Test: Giana Sisters: Twisted Dreams

21.06.2013, Autor: Michael Krosta

Jump&Run fĂŒr PlayStation 3






Video: Giana Sisters: Twisted Dreams, Director's Cut AnkĂŒndigung



Hallo, Schwesterherz!



„Jump & Run“, „Springen & Rennen“ - das ist die Quintessenz des Plattformspaßes, der uns ĂŒber die vielen, vielen Jahre seit den seligen Donkey-Kong-Tagen so viel Spaß, durchzockte NĂ€chte und Gamepad-förmige Löcher in den WĂ€nden beschert hat. Giana Sisters: Twisted Dreams folgt dieser PrĂ€misse auf dem Fuße, denn das Spieldesign besteht in erster Linie genau daraus.

Und das ist auch gut so, denn diese Fokussierung auf das Wesentliche (angereichert durch AktivitĂ€ten wie das Einsammeln von Edelsteinen bzw. das eine oder andere Kistenverschiebe-„Puzzle“) ermöglicht ungetrĂŒbten HĂŒpfspaß alter Schule: Von links nach rechts, gelegentlich auch nach oben und unten, ĂŒber Plattformen und Gegnerköpfe. Per Knopfdruck kann man zwischen den beiden Giana-Persönlichkeiten wechseln: Blondchen kann einen hohen Wirbelsprung machen, die Rothaarige sich in einen feurigen Ball verwandeln; schweben können sie beide.
Hach, ist das schön! Die Kulisse zÀhlt zu den ganz starken Seiten des Spiels.
Hach, ist das schön! Die Kulisse zÀhlt zu den ganz starken Seiten des Spiels.
Durchdacht: Mit dem Gamepad kann man per Knopfdruck direkt auf eine von beiden wechseln, so dass fließende ÜbergĂ€nge möglich sind. Und nach kurzer Zeit werden diese auch vom Spieldesign gefordert.

Was die Entwickler aber so richtig vom Spieler verlangen, ist Durchhaltevermögen und stabiles Zahnfleisch. Denn das neue Giana Sisters wird schnell erstaunlich schwer - was dem spirituellen VorgĂ€nger Giana Sisters DS an Anspruch fehlte, wird hier doppelt und dreifach draufgepackt. Dabei geht es nicht um Lebensverlust, denn auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hat man unendlich viele Versuche, beim Scheitern wird man sofort wieder an den letzten der vielen Checkpunkte gebeamt. Es geht vielmehr um nach Pixelperfektion verlangende Sprungeinlagen, um fies platzierte Gegner, um perfektes Wechseltiming fordernde Plattformen. Verlorene Leben werden lediglich in der Levelendabrechnung gezĂ€hlt. Und dort sorgen zu viele dafĂŒr, dass man eine weniger gute Note (ausgedrĂŒckt in mehr oder weniger Sternen) kassiert.
Der Wechsel zwischen den Schwestern verÀndert nicht nur das gesamte Aussehen des Levels (sowie die Musik), sondern auch seinen Aufbau - so werden auf einmal Bereiche eröffnet, die vorher unerreichbar waren.
Der Wechsel zwischen den Schwestern verÀndert nicht nur das gesamte Aussehen des Levels (sowie die Musik), sondern auch seinen Aufbau - so werden auf einmal Bereiche eröffnet, die vorher unerreichbar waren.
Wer Freude an der Eigenfolter hat, der kann auch weitere Schwierigkeitsgrade freischalten: Auf „Hardcore“ geht’s beim Lebensverlust am Levelanfang los. Und auf „Über-Hardcore“ bedeutet ein falscher Sprung, dass man das ganze Spiel von vorn starten muss. Hossa!


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Wi-Wa-Wunderwelten!



Es dĂŒrfte nur wenige Sekunden nach dem Starten des ersten Levels dauern, bis dieser oder ein Ă€hnlicher Laut aus dem Mund des Giana-Sisters-Spielers dringt: „Geiiiiiil!“ Der Wechsel zwischen den Schwestern bewirkt nĂ€mlich nicht nur eine verĂ€nderte Haarpracht - sondern den Sprung zu einem komplett neu gestalteten Level! Auf einmal erstrahlt die Welt in sattem GrĂŒn statt in dĂŒsterem Braun. Plötzlich sprießen riesige Blumen aus dem Boden, wo vorher knorrige StĂ€mme waren. Aus den watschelnden und fliegenden Teufeln werden ebenso watschelnde und fliegende Eulen. Bissige Piranhas verwandeln sich in entspannte Schildkröten, fiese DornenbĂŒsche in kleine Wiesen. Der Effekt ist einfach sagenhaft - er ist nicht neu, andere Spiele haben sich bereits eines Ă€hnlichen Stilmittels bedient. Dennoch wirkt er hier frisch und wunderschön. Die farbenfrohen Welten verzĂŒcken auch auf der PS3, doch technisch wird weder das Niveau der PC-Vorlage noch der 360-Umsetzung erreicht: Die Bildrate ist generell niedriger als auf den beiden anderen Plattformen und unschöne Zeilenverschiebungen ("Tearing") zerreißen oft die Kulisse. Wenn die Giana als rasanter Feuerball durch enge SchĂ€chte rast, wird die Darstellung wie schon auf der 360 noch ruckelanfĂ€lliger. Kurzum: Technisch macht Giana auf der PS3 die schlechteste Figur.




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Giana Sisters: Twisted Dreams
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