Serious Sam 3: BFE
USK: 18
Shooter (Arcade-Shooter)

Test: Serious Sam 3: BFE

So testet 4Players
Seite:  1  |  Fazit 

Autor:
Paul Kautz

Elf Jahre ist es her, dass Serious Sam seinen ersten Auftritt hatte. Elf Jahre seit dem ersten Selbstmörder-»WaaaaaAAAAAAAAHHHHH!«, der ersten Superkanone, den ersten Massengefechten unter ägyptischer Sonne. Elf Jahre sind eine ganz schön lange Zeit.
Da steh' ich nun, ich armer Tor...

Technisch ist der neue Sam nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Und wo kommen auf einmal die realistischen Szenarien her?
Technisch ist der neue Sam nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Und wo kommen auf einmal die realistischen Szenarien her?
...und komm' mir ganz schön blöde vor. Denn irgendwie hatte ich für einen Moment den Verdacht, das falsche Spiel gestartet zu haben: Sam »Serious« Stone steht in einer realistisch designten Innenstadt, die auch problemlos als Kulisse für Black Hawk Down oder Level 4 in einem beliebigen Militär-Shooter dienen könnte. Wieso laufe ich durch zerschossene Häuserschluchten, wenn mein Herz doch nur eines begehrt: Mit der Minigun und der Kanone für atomar beschleunigte Eisenkugeln hunderte Meter große Minotauren zerlegen! Stattdessen fühlt sich das Ganze wie Call of Modern Battlefield an, Sam führt Funkgespräche mit dem »HQ«, später trabt er sogar durch düstere Levels, in denen die Taschenlampe für spärliche Übersicht sorgt. Serious Sam, was ist mit dir passiert?

In der Tiefe seines Herzens ist der Sonnenbrillenträger ganz der alte geblieben: Noch immer bestimmen Gefechte gegen wahnwitzig viele Gegner das Tagesgeschehen - man betritt ein auffällig großes Areal, von allen Seiten stürmen Feinde schreiend, grunzend und galoppierend heran, die Magazine werden leer geschossen, der Nebel des Todes verzieht sich. Danach: Aufmunitionieren, Heilpakete suchen, das Ganze bitte von vorn - kennt man, mag man, wenn man’s mal etwas weniger anspruchsvoll haben möchte.
Huch, wer hat das Licht ausgemacht? Gelegentlich wird es jetzt zappenduster.
Huch, wer hat das Licht ausgemacht? Gelegentlich wird es jetzt zappenduster.
Serious Sam 3 (SS3) verlässt sich dabei, vom Szenario mal abgesehen, größtenteils auf Altbewährtes: Die meisten Widersacher kennt man ebenso wie die Waffen, das »Zeigefinger an der linken Maustaste festtackern, Gegnerwelle abwarten, ballernd rückwärts im Kreis laufen, zur nächsten Welle wechseln«-Spielprinzip sowieso. Das Kunstblut spritzt hektoliterweise, einzelne Kills werden trocken kommentiert und aus dem Nichts herbeigebeamte Feinde fallen einem gerne mal in den Rücken. So weit, so Serious Sam.

Weg mit diesem Kopf!

Es gibt auch Neuerungen:  Man darf jetzt sprinten und sich ducken, wobei Letzteres nicht nur komplett sinnlos ist, sondern auch dem auf der Packung prangenden »No Cover. All Man.«-Motto irgendwie entgegen steht. Auch das Zielen über Kimme und Korn ist in einem Shooter, in dem de facto keine Einzelschüsse abgegeben werden, reichlich fehl am Platze. Sehr neu und ausgesprochen merkwürdig ist der »Nahkampf«: Bereits auf mehrere Meter Entfernung kann man die E-Taste drücken, woraufhin Sam zum Wolf wird - er kickt den Feind weit weg, reißt ihm das Auge raus oder gleich den Kopf ab. Das ist zwar nützlich, aber tatsächlich sogar zu nützlich: Bei den meisten Gegnern ist der Nahkampf ein One-Hit-Kill. Im Gegensatz dazu stehen Gegner, die selbst auf weite Entfernung oder durch Rauch- und Nebelschwaden hindurch mit tödlicher Präzision ihre Schrotgewehre abfeuern, während man sie selbst noch nicht mal sieht - wirklich lästig!

Den größten Spaß hat man nach wie vor in der möglichst großen Gruppe: Bis zu 16 Spieler dürfen wieder gemeinsam antreten.
Den größten Spaß hat man nach wie vor in der möglichst großen Gruppe: Bis zu 16 Spieler dürfen wieder gemeinsam antreten.
Die Kampagne ist als Prequel zum ersten Spiel ausgelegt. Man könnte jetzt lang und breit über die Inszenierung via Echtzeit-Zwischensequenzen schwafeln. Man könnte das Ganze aber auch mit »Vollkommen egal!« zusammenfassen und ignorieren - ehrlich, eine Handlung braucht hier wirklich keiner! Viel interessanter ist, dass man, Tradition ist Tradition, die gesamte Kampagne auch 16 Mann hoch kooperativ angehen kann. Sofern man online so viele Mitspieler findet, was innerhalb des Testzeitraumes nicht der Fall war. Zusätzlich dazu steht noch ein normaler Multiplayermodus mit neun Spielvarianten zur Verfügung, der auch einigermaßen flüssig und schön chaotisch abläuft - aber daran leidet, dass es sehr wenige Karten gibt.

Einst gehörten die Serious Sam zu den technischen Vorreitern, gerade was die schiere Größe der Spielfelder anbelangt. Diese Zeiten sind vorbei: SS3 sieht nicht übel aus, aber auch nicht gut. Die Explosionen sind ansehnlich, die Gegnermassen beeindruckend, die Weitsicht ist gut, die Welt ist wieder auf Größe und Weitläufigkeit ausgerichtet. Außerdem läuft die Engine wieder mal sehr schnell, während die Hardwareanforderungen moderat sind. Auf der anderen Seite mangelt es erheblich an Details, die Umgebungen sind immergleich und langweilig, die Figuren simpel designt - damit lockt man niemanden von Battlefield 3 weg.

Kommentare

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  • wow .. einer der schlechtesten unfairsten test, die ich bei 4p jemals gelesen habe. ich will nicht sagen, dass ss3 ein tolles spiel geworden ist. aber man muss sich mal ansehen auf welchem level sich das spiel nun befindet mit dieser wertung. das ist unrealisitsch  [...] wow .. einer der schlechtesten unfairsten test, die ich bei 4p jemals gelesen habe. ich will nicht sagen, dass ss3 ein tolles spiel geworden ist. aber man muss sich mal ansehen auf welchem level sich das spiel nun befindet mit dieser wertung. das ist unrealisitsch .. lächerlich hingegen ist der vergleich zu battlefield. kritisch. ehrlich. aktuell. manchmal etwas zu emotional
  • PS3 Player schrieb:
    jep. ich hab aber DNF mit Bioshock verglichen. [....]
    Hoppla, natürlich! Ich sollte mal genauer lesen...
  • jep. ich hab aber DNF mit Bioshock verglichen. damit wollte ich aber nur deutlich machen, dass technische schwächen eben nicht ausreichen um ein gutes Spiel derart abzuwerten, wie es bei DNF (vielleicht auch bei SS3) gemacht wurde. Bioshock versucht das zu sein, was System Shock 2 nie war, ein  [...] jep. ich hab aber DNF mit Bioshock verglichen. damit wollte ich aber nur deutlich machen, dass technische schwächen eben nicht ausreichen um ein gutes Spiel derart abzuwerten, wie es bei DNF (vielleicht auch bei SS3) gemacht wurde. Bioshock versucht das zu sein, was System Shock 2 nie war, ein richtiger Shooter. Mann merkt aber, dass diese Leute keine Ahnung hatten, wie man die dynamik eines Shooters erschafft. Dennoch ist jeder der heute Bioshock zum ersten mal spielt zurecht begeistert. Desweiteren spielte ich gleich nach Bioshock nochmal System Shock 2 durch und fand das Spiel trotz mieser Grafik minsdestens gleichwertig, wenn nicht gar besser. Am Trashfaktor alter Spiele lag das aber sicher nicht.