DiRT Rally - Test, Rennspiel, PlayStation 4, Xbox One - 4Players.de

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DiRT Rally (Rennspiel) von Codemasters
Die neue Rallye-Referenz?
Rennspiel
Entwickler: Codemasters Racing
Publisher: Codemasters
Release:
11.07.2016
07.12.2015
05.04.2016
11.07.2016
05.04.2016
Spielinfo Bilder Videos
Codemasters will nicht nur zurück zu den Wurzeln eines Colin McRae Rally, sondern noch einen Schritt weiter gehen: Nachdem bei Dirt die klassische Rallye immer stärker von hippen Varianten wie Gymkhana verdrängt und mit einem coolen „Trendsport-Image“ versehen wurde, wagt man sich mit DiRT Rally erstmals an eine waschechte Simulation. Weht nach dem PC-Auftritt endlich auch auf Xbox One und PS4 wieder der anspruchsvolle Fahrspaß im Stil eines Richard Burns Rally über die Offroad-Pisten?

Nüchtern, trocken, hammerhart

Was für eine überraschende Kehrtwende! Nach der stylischen Aufmachung der DiRT-Reihe, die mit Showdown endgültig in den Arcade-Bereich abdriftete, präsentiert sich Codemasters bei DiRT Rally von einer ganz anderen Seite: Die Menüs und Aufmachung sind ungewöhnlich zurückhaltend und funktional – böse Zungen würden sie vielleicht sogar als einfach, trocken und öde bezeichnen. Aber irgendwie passt es zu der nüchternen Ausrichtung, die man hier verfolgt. Es geht nicht länger um das laute „Tam-tam“, die Pyro-Technik bei der Zieldurchfahrt, das möglichst spektakuläre Schlittern durch Kurven oder das Zerstören von aufgestellten Schildern. Nein, hier steht wieder der klassische Kampf gegen die Uhr im Mittelpunkt, wenn die Rallye-Piloten im Einzelzeitfahren mit Vollgas durch die Natur preschen, mit dem Einsatz der Handbremse enge Haarnadelkurven bezwingen oder waghalsige Sprünge absolvieren.    

Der Mini eignet sich hervorragend für Anfänger, kann aber auch schon ganz schön zickig sein.
Der Mini eignet sich hervorragend für Anfänger, kann aber auch schon ganz schön zickig sein.
Klar verfolgten Milestone und zuletzt Kylotonn mit ihren offiziellen WRC-Spielen den gleichen Ansatz und das Ziel, den Motorsport möglichst realistisch einzufangen. Doch wer sich zum ersten Mal hinter das Steuer von DiRT Rally klemmt, wird sehr schnell feststellen: Das hier ist eine ganz andere Liga, wenn es um den Anspruch und Simulationscharakter geht! Während das Fahrerlebnis für Anfänger trotz zuschaltbarer Hilfen wie ABS, Traktions- und Stabilitätskontrolle mit einer steilen Lernkurve schnell von Frust geprägt sein dürfte, finden Freunde anspruchsvoller Physik und Fans des betagten Richard Burns Rally endlich das, was ihnen so viele Jahre vorenthalten wurde: eine ernsthafte, realistisch anmutende Rallye-Simulation, die keine Kompromisse eingeht, keine Fehler verzeiht, sich auf das Wesentliche konzentriert und den Fahrern alles abverlangt, wenn sie mit einer konkurrenzfähigen Zeit über die Ziellinie fahren wollen.

Rasen mit Gefühl

Tolles Rallye-Flair, hoher Anspruch und ein starkes Fahrgefühl zeichnen DiRT Rally aus.
Auch ohne Handbrems-Einsatz bricht das Heck in Kurven schnell weg - mit einem reinen Bleifuß kommt man hier nicht weit.
Selbst bei den Anfänger-Boliden aus den 1960er-Jahren, also dem Mini Cooper S und dem Lancia Fulvia HF, hat man schon alle Hände voll zu tun, die Kontrolle beim Rasen über die unebenen Pisten zu behalten. Sitzt man später in PS-Monstern der Gruppe B wie dem Ford RS 200 oder dem Klassiker Audio Sport Quattro sowie modernen WRC-Karossen wie dem Ford Focus aus dem Jahr 2007 bzw. aktuellen Vertretern wie dem Volkswagen Polo, artet das Fahrvergnügen in harte Arbeit aus. Bei höherer Geschwindigkeit zeigt die authentische Lastenverteilung entsprechend stärkere Auswirkungen und es fällt zunehmend schwerer, das ausbrechende Heck zu bändigen. Nach dem Sprung über eine schlecht einsehbare Kuppe kann sich ein ungünstiger Winkel genauso fatal auswirken wie ein zu spätes Bremsmanöver. Tatsächlich muss man erst ein gewisses Gefühl für die einzelnen Wagen der verschiedenen Klassen entwickeln, bevor man nur daran denken kann, die Boliden halbwegs souverän über die Pisten zu dirigieren. Der Weg dorthin kann hart und beschwerlich sein, denn Codemasters hat den einzelnen Modellen nicht nur individuelle Fahreigenschaften verpasst, sondern kennt auch kein Pardon: Jeder größere Abflug wird mit einer saftigen Zeitstrafe quittiert, und jeder Neustart einer Etappe verringert den möglichen Prämien-Bonus am Ende einer Rallye. Zudem sind die recht niedrigen Preisgelder an die Verwendung von Fahrhilfen gekoppelt und für Reparaturen steht – wie in der Realität üblich – nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Wird es überschritten, wartet die nächste Zeitstrafe.

Die Anweisungen des Beifahrers sind hilfreich. Eigene Streckenkentnisse sind vor allem später von Vorteil.
Die Anweisungen des Beifahrers sind hilfreich. Eigene Streckenkentnisse sind vor allem später von Vorteil.
Ich muss gestehen: Mir gefällt diese harte, kompromisslose Linie, obwohl ich manchmal am liebsten vor Frust ins Lenkrad gebissen hätte, wenn ich nach einer blöden Aktion mit den ärgerlichen Konsequenzen leben musste. Aber nach all den Rückspul-Orgien und unendlichen Neuversuchen fühlt es sich hier einfach gut an, der Rallye-Herausforderung wieder mit etwas mehr Respekt zu begegnen. Man fährt völlig anders und unter einer angenehmen Anspannung, wenn man weiß, dass man Fehler nicht einfach oder ohne Konsequenzen auf Knopfdruck rückgängig machen kann.


Kommentare

padi3 schrieb am
lief mit 1.02 alles wunderbar. doch es beschwerte sich eine dieser vielen lenkradminderheiten. also kam 1.03 für PS4 gleich darauf. schon beim spielstart, nachdem der Spielstand geladen wird, dauert es nun dreimal länger, bis ich das menü steuern kann. die online-Events laufen nun überhaupt nicht mehr. werde dann wieder offline fahren, falls das nicht bloß ein zeitliches Racenetproblem ist.
padi3 schrieb am
patch da!
ich glaub, das soll der hier sein. nennt sich auf der PS4 jedoch 1.02
http://forums.codemasters.com/discussio ... pikes-peak
nach online-etappen werden die Zeiten nun sofort angezeigt und man kann zu der eigenen zeit in der liste springen. andere Verbesserungen hab ich aber noch nicht gefunden.
hydro-skunk_420 schrieb am
Ja, das stimmt.
Aber man hätte doch einfach ein paar der teilweise echt genialen Strecken aus den Vorgänger-Dirt-Teilen übernehmen können. Utah, Malaysia, China... in Dirt 1 gab es auch ne tierisch hübsche Spanien-Strecke.
Na egal, ich spiele Dirt Rally ja trotzdem noch und es ist auch definitiv noch Spaß vorhanden. Aber ein Kandidat für mein Spiel des Jahres ist es inzwischen nicht mehr.
Elderbunnie schrieb am
hydro-skunk_420 hat geschrieben:So'n bißchen muss ich dem Spiel die geringe Quantität an Strecken ankreiden. Es wiederholt sich alles recht schnell. Oder kommen noch neue Strecken in höheren Ligen dazu? Bin noch nicht allzu weit im Spiel, bei Rally jetzt Professional, Rally-Cross Professionel, Hillclimb Clubman (und gerade auf bestem Wege zu Professional). Habe leider das Gefühl schon fast alles an Strecken gesehen zu haben. :(

Naja, es sind ja eher Areale in denen gewisse Strecken auch kürzer oder länger abgesteckt sind. Deswegen sieht man vieles nach einer gewissen Zeit wieder. Das ist bei Rally leider recht normal.
ddd1308 schrieb am
Holy shit... Ich habe in unserem Media Markt noch 2 einsame Driving Force GT rumstehen sehen und habe eins mitgenommen... Was eine brutale Umstellung :lol: Ich glaub ich muss bei Project Cars erst mal einige Runden drehen um mich daran zu gewöhnen, bei Dirt Rally krieg ich absolut nix hin :Häschen:
schrieb am

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