteter Wendungen und abgefahrener Figuren. Also genau wie der legendäre erste Teil - nur in größer, besser und mehr. Das hat man nicht nur an den elf Disketten gesehen, die seinerzeit gebraucht wurden, sondern auch an der Auswahl, vor die man direkt zum Spielstart gestellt wurde: »I've never played an adventure game before. I'm scared.« für die Wasserratten und »I want it all! All the puzzles! All the work!« für den bärtigen Augenklappler - ein Adventure mit zwei Schwierigkeitsgraden, die zu zwei deutlich unterschiedlichen Spielerlebnissen führten! Wo gibt's denn sowas? Nicht in der Special Edition, denn hier existiert nur eine Stufe für alle - die schwerere. Da die zum Teil ein echter Kopfknacker ist, gibt es dieses Mal zur Unterstützung nicht wie beim Vorgänger nur eine, sondern gleich zwei Hilfe-Funktionen auf den Weg. Da wären zum einen die bekannten Tipps: Hält man die Hilfe-Taste gedrückt, schüttelt den iPod oder hält drei Finger gleichzeitig auf dem iPad gedrückt, gibt es einen allgemeinen Tipp zur weiteren Vorgehensweise. Das gleiche nochmal, wird der Hinweis schon spezifischer. Ein Mal geht noch, dann wird man mit der Nase auf die Lösung des aktuellen Puzzles gestoßen. Theoretisch kann man damit das gesamte Spiel durchqueren, praktisch sollte man sich in so einem Fall aber besser das Geld sparen - denn wo bleibt da bitteschön der Grübelspaß?

Für alle, die etwas Hilfe benötigen, aber nicht direkt vorgebetet bekommen möchten, was sie tun sollen, ist die zweite Funktion hilfreich: Ein Druck auf die Taste zur Objektmarkierung (iPod & iPad: zwei Finger gleichzeitig auf den Screen), und schon werden alle im Bild befindlichen Gegenstände, die man benutzen kann, farblich hervorgehoben. 
Ein klassischer Monkey Island-Dialog in der Original-Fassung...
Das ist subtiler, funktioniert allerdings nur im Special-Modus, nicht in der klassischen Ansicht.

Dies waren die Pixeltage

Wie schon beim ersten Teil darf man auch hier jederzeit zwischen Alt und Neu wechseln: Ein Druck auf die entsprechende Taste bzw. ein doppelfingriger Wischer auf den iGeräten, und schon verwandeln sich die hochauflösenden Figuren und Hintergründe in die VGA-Freunden von 1991. Der Übergang ist nahtlos und nach wie vor höchst beeindruckend, kaum ein anderes Spiel schafft es derart perfekt, den Glanz der 320x200-Pixeltage mit der HD-Verliebtheit der modernen Zeit zu kombinieren. Um das Seitenverhältnis zu wahren (die Originalversion lief in 4:2,5, die neue Fassung bietet ein 16:9-Bild), wird das Inventar bei der Special Edition vom unteren Bildschirmrand verbannt - stattdessen verbirgt es sich hinter einer Taste, und kann jederzeit aufgerufen werden. Bleibt das klassische Point-n-Click-Konzept in der Originalfassung erhalten, gibt es in der frischen Version mehrere Möglichkeiten der Interaktion: Zum einen kann man auch hier mit der Maus bzw. dem linken Analogstick den Cursor direkt steuern; will man mit einem Objekt hantieren, drückt man die entsprechende Taste und bekommt eine Auswahl möglicher Aktionen serviert - keine Sorge, Freunde alberner Parser, es sind nicht nur sinnvolle dabei.
...und in der komplett aufgemöbelten Special Edition. Nicht nur die Grafik wurde verbessert, auch der Sound erfuhr eine beeindruckende Runderneuerung.
Außerdem darf man Guybrush neuerdings auch direkt steuern, was aber nicht so präzise wie die Alternative funktioniert. iPod und iPad nehmen eine Sonderrolle ein: In der modernen Version kann man seinen Lieblingspiraten per direktem Batscher auf dem Touchscreen zum gewünschtem Objekt schicken - in der klassischen Variante geht das leider nicht. Hier muss man, wie schon beim Vorgänger, das Fadenkreuz etwas umständlich über den Bildschirm wischen, nicht mal die Verben darf man direkt anwählen.

Das Umschalten zwischen Old Monkey Island und New Monkey Island betrifft nicht nur die Grafik - auch die Musik wird gewechselt, und zwar ebenso weich überblendend. Die klassischen Karibik-Weisen wurden aufwändig neu eingespielt, das Resultat weckt ratzfatz den Wunsch nach einer separaten Audio-CD. Außerdem gibt es in der neuen Version wie gewohnt weitaus mehr Soundeffekte zu hören. Die alten Stücke sind dagegen eine Enttäuschung: Nicht aufgrund der Kompositionen, die Themen von Michael Land, Clint Bajakian und Peter McConnell sind absolut zeitlos. Nur klingen sie hier zum einen weitaus dumpfer und weniger dynamisch, als man es damals von einem PC mit MT-32-Soundkarte gewohnt war.

        

Kommentare

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  • Das nächste Monkey Island sollte so sein wie diese Prewiew eines Fans. http://www.youtube.com/watch?v=3bInZ7_y4Lw&fmt=22
  • Ich fände ja eine Neuauflage von Grim Fandango mit neuer Grafik und besserer Steuerung als damals. Das spiel wahr inhaltich eins der besten Adventures das ich je gespielt habe
  • Mich stört so etwas aber auch. LucasArts hat vorher gesagt, die Classic-Variante sei die 'definitive MI2'-Version. Das ist so aber nicht richtig, es fehlen Intro, Outro und eben der einfacherere Schwierigkeitsgrad, von der schlimmen Musikumsetzung in der Classic-Variante ganz zu schweigen. Das Imuse  [...] Mich stört so etwas aber auch. LucasArts hat vorher gesagt, die Classic-Variante sei die 'definitive MI2'-Version. Das ist so aber nicht richtig, es fehlen Intro, Outro und eben der einfacherere Schwierigkeitsgrad, von der schlimmen Musikumsetzung in der Classic-Variante ganz zu schweigen. Das Imuse System war doch total schön, wieso wurde das nur geändert? Dabei geht es nicht darum, dass es einfacher ist, sondern dass Inhalte und Texte fehlen. Begrenzter Wiederspielwert? Das würde ich mal ganz schnell löschen. Monkey Island wird von Spielern auch in 10 Jahren noch rausgekramt und wieder und wieder durchgespielt - selbst ohne Special Edition würde das Game garantiert irgendwo in diesem Moment nochmal gespielt. Und Nein, ich möchte die neue Steuerung NICHT in der Klassik Version. Ich finde die alte Steuerung nämlich besser und würde die Neuauflage lieber damit spielen können. Alternativ wäre es schon ok, das Inventar ständig auf dem Screen zu haben - bei mir geht das Öffnen nämlich nur mit Tastatur und nicht mit dem mittleren Mausrad (weil das auf Doppelklick eingestellt ist und ich das für MI nicht ändere). Das könnte man auch gut und gerne als Minuspunkt bei der Bedienung anfügen. Nochmals verbesserte Steuerung ist auch keine gute Formulierung. Bei der Special Edition von Teil 1, war die Bedienung nämlich vermurkst. Und ich bekomme den zweiten Teil der Special-Edition nicht gestartet, es erscheint folgende Meldung, ... hat ein Problem festgestellt und muss beendet werden, ich habe Direct-X und Visual C++ auf dem neuesten Stand gebracht und trotzdem dieses Problem. Bei meinem Stiefvater auf dem PC funktioniert das einwandfrei und er hat ne ziemlich alte Gurke, liegt das eventuell daran, das der PC zu neu ist? Die Originale laufen nämlich auch nur noch mit Scumm-VM ansonsten erscheint die Meldung Integer divided by 0. Dieses Spiel war für mich leider bis jetzt ein Fehlkauf, ich finde, dass die ursprünglichen Monkey Island-Teile genial sind, aber die neuen HD-Remakes können mit den originalen überhaupt nicht mithalten. Der 1. Teil hat eine akzeptable Grafik aber dafür sehr schlechte Steuerung erhalten, wieso bedient man sich nicht der Steuerung aus Teil 3 mit der Münze und den 3 Symbolen oder belässt es bei der originalen klassischen Verbsteuerung? Dann gibt es auch keine deutsche Sprachausgabe, wieso holt man sich nicht einfach Norman Matt an Bord und vertont das ganze? Auf Englisch ist das Spiel nicht wirklich zu genießen. Der 2. Teil, welcher vieles besser machen sollte als das erste Remake lässt sich leider gar nicht erst starten (daher Fehlkauf und somit rausgeschmissenes Geld), es folgt eine Meldung wie: ... hat ein Problem festgestellt und muss beendet werden, also so gehts nicht, wenn schon Remakes, dann sollten diese auch im Stile Teil 3 sein, da merkt man sehr stark, dass nicht das Original-Entwicklerteam daran gearbeitet hat, sonst wären die Remakes deutlich besser geworden. Die Originale Hui die Remakes Pfui.