Day of the Tentacle - Test, Adventure, PC, PlayStation 4, PS Vita - 4Players.de

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Day of the Tentacle (Adventure) von Softgold
Ein Meisterwerk im neuen Glanz
Man stelle sich vor, LucasArts, Tim Schafer und Dr. Fred hätten 1993 ein Exemplar von Day of the Tentacle in einem Chron-O-John etwa 23 Jahre in die Zukunft gespült und auf wundersame Weise wäre der Programmcode während dieser Zeitreise stilgerecht für die Zukunft modernisiert worden. Müsste dann im Jahr 2016 nicht ein grandioses Adventure rauskommen, das sich nicht nur fantastisch spielt, sondern auch noch toll aussieht? So ist es! Denn Double Fine hat dieses Kunststück sogar ohne Temporal-Tricks geschafft...

Der beste Tag des Abenteurers

Ach, bringen wir es doch gleich auf den Punkt: Day of the Tentacle ist eines der besten Adventures aller Zeiten! Das gilt für das Original genauso wie für diese traumhafte Neuauflage. Die Story rund um Zeitreisen und machtbesessene Tentakel ist herrlich verrückt und die Dialoge versprühen immer noch den typischen Schafer-Humor – wer hier nicht zumindest ein bisschen schmunzeln muss, ist innerlich tot. Vor allem aber muss man sich immer und immer wieder vor den Designern verneigen, weil sie es irgendwie geschafft haben, selbst für die beklopptesten Rätsel erschreckend logische Lösungswege zu präsentieren. Diese Erkenntnis ist fast sogar ein bisschen gruselig, wenn man realisiert, dass all der Blödsinn, den man mit Bernard, Hoagie und Laverne in Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart anstellen muss, tatsächlich jedes Mal Sinn ergibt... Aber genug davon. Alle, die mehr über den Inhalt und den Charme dieses Kult-Abenteuers erfahren möchten, verweise ich an dieser Stelle an Pauls herzliche Liebeserklärung an den Klassiker. Ich konzentriere mich stattdessen darauf, wie Double Fine die Modernisierung gelungen ist und was abseits der visuellen Verbesserungen geboten wird...

Gelungene Modernisierung

Mit einem Brief per Hamster-Express startet das Abenteuer "Rettung der Welt", das sich über 400 Jahre erstreckt.
Mit einem Brief per Hamster-Express startet das Abenteuer "Rettung der Welt", das sich über 400 Jahre erstreckt.
Letztere springen selbstverständlich sofort ins Auge: Ich hätte mir damals wohl nie träumen lassen, das schicke Intro am PC einmal mit einem derart flüssigen Scrolling, der hohen Auflösung und in einem 16:9-Breitbildformat genießen zu dürfen. Und auch das restliche Spiel profitiert von der grafischen Frischzellenkur, die ihm zwar einen modernen Anstrich verpasst, dabei aber dennoch den Stil und Charme des Originals bewahrt. Das wird spätestens dann klar, wenn man auf Tastendruck zwischen der verpixelten Original-Grafik und der modernen Variante umschaltet. Angesichts der stilistisch diskussionswürdigen Anpassungen bei der Neuauflage von The Secret of Monkey Island kann ich gar nicht stark genug betonen, wie erleichtert ich darüber bin, dass die Jungs und Mädels bei Double Fine hier genau das richtige Maß dafür gefunden haben, Figuren und Kulissen zwar auf die Höhe der Zeit zu hieven, gleichzeitig aber den Geist der Vergangenheit zu bewahren.

Hoagie hängt in der Gründerzeit fest und hilft bei der Suche nach einem Design für die Flagge der Vereinigten Staaten.
Hoagie hängt in der Gründerzeit fest und hilft bei der Suche nach einem Design für die Flagge der Vereinigten Staaten.
Das gilt auch für den Audiobereich, bei dem man den MIDI-Wurzeln des interaktiven iMuse-Soundtracks genauso treu geblieben ist wie den mitunter witzigen Soundeffekten und der Sprachausgabe. Neben den englischen Sprechern bietet man sogar die deutsche Original-Tonspur von damals an, doch fallen dabei zwei Dinge auf: Zum einen wird klar, dass man damals eher Amateure vor die Mikrofone zerrte, denn die CD-ROM-Version von DOTT zählte damals zu den Pionieren, wenn es um die Komplett-Vertonung mit Sprachausgabe ging. Entsprechend wirkt heutzutage die Leistung der Sprecher eher schwach, obwohl ich der deutschen Stimme von Dr. Fred tatsächlich immer noch etwas mehr abgewinnen kann als dem Original. Zum anderen hört man den Aufnahmen ihr Alter an, denn im Gegensatz zur englischen Tonspur hat man es beim deutschen Pendant nicht geschafft, das Hintergrundrauschen zu eliminieren oder stärker abzuschwächen.


Kommentare

MrIL schrieb am
Wenn es auf 10 Euro steht hol ich mir das Game vielleicht, 15 Euro ist imho zu teuer. Es wurde ja nur das Bild verbessert, sonst nichts, für so etwas für einen Key 15 Euro zu verlangen finde ich dann schon etwas geldgierig. Lieber das hier > https://www.facebook.com/ReturnOfTheTentacle/
Kalto0815 schrieb am
[quote=]man kann heute wenigstens die Cursorempfindlichkeit einstellen (hoffentlich)[/quote]
Ne, kann man leider nicht. Passt aber auf der PS4 ganz gut. Man hat auch Entscheidungsfreiheit wie man spielt...
Mit Hotkeys ohne eingeblendete Verbenleiste, mit eingeblendeter Verbenleiste in HD und Standardgrafik.
Dummerweise haben wir schon zwei Bugs auf PS4 gehabt:
- Nach gewinnen des Menschen-Schönheits-Wettbewerbs hängt sich das Spiel auf und man sieht nur noch das Bild mit der Mumie und dem Pokal während die Gewinnermusik läuft. Autosave laden und erstmal andere Sachen mit Bernhard oder Hoagie machen und ein paar Minuten später gings auch nach dem Sieg weiter.
- Dann haben wir jetzt auch den Savegame Bug, kein Spielstand lässt sich mehr laden. Autosave oder manuell :(
Dafür haben wir wenigstens Maniac Manson direkt mit durchgespielt. Da ist die Steuerung etwas hakeliger. Vor allem wenn man mit der 2 Perosnen / loser Stein Methode aus dem Kerker ausbrechen möchte. Btw ist MM komplett englisch, was aber kein Problem darstellt!
spliffb schrieb am
Die Stärken von Day of the Tentacle liegen für mich ganz klar beim abgedrehten aber trotzdem stets logischen und schlüssigen Rätseldesign, gepaart mit schöner Cartoongrafik und richtig lustigen Szenen und Dialogen. Der charmante Humor und das geniale Rätseldesign (Zeitreisenrätsel) sind für mich immer noch das Nonplusultra. Sam&Max sah z.B. damals auch sehr gut aus und war witzig und abgedreht, aber die Rätsel waren teilweise unlogisch und krude.
Mein Herz gehört jedoch weiterhin Monkey Island 1+2 (wenn auch hier die Rätsel nicht immer logisch waren). Vermutlich war ich genau im richtigen Alter für die beiden MIs, sodass sie mich mit ihren Mix aus Abenteuer, Humor und Piraten-Karibikflair vollends begeistern konnten. Teil 3 empfand ich schon als Stilbruch, sowohl grafisch als auch vom Charakter Guybrush her. Er wirkte auf mich noch deppiger und wie ein Tollpatsch, aber auf eine uncoolere Weise. Der Geist der Vorgänger war nicht mehr so spürbar. Gleichwohl hat der 3. auch mir unheimlich viel Spaß gemacht und kann auf jeden Fall als sehr gutes Adventure bezeichnet werden.
Naja, ich freue mich jedenfalls auf eine neue Runde Dott, mein einziger Kritikpunkt am Spiel ist, dass es so kurz ist :)
BfA DeaDxOlli schrieb am
Hab das Spiel jetzt bei GOG gekauft aber egal was ich mache es ist immer auf Englisch.
Hab auch die deutsche Version beim Download gewählt aber tut sich nix.
Hat jemand nen Tipp?
Edit: Habs gefunden :). In den INgame Setting gibts nen 2.ten Reiter da findet man alles.
schrieb am

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