The Technomancer - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One - 4Players.de

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The Technomancer (Rollenspiel) von Focus Home Interactive
Der tote Planet
Action-Rollenspiel
Entwickler: Spiders
Release:
28.06.2016
28.06.2016
28.06.2016
Spielinfo Bilder Videos
Das Pariser Studio Spiders hat bereits viel Erfahrung mit Action-Rollenspielen für Focus Home Interactive gesammelt: Of Orcs and Men (Wertung: 77%), Mars: War Logs (Wertung: 60%) und Bound by Flame (Wertung: 63%) wurden seit 2012 im Jahrestakt veröffentlicht. Trotz teilweise interessanter Ideen konnte allerdings keines dieser Abenteuer begeistern. Ob den Franzosen mit The Technomancer für PC, PS4 und Xbox One ein qualitativer Sprung gelingt? Mehr dazu im Test.

Tyrannei auf dem Mars

Wie würde der Mars aussehen, wenn statt grüner Männchen humanoide Faschisten oder Kommunisten dort regieren? Vermutlich so düster und deprimierend wie in diesem Abenteuer von Spiders, das in eine Welt entführt, die die Franzosen bereits in Mars: War Logs vorgestellt haben. Das Intro skizziert eine dystopische Zukunft auf dem Roten Planeten, wo mutierte Menschen wie Aussätzige behandelt werden, das Artdesign setzt auf monumentale Symbolik und großflächige Propaganda im Stile der Sowjetunion und des Dritten Reichs. Schon früh wird man zudem Zeuge brutaler Gewalt gegenüber Zivilisten und fühlt sich aus den eigenen Reihen beobachtet. All das sind interessante Ansätze.

 
gfh
Auf dem Mars erinnert die Propaganda an die 30er Jahre auf der Erde.
Leider werden auch einige Probleme schon im nicht nur erzählerisch enttäuschenden Einstieg deutlich, wenn z.B. die englische Sprachausgabe nicht zur Mimik passt, kleine Grafikbugs auftauchen oder die Bildrate schwankt . Und das Spiel kann später in seinem Alltag auf den kaum belebten Straßen die gesellschaftlichen Konflikte und Spannungen immer nur andeuten. Schön ist, dass man Gespräche im Vorbeigehen anhören und so auch Hinweise aufschnappen kann und dass sich Slums & Co von anderen Gegenden unterscheiden. Aber auf den Streifzügen durch die Stadtviertel von Ophir beobachtet man letztlich zu wenig Lebendiges, zu viel Statisches und viele ähnliche oder fast schon peinlich designte Figuren. Sprich: Die Spielwelt verspricht erzählerisch einiges, hält aber letztlich weder ästhetisch noch inhaltlich ihre angestrebte Vision aufrecht.

Zwischen Gabe und Fluch


swq
Man kann Zachariah in drei Kampfstilen sowie Technomancer-Fähigkeiten entwickeln. Letztere sind besonders effektiv und sollten priorisiert werden.
Aber dafür lernt man den Machtapparat immerhin aus eigener Erfahrung kennen. Wenn Wasser knapp ist, Menschen mutieren und die Regierenden am liebsten unterdrücken, kann eine Elitepolizei mit Spezialfähigkeiten nicht schaden. In der Rolle eines dieser "Technomancer" startet man das Abenteuer nach einer kurzen Charaktererschaffung, in der man weder Geschlecht noch Statur, sondern lediglich Haare, Haut, Augen sowie Gesicht des Protagonisten Zachariah anpassen darf. Und der ist zunächst alles andere als sympathisch oder gar charismatisch - er redet wie ein robotischer Offiziersanwärter: Ja, Sir. Ja, Chef. Ja, Meister.

Dass man sich nicht für eine Frau entscheiden kann, ist nicht das Problem. Viel wichtiger ist abseits der wirklich langweiligen ersten Schritte in einer Grau-in-Grau-Kulisse: Wie will die Story diesen gelackten Befehlsempfänger zur moralisch handelnden Figur machen? Wie soll man sich mit ihm identifizieren? Zum einen gibt es innerhalb der Technomancer die Bösen und die Guten; wie etwa den Ausbilder und Mentor von Zachariah, der ein wenig an Wesker aus Resident Evil erinnert und seinen Schützling verständnisvoll einweiht. Und natürlich gibt es den entsprechenden Antagonisten, der skrupellos führt. Zum anderen gelten sie zwar als Orden mit heiliger Gabe, aber was wäre, wenn diese zauberhafte Elektromacht gar nicht von den Göttern käme, sondern Ausdruck der marsianischen Mutation wäre? Dann wären die Elitepolizisten ja selbst Aussätzige...

Kommentare

hydro-skunk_420 schrieb am
Besser spät als nie: Ich habe The Technomancer abgeschlossen.
Ein Spiel, bei dem man an jeder Ecke und Kante merkt, dass das Budget verdammt knapp gewesen sein muss.
Und dennoch war nicht alles schlecht. Teilweise brachte es sogar Tugenden mit sich, die mir bei anderen AAA-Rollenspielen von heute fehlen.
Ich gebe dem Spiel 64%.
Trotz dieser niedrigen Wertung wäre ich bereit, einen Nachfolger zu spielen.
Sir Richfield schrieb am
Moment, verstehe ich das richtig?
Ihr seid alle mit der Wertung "Ist nicht so gut wie AAA Spiele" nicht einverstanden, während ihr einräumt, dass das Spiel nicht so gut ist wie AAA Spiele?
Saikou schrieb am
Hab das Spiel fast durch und bin mir den Reviews im Internet echt nicht einverstanden.
Hat es ein Kampfsystem wie Batman? - Nö. Eine dichte, atmosphärische Welt wie Witcher 3? Auch nicht. Sieht es so gut aus wie Tomb Raider? Bestimmt nicht. Aber muss man jetzt jedes Spiel an Produktionen mit dreistelligem Millionenbudget messen? Wenn ja, dann hätten wir demnächst gar nichts mehr zu spielen außer die jährlichen Neuauflagen von Ubisoft.
Mit dem Produktionsbudget und der kurzen Zeit hat das Studio meiner Meinung nach ein unglaublich gutes Spiel rausgeholt.
Die Charaktere werden im Laufe der Zeit aufgebaut. Quatschen während der Missionen - wie aus z.B. Dragonage bekannt - fröhlich vor sich her und unterhalten sich miteinander. Der Protagonist ist tatsächlich etwas generisch, aber ist das was schlimmes?
Die Story als ganzes ist kreativ, hat etliche Wendungen und nen Spannungsbogen. Die unzähligen kleinen Nebensquests sind sehr abwechslungsreich. Was man leider etwas vermisst, sind Konsequenzen aus Entscheidungen. Scheint nicht so, als hätten die einen Einfluss später im Spiel.
Das Kampfsystem ist nicht ganz so flüssig wie ein Batman, Witcher oder Shadow of Mordor, aber die Kämpfe sehen echt gut aus, machen Spaß und sind vor allem nicht zu einfach. Auch spät im Spiel muss man noch wirklich aufpassen. Andererseits ist es auch nicht brutal unfair wie bei Dark Souls, so dass kein Frust aufkommen sollte.
Insgesamt eins der besseres Spiele (von AAA Titeln mal abgesehen) in diesem Quartal. Kein Grund, drauf rumzutrampeln, nur weil man von den Blockbusterproduktionen, die ein mal im Jahr erscheinen, total verwöhnt ist.
superboss schrieb am
ich hab irgendwie auch total Bock auf das Spiel und eure positiven Berichte mindern das Gefühl nicht gerade.....
erwarte da so ein ungeschliffenes Mass Effect mit durchaus hoher Spielzeit( was ja bei ihren vorigen Titel nicht so war) aber vielleicht ohne diese ganz magischen Momente und Atmo (auch wenn Hydro sie lobt).
Aber wie gesagt bald kommt deusex und meine Aufmerksamkeitsspanne gleicht momentan eher einer Fliege (tschuldigung). Ich ertappe mich schon mal dabei, dass ich beim Uncharted "Spielen" plötzlich anfange auf dem Wiiu Gamepad im Internet zu surfen oder sonst irgendwas anderes mache....
Ich glaub ein Open World Racer wie Forza Horizon 2 wäre das passendere Spiel nach Uncharted....... :Hüpf:
Aber ok wenn ich Uncharted so langsam weiterspiel, dauert das eh noch ein paar Wochen.......... :?
3nfant 7errible schrieb am
Also ich bin auch einer von denen, den das Spiel gut gefällt, bzw von Spielstunde zu Spielstunde immer besser.
Ich würd sagen, vergesst die Wertungen einfach. Keine Ahnung was da los war. Ich schätze mal das ist der altbekannte Fluch von Midrange-Titeln, die sich einerseits an AAA-Titeln messen lassen müssen, obwohl diese ein vielfaches an Budget haben, aber andererseits bekommt man auch nicht diesen "Auge zudrück/Mitleids"-Bonus von Indie-Titeln, bei den gerne über Budget bedingte Mängel hinweggesehen wird.
Wobei ich allerdings betonen möchte, dass das Spiel auch keine techn. Katastrophe ist, es ist im Gegenteil sehr solide, es fehlt halt nur hier und da die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.
Dafür glänzt es aber in Bereichen, die mir pers. sowieso wichtiger sind, allem voran das Kampfsystem, das unter den Action-RPGs eindeutig zu den besseren gehört und sich im wesentlichen nur den Souls-Spielen geschlagen geben muss.
Das Grinden oder Crafting trifft imo genau die richtige Mitte, nicht zu viel und nicht zu wenig. Und gut ist auch, dass man nicht alle naselang wieder zu seiner Truhe zurückkehren muss, weil man überladen ist. Die Dialoge sind etwas schwächer als beim Witcher, dafür ganz klar besser als zb bei Fallout4. Die Story fand ich zu Anfang etwas undurchsichtig, weil es gleich von Beginn an soviele unterschiedliche Fraktionen mit unterschiedlichen Interessen gibt, und man kaum einschätzen kann wer "die guten" und wer "die bösen" sind, zumal es da auch jede Menge Grauzonen zu geben scheint. Aber wenn man dann einen gewissen Überblick hat, dann wird es im weiteren Verlauf nur noch spannender und ich will jetzt gerne wissen wie es weitergeht. Es gibt auch viele Entscheidungen, von denen einige gleich zu überraschenden Konsequenzen führen, inklusive Karma-System zu den jeweiligen Fraktionen und einzelnen Individuen.
Was mir auch imponiert hat war, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen und einen vor...
schrieb am

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