Rez Infinite - Test, Geschicklichkeit, PlayStation 4 PSN, Virtual Reality, PlayStation VR - 4Players.de

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Rez Infinite (Geschicklichkeit) von Enhance Games
Auch in VR zeitlos gut?
Musikspiel
Publisher: Enhance Games
Release:
13.10.2016
13.10.2016
13.10.2016
Spielinfo Bilder Videos
Rez und Virtual Reality – für Fans psychedelischer Action klingt das nach einer Traumhochzeit. Der Dreamcast-Klassiker begründete schließlich im Jahr 2002 das Genre im Takt blitzender Rail-Shooter. Wir testen, ob das freie Umschauen per PlayStation VR und ein zusätzlicher Level für neue Grenzerfahrungen sorgen.

Techno in Spielform

Als Sega-Entwickler Tetsuya Mizuguchi Mitte der Neunziger über die Züricher Street Parade schlenderte, war er derart von der pulsierenden Kreativität der Rave-Kultur beeindruckt, dass er die Atmosphäre unbedingt in einem Spiel einfangen wollte. Nach jahrelangen Experimenten erschien im Jahr 2002 schließlich ein leuchtender Rail-Shooter im Stil von Panzer Dragoon, der aber komplett auf geometrische Technik-Ästhetik setzte. Später wurde der Dreamcast-Titel auch für PlayStation 2 (nebst obskurem „Trance Vibrator“) und als HD-Fassung für Xbox 360 umgesetzt. Jetzt ist eine angepasste Version zum Start von PlayStation VR erhältlich, die auch einen frischen Abschnitt bietet. Wer Näheres über den Spielablauf erfahren möchte, sollte sich unseren ausführlichen Artikel zur HD-Fassung durchlesen. Dieser Test dreht sich im Wesentlichen um die Neuerungen und Probleme der Virtual-Reality-Umsetzung. Nach wie vor fliegt man auf vorgegebenen Bahnen durch eine wild zur Musik pulsierenden Computerwelt, um allerlei kreativ designte Viren zu zerbröseln. Das Spielprinzip bleibt denkbar schlicht: Einfach das Zielkreuz über den Gegner bewegen, Knöpfchen drücken – und schon fliegen die zielsuchenden Raketen gen Widersacher. Bis zu acht lassen sich für eine Kombo markieren. Dazu kommen eine alles versengende Smart-Bomb sowie kleine Icons, welche dem Charakter höhere Evolutionsstufen und somit mehr Leben verleihen.

Immer im Kreis herum: Mit dem Kopftracking lassen sich solche gleichmäßigen Muster noch leichter markieren.
Immer im Kreis herum: Mit dem Kopftracking lassen sich solche gleichmäßigen Muster noch leichter markieren.
So weit, so bekannt - doch sobald man das Headset übergestülpt hat, erlebt man selbst als Rez-Veteran eine Überraschung. Da man plötzlich mitten durch die Kulisse fliegt und sich frei umsehen kann, fühlt sich der Trip noch eine ganze Ecke intensiver an. Meist spielt sich die bunte Action im vorderen Sichtfeld ab, ab und zu muss man aber zu den an der Wand entlang krabbelnden Cyber-Krabben schauen oder sich sogar noch weiter zu einem fliehenden Boss umdrehen. Das Markieren der Gegner per Kopf-Tracking funktioniert traumhaft gut. Intuitiv bewegt man den Kopf zu all den blitzenden Gefahrenquellen und kann vor allem aufgereihte Gegnerwellen viel ruhiger und eleganter in ihren Grüppchen erwischen. Zur Not hilft man ein wenig mit dem Analogstick des Dualshock-Controllers aus, während man sich gerade anderswo umsieht. Schade, dass die alternativen Steuerungsschemata keine Möglichkeit bieten, die Bewegung des Fadenkreuzes komplett vom Umsehen zu entkoppeln. In der Praxis erweist sich das schnelle Umschauen mit gelegentlicher Stick-Ergänzung aber als tolle Alternative, die den Spieler noch tiefer in der Welt versinken lässt.

Dieses Spiel verdreht euch den Kopf!

Nur manchmal wird es zu hektisch oder unübersichtlich – z.B. wenn der riesige Marathonläufer die eigene Figur wild umkreist, an den Wänden entlang läuft und ihn mit Sprüngen attackiert. Dann ist schnelles Umschauen nötig, teilweise sogar komplett nach hinten oder oben. In solchen Momenten wird deutlich, dass die Regie ursprünglich für einen Fernseher konzipiert wurde, auf dem es leichter war, mit Rotationen die Übersicht zu behalten. Wer auf einem Drehstuhl sitzt, hat in diesem Bosskampf also klare Vorteile. Auch dann kann es in wilden Momenten aber mulmig im Magen werden – echte Übelkeitsprobleme bekam ich allerdings nie. Meist spielt die Musik auch frontal vorm Spieler. Die Kamera-Bewegungen wurden ein wenig auf VR-Bedürfnisse abgestimmt: Auf Wunsch kann man es bei einer ruhigeren Regie belassen oder in den Optionen zu mehr Dynamik wechseln.

Die neue Area X besteht beinahe komplett aus funkelnden Partikeln.
Die neue Area X besteht beinahe komplett aus funkelnden Partikeln.
Grafisch gehört Rez Infinite zu den hübschesten Titeln für PlayStation VR. Das zeitlose Drahtgitter-Design wird wahrscheinlich noch in zehn Jahren einen ganz eigenen Charme versprühen. Bis heute noch hat es kein anderer „Techno-Shooter“ geschafft, ein derart stilsicheres Zusammenspiel aus Farben und Formen zu orchestrieren. Schön auch, dass alles trotz der eingeschränkten VR-Auflösung stets flüssig und sehr sauber erscheint. Da der Titel früher für SD-Fernseher konzipiert wurde, bleibt die klar leuchtende, von Bauhaus und Kandinsky inspirierte Formensprache auch hier erhalten. Nur selten kommt es bei schnellen Bewegungen und ruckartigen Kopfdrehungen zu Farbverschiebungen, wobei es sich um einen Nebeneffekt der nebeneinander liegenden Subpixel des Bildschirms handeln könnte. Im Gegenzug sorgen sie übrigens dafür, dass das Bildpunktraster bei der PSVR weniger störend auffällt als auf Rift oder gar Vive.

Kommentare

Ups, da gab es wohl ein Problem.
schrieb am

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