Geheimakte: Tunguska - Test, Adventure, Nintendo Wii, Nintendo DS - 4Players.de

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Geheimakte: Tunguska (Adventure) von Deep Silver
Geheimakte: Tunguska
Adventure
Publisher: Deep Silver
Release:
25.04.2008
30.08.2006
25.04.2008
15.10.2015
Spielinfo Bilder Videos
Was uns im September 2006 auf PC begeisterte, erscheint jetzt auf Wii: Geheimakte: Tunguska. Das klassische Point&Click-Adventure konnt damals mit frischer Rätselkultur, logischen Problemlösungen und interaktivem Hilfekomfort punkten. Wie spielt sich das Abenteuer rund um einen verschollenen Wissenschaftler mit Remote und Nunchuk?

 Herrlich logisch!

Wasser fließt. Butter schmiert. Klebeband klebt. Katzen mögen Thunfisch. Hunde mögen Fleisch. Salziges macht durstig. Gelb und Blau ergeben Grün. Magnete ziehen Eisen an. Männer mögen Frauen. Glühbirnen platzen bei Überhitzung. Rizinusöl macht den Magen frei. Die Zwille schießt die Lampe aus. Der Muskelprotz biegt das Eisen um...

Die Wii-Umsetzung kann man komfortabel von der Couch aus spielen: Dank 16:9-Modus sieht das Abenteuer auch auf Breitbildfernsehern richtig gut aus. Auch aquf dem DS kann sich das Spiel sehen lassen.
Keine Bange - ich will hier keine Ode der Selbstverständlichkeiten singen. Aber das sind einige der angenehm logischen Auswirkungen in Geheimakte: Tunguska  - es gibt natürlich auch ein paar obskure Verknüpfungen der Marke  Stuhlbein plus Spritze gleich Blasrohr , aber die bleiben die Ausnahme. Selbst wenn euer Inventar rappelvoll ist, werdet ihr mit ein wenig Überlegung den passenden Gegenstand für euer Problem finden. Und das selbst bei mehrstufigen Kombinationen: Da liegt ein fragiles Mobiltelefon auf einem hohen Ast - was tun? Mülltüte raus, mit dem Eimergriff verstärken, dann beides an den Besenstiel und schon hat man einen Auffangbehälter!

Überraschung in Sibirien

Warum ich mich darüber so freue? Weil es sich durch das ganze Spiel zieht. Weil es auch mit Remote & Co herrlich intuitiv von der Couch aus zu bedienen ist - Nina läuft per analogem Nunchuk-Stick einen Tick schneller, das Inventar lässt sich ausblenden und Items kann man kinderleicht über den A-Knopf kombinieren. Auf dem DS kann ich entweder per Digikreuz oder Stylus laufen. Ein netter Zusatz für Wii: Wer das Abenteuer als Paar genießen will, kann im "kooperativen" Modus mit zwei Remotes loslegen, wobei der Partner allerdings nur auf Stellen zeigen und per A-Knopf dort ein Ausrufezeichen hinterlassen kann - relevante Spielaktionen kann er nicht ausführen. Auch etwas mehr Kreativität in Sachen bewegungssensitiver bzw. Stylus-Steuerung hätten Wii- bzw. DS-Knobler durchaus erwarten können. Spiele wie Zack & Wiki oder Hotel Dusk sind hier Lichtjahre voraus und beweisen, dass man aktive Bewegungen sinnvoll in Rätsel einbinden kann. Hoffentlich wird man bei Geheimakte 2 etwas mehr auf die Fähigkeiten der beiden Konsolen eingehen.

Trotzdem überwiegt auch auf Wii und DS der klassische Knobelspaß.
Die Änderungen der Wii-Fassung:

* Rumble-Effekt bei Rätseln
* Items leuchten beim Draufzeigen
* Inventar ein/ausblendbar
* kooperatives Spiel mit 2. Remote
* 16-9-Modus für Breitbildfernseher
* inkl. neues Ende, das auf dem PC im Oktober 2006 per Patch nachgeliefert wurde

Die Unterschiede zur DS-Fassung:

* neue Portraitbilder in Dialogen
* einige Stellen werden größer angezeigt
* Items leuchten nicht auf, keine Sprachausgabe
Das Ganze wurde 2006 von einem kleinen deutschen Team ohne großes Tamtam entwickelt.  Puzzledesigner Jörg Beilschmidt und die Jungs von Animation Arts tauchten mit diesem PC-Abenteuer ebenso überraschend auf der Adventure-Bühne auf wie im Frühling 2004 die unbekannten Tschechen von Unknown Identity mit Black Mirror .  Sie lösten damals keinen Sturm der Innovation aus, der das Genre umwälzte, aber sie brachten angenehm frischen Wind in die verstaubte Statik der PC-Adventures - und der weht jetzt auch auf Wii und DS: Die Lösung ist immer zum Greifen nah, die Belohnung ist der nächste Schritt in einer Story, die Happen für Happen mehr Appetit macht. Die Probleme sind mal augenscheinlich, mal knifflig, mal komplex, aber nie unfair oder künstlich schwer. So muss es in jedem Adventure sein. Ich will Probleme nicht über sieben abstruse Ecken lösen, sondern über den logischen Weg. Und dann meinetwegen auch über drei oder vier Ecken - es muss nur nachvollziehbar sein.

Natürlich muss man auch in Tunguska mal über Hürden knobeln und ärgerliche Inkonsequenzen in Kauf nehmen (Wieso kann ich erst dann das Betäubungsmittel nehmen, wenn ich etwas darüber gelesen habe?), aber das gehört dazu. Insgesamt bietet das Spiel im Genrevergleich aber kaum Frustmomente und dazu noch eine unheimlich gute Mischung an Kopfnüssen, die alles von der einfachen Schlüsselsuche über die Itemkombination bis hin zum recherchierten Codewort oder Verschieberätseln abdecken. Mal muss man die Umgebung gut beobachten und ihre Zeichen deuten oder einfach Gespräche aufmerksam verfolgen. Damit ist es sowohl für Einsteiger als auch Veteranen interessant, falls sie das Mysterium um Tunguska lösen wollen. Und dafür brauchen sie theoretisch keinen Walkthrough, denn das Spiel bietet genug interne Unterstützung.

Kampf den Sackgassen

Ihre ersten Ermittlungen führen Nina durch das Naturkunde-Museum in Berlin. Gab es da Geräusche unter dem Saurier? Ihr steuert Nina entweder direkt per Nunchuk-Analogstick oder über das Klicken auf den Boden per Remote.
Ich hasse es, wenn ich irgendwo eine Kleinigkeit übersehen habe und deshalb durch ein Adventure irren muss. Sackgassen ohne den Hauch eines Hinweises oder zeitlich bzw. regulierte Itemaufnahmen, die mich zwar Gegenstände sehen, sie aber erst dann ins Inventar stopfen lassen, wenn man sie braucht - dieses restriktive Korsett will ich nicht immer wieder anlegen müssen. In Tunguska könnt ihr alles mitnehmen, auch wenn es erst zwei, drei Bildschirme später notwendig ist. Und hier bekommt ihr auf Wunsch alle Gegenstände eines Bildschirms angezeigt: Die 1-Taste drücken und Lupensymbole zeigen an, wo ihr interagieren könnt - sehr schön! Außerdem leuchten Gegenstände hier im Gegensatz zur PC-Fassung auf, wenn man mit der Remote darauf zeigt. Und: Die Fraktion der eisernen Pixelsuchfetischisten darf dieses Feature auch abschalten.

Der Hilfekomfort geht noch weiter: Zum einen notiert euer Tagebuch wichtige Ereignisse, so dass ihr in Ruhe alles nachschlagen könnt. Zum anderen könnt ihr euch auf Wunsch sogar Tipps anzeigen lassen, falls ihr mit Nina nicht weiter kommt. Es gibt an einer Stelle ein kniffliges Verschiebe-Rätsel: Ihr müsst alle leuchtenden Punkte auf einem Spielbrett ausschalten. Hier kann man sich einen Wolf klicken. Hier kann man zum ersten Mal frustriert sein. Und hier könnte man das Spiel verfluchen. Aber wer in der Rätselhilfe hinten nachschlägt bekommt einen Tipp für die ersten drei Züge - danach sollte es klappen. So sieht guter Service aus! Ich entscheide als Spieler, ob ich zwei Wochen Gehirnjogging betreiben will oder sofort in der Story weiter kommen möchte. Allerdings hat die optionale Hilfe einen Nachteil: Sie ist nicht immer verfügbar, sondern nur dann, wenn irgendwo ein Fragezeichen auftaucht - es wäre wesentlich besser, wenn diese Hilfe mir zu jeder Zeit mehrstufige Angebote von der vagen Andeutung bis zur klaren Problemlösung anbieten würde. Und man könnte sogar überlegen, ob man Spielern, die ohne dieses Babysitting durchkommen, am Ende ein paar Extras spendiert - doppelt so langes Finale, freigespieltes Making-of etc..

Berliner Odyssee

Das Anwählen und Kombinieren von Gegenständen funktioniert kinderleicht: Ein kleines Icon unter der Remote zeigt an, welches Item man gerade in der Hand hat. Neu ist, dass man das Inventar über einen Druck auf das Steuerkreuz ein- & ausblenden kann.
In der Rolle von Nina Kalenkow spürt ihr im Jahr 2006 eurem verschwundenen Vater nach. Sein Büro ist durchwühlt, sein Haus steht leer. Als Mitglied der russischen Akademie der Wissenschaften hat er sich scheinbar mit der Tunguska-Katastrophe des Jahres 1908 beschäftigt. Was ist damals passiert? Meteoriten? Außerirdische? Atombombe? Und was hat ihr Vater damit zu tun? Ein dubioser Kommissar, anonyme Kuttenträger und der russische Geheimdienst lassen nichts Gutes ahnen. Und vor allem wecken sie die Neugier, weil man zunächst nicht so recht weiß, ob das Ganze Richtung Spionage-Thriller, Wissenschafts-Krimi oder Akte-X tendiert.

Nina ist das ohnehin egal. Die schlagfertige Tochter mit den hohen slawischen Wangenknochen lässt sich nicht beirren und folgt den verschlungenen Spuren von Berlin bis nach Sibirien. Die Story mag auf den ersten Blick den Charme eines belanglosen Mystery-Romans versprühen. Manches wirkt gerade zu Beginn etwas zu durchsichtig. Doch die Qualität zieht schnell an, denn die Dramaturgie stimmt und die Köder der vagen Andeutungen sind unheimlich appetitlich. Hinzu kommt, dass der Plot immer nachvollziehbar bleibt: Man will wissen, was zum Henker da in Sibirien abgeht! Genau im passenden Moment werden interessante Figuren und Schauplätze in die Ermittlungen eingeflochten oder plötzliche Wendungen serviert: Eine zweite spielbare Figur namens Max taucht auf, Nina wird gefangen, ein Zug entgleist, eine irische Bruderschaft macht ihre Aufwartung - herrlich: Neugier, was willst du mehr?                  

Kommentare

johndoe803702 schrieb am
4P|T@xtchef hat geschrieben:Überkritisch ist mir durchaus sympathisch. :wink:
Tunguska hat damals auf dem PC noch den Gold-Award mit 85%bekommen; der Prozentabzug resultiert vor allem aus den verschenkten Wii-Möglichkeiten. Trotzdem ist es unterm Strich ein gutes Adventure für Couchknobler - auch für Paare übrigens empfehlenswert.

Naja, man hätte dennoch 85% geben können, denn mit Fuchtelsteuerung hätte ich das sicher nicht gespielt, man sollte daher nichts erzwingen und das Spiel als das testen was es ist, als ein sehr gutes Point & Click Adventure.
heavenly schrieb am
Wann erscheint das Spiel denn jetzt? 18. oder 25.????
Billie? schrieb am
also so müssen wir uns wohl einigen ^^ ... aber ich freu mich schon auf neue hitzige Disskusionen über neue Themen
also hau rein :Pirat:
San Andreas schrieb am
Da verstehst du leider nicht recht meinen Standpunkt, aber bevor wir uns hier verrennen, sagen wir einfach, wir sind verschiedener Meinungen.
Ich meine, das ist im Leben ja häufig so. ^^
schrieb am

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