Monkey Island 2: LeChuck's Revenge - Special Edition
USK: 12

Test: Monkey Island 2: LeChuck's Revenge - Special Edition

So testet 4Players
Seite:  1  |  2  |  Fazit 

Autor:
Paul Kautz

Leider nicht im Bild: Der unterhaltsame Audio-Kommentar der drei Original-Designer. So etwas ist im Spielebereich bis heute eine Seltenheit.
Zum anderen wurde das legendäre iMUSE-System scheinbar über Bord geworfen: Das sorgte seinerzeit dafür, dass Musikstücke nicht einfach nur sanft ineinander übergehen, sondern sich auch grundverschiedene Themen ineinander verweben, Spur für Spur - das Resultat war eine akustische Sensation, welche die Musiklandschaft der LucasArts-Spiele auf Jahre hinaus definierte. Hier ist davon nichts zu hören: Die Stücke faden zwar auch ineinander, aber weitaus holpriger, als man es kennt - was umso ironischer ist, da das iMUSE-System gleich zu Beginn im Audiokommentar so hervorgehoben wird.

Audiokommentar?

Jup, Audiokommentar! Im DVD-Bereich schon lange Normalität (und da oft genug auch bestenfalls Grund zum Gähnen), in der Spielelandschaft nach wie vor eine absolute Seltenheit. Für die Monkey Island 2-Special Edition haben die Entwickler die drei ursprünglichen Designer Tim Schafer, Ron Gilbert und Dave Grossman ins Studio gezerrt, sie auf bequeme Couchen platziert und viele Szenen kommentieren lassen. Das Resultat ist angesichts des legendären Humorgehalts des Trios nicht ganz so lustig wie gehofft, aber nichtsdestotrotz ein fantastischer Bonus, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Falls man das doch möchte, kann man ihn auch in den Optionen abschalten - und iPod-Spieler müssen ganz darauf verzichten.

Neben den drei Meistern kommen auch alle anderen Figuren im Spiel zu Wort - und die Sprecher sind einmal mehr grandios, selbst Vorgänger-Schlaftablette Stan hat hörbar dazugelernt. Je nach Systemeinstellung gibt es wahlweise deutsche Texte, die Sprachausgabe bleibt in jedem Fall Englisch. Und in jedem Fall erhalten, denn anders als im Vorgänger wird jetzt auch munter weiter gequasselt, wenn man zur Originalversion wechselt - wer das als unerwünschten Stilbruch empfindet, kann just diese Möglichkeit in den Optionen deaktivieren. Der Spielstand wird aller paar Minuten automatisch gesichert, außerdem darf man auch selbst jederzeit speichern.

Die Schere auf der Schulter

Der Vorgänger  war bereits ein 2D-Meisterwerk, der neue Teil steht diesem hohen Anspruch in nichts nach: Die Hintergründe sind teilweise zum Niederknien schön, sachte schwappt das Wasser, es gibt weitaus mehr Details zu sehen (wie man schön beim Umschalten erkennen kann), es scrollt 
In der neuen Fassung verschwindet das Inventar ganz vom Bildschirm. Zusätzlich zur bekannten Hilfe-Funktion gibt es eine zweite, mit der man Objekte farblich hervor heben kann. Das dürfte auch gebraucht werden, denn im Gegensatz zu früher gibt es nur noch einen Schwierigkeitsgrad - den schwereren.
butterweich in alle Richtungen - und die Animationen der Figuren wurden komplett überarbeitet, und beschränken sich nicht mehr nur auf die vorgegebene Animationszahl. Halbwichtiges Detail: Guybrushs Frisur sieht dieses Mal weitaus besser aus. Was allerdings mysteriös ist, ist die komplette Abwesenheit von Vor- und Abspann: Im Original ärgert sich Guybrush zu Beginn mehrfach mit tanzwütigen Affen herum, diesen Job übernimmt jetzt zumindest kurzzeitig das LucasArts-Logo - die Einstiegscredits mit den schönen Piratenbildern fehlen allerdings komplett. Auch der Abspann, in dem man grandiose Tipps erhielt, was man tun könne, nachdem man das Spiel gemeistert hat, fehlt zur Gänze. Auf iPad und iPod muss man außerdem mit weniger Grafikdetails leben - das Wasser bleibt hier z.b. reglos. Auf dem iPod herrscht außerdem schon wieder das Problem vor, dass die Grafik der Originalversion nicht korrekt auf dem kleinen Bildschirm dargestellt wird: Das ursprüngliche Monkey Island sieht hier etwas zerfusselt aus.

Mit Ausnahme des iPods gibt es in allen Versionen Artworks freizuspielen, in denen die ursprünglichen Grafiker einige ihrer Werke präsentieren - leider relativ niedrig aufgelöst und nicht zoombar. Auf PC, 360 und PS3 gibt es außerdem Online-Ranglisten, in denen man sich mit Piraten aus aller Welt messen kann - auf iPod und iPad wird ebenfalls die »Piraten-Performance« gemessen, Online-Vergleiche sind aber nicht möglich.

   

Kommentare

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  • Das nächste Monkey Island sollte so sein wie diese Prewiew eines Fans. http://www.youtube.com/watch?v=3bInZ7_y4Lw&fmt=22
  • Ich fände ja eine Neuauflage von Grim Fandango mit neuer Grafik und besserer Steuerung als damals. Das spiel wahr inhaltich eins der besten Adventures das ich je gespielt habe
  • Mich stört so etwas aber auch. LucasArts hat vorher gesagt, die Classic-Variante sei die 'definitive MI2'-Version. Das ist so aber nicht richtig, es fehlen Intro, Outro und eben der einfacherere Schwierigkeitsgrad, von der schlimmen Musikumsetzung in der Classic-Variante ganz zu schweigen. Das Imuse  [...] Mich stört so etwas aber auch. LucasArts hat vorher gesagt, die Classic-Variante sei die 'definitive MI2'-Version. Das ist so aber nicht richtig, es fehlen Intro, Outro und eben der einfacherere Schwierigkeitsgrad, von der schlimmen Musikumsetzung in der Classic-Variante ganz zu schweigen. Das Imuse System war doch total schön, wieso wurde das nur geändert? Dabei geht es nicht darum, dass es einfacher ist, sondern dass Inhalte und Texte fehlen. Begrenzter Wiederspielwert? Das würde ich mal ganz schnell löschen. Monkey Island wird von Spielern auch in 10 Jahren noch rausgekramt und wieder und wieder durchgespielt - selbst ohne Special Edition würde das Game garantiert irgendwo in diesem Moment nochmal gespielt. Und Nein, ich möchte die neue Steuerung NICHT in der Klassik Version. Ich finde die alte Steuerung nämlich besser und würde die Neuauflage lieber damit spielen können. Alternativ wäre es schon ok, das Inventar ständig auf dem Screen zu haben - bei mir geht das Öffnen nämlich nur mit Tastatur und nicht mit dem mittleren Mausrad (weil das auf Doppelklick eingestellt ist und ich das für MI nicht ändere). Das könnte man auch gut und gerne als Minuspunkt bei der Bedienung anfügen. Nochmals verbesserte Steuerung ist auch keine gute Formulierung. Bei der Special Edition von Teil 1, war die Bedienung nämlich vermurkst. Und ich bekomme den zweiten Teil der Special-Edition nicht gestartet, es erscheint folgende Meldung, ... hat ein Problem festgestellt und muss beendet werden, ich habe Direct-X und Visual C++ auf dem neuesten Stand gebracht und trotzdem dieses Problem. Bei meinem Stiefvater auf dem PC funktioniert das einwandfrei und er hat ne ziemlich alte Gurke, liegt das eventuell daran, das der PC zu neu ist? Die Originale laufen nämlich auch nur noch mit Scumm-VM ansonsten erscheint die Meldung Integer divided by 0. Dieses Spiel war für mich leider bis jetzt ein Fehlkauf, ich finde, dass die ursprünglichen Monkey Island-Teile genial sind, aber die neuen HD-Remakes können mit den originalen überhaupt nicht mithalten. Der 1. Teil hat eine akzeptable Grafik aber dafür sehr schlechte Steuerung erhalten, wieso bedient man sich nicht der Steuerung aus Teil 3 mit der Münze und den 3 Symbolen oder belässt es bei der originalen klassischen Verbsteuerung? Dann gibt es auch keine deutsche Sprachausgabe, wieso holt man sich nicht einfach Norman Matt an Bord und vertont das ganze? Auf Englisch ist das Spiel nicht wirklich zu genießen. Der 2. Teil, welcher vieles besser machen sollte als das erste Remake lässt sich leider gar nicht erst starten (daher Fehlkauf und somit rausgeschmissenes Geld), es folgt eine Meldung wie: ... hat ein Problem festgestellt und muss beendet werden, also so gehts nicht, wenn schon Remakes, dann sollten diese auch im Stile Teil 3 sein, da merkt man sehr stark, dass nicht das Original-Entwicklerteam daran gearbeitet hat, sonst wären die Remakes deutlich besser geworden. Die Originale Hui die Remakes Pfui.