Vorschau: GH World Tour

29.08.2008, Autor: Paul Kautz

Musikspiel für PlayStation 3, Xbox 360






Video: Guitar Hero: World Tour, Starttrailer



Berühr mich!

Guitar Hero: World Tour (GHWT) bietet keine offensichtlichen Überraschungen, so viel kann vorweg genommen werden. Wer einen der vorherigen Teile gespielt hat, kann sofort zur Gitarre greifen und problemlos loslegen: Euch erwarten zum Start satte 85 Songs, jeder einzelne davon ein Mastertrack, also keine Coverversion, sondern von der Originalband eingespielt. Für hiesige Breitengrade soll es auch wieder spezielle Versionen geben, wobei allerdings noch keine Titel genannt werden - kennt man unser Glück, wird es LaFee feat. BroSis sein. Da sich das Geschäft mit Download Content mittlerweile als ein sehr potentes herausgestellt hat, wird es auch künftig Nachschub geben: Activision verspricht regelmäßig neue Songs, und zwar in Form von Singles, spezialisierten Trackpacks sowie ganzen Alben. Die Gitarre selbst ist etwas massiver als zuvor, aber nach wie vor am Hals zerlegbar, um sie leichter transportieren zu können. Entwickler Neversoft verspricht, das Kontaktproblem der Vorgänger-Klampfe mittlerweile im Griff zu haben: Baute man die ein paar Mal zu oft auseinander, gab es Verbindungsschwierigkeiten, die so weit gingen, dass vernünftiges Spielen gar nicht mehr möglich war. Das soll nun der Vergangenheit angehören - wir werden sehen.

Was wir ebenfalls sehen, allerdings jetzt schon, ist das brandneue Touchpad, das sich in der Mitte des Halses tummelt. »Touchpad an der Gitarre?«, wundert ihr euch mit gutem Grund, »Was soll'n der Scheiß?« - ganz einfach: Neuerdings tummeln sich auf höheren Schwierigkeitsgraden selbst für Hammer-On-Pull-Off-Profis schwer erreichbare Soli auf dem Notenfeld, die mit violetten Linien miteinander verbunden sind. Hier kommt das Touchpad ins Spiel: Diese fiesen Töne lassen sich gleitend ganz wunderbar erreichen, das Spielgefühl soll an die Profi-Technik »Tapping« erinnern, die einst Eddy van Halen berühmt machte. Darüber hinaus kann das Touchpad auch als ganz normaler Ersatz für die Fret-Buttons genutzt werden, da zum Anschlagen der normale Hebel nicht benötigt wird. Apropos: In seiner Nähe gibt es auch eine Neuerung, nämlich den langen, dicken Knopf zum Auslösen der Starpower, der sich genau auf Höhe des rockenden Handballens befindet - sehr, sehr gut für Leute wie mich, die das Hochziehen der Gitarre in erster Linie dazu nutzen, die Noten-Kombo zu ruinieren. Bass-Spieler, die sonst auch auf der höchsten Schwierigkeitsstufe mit dem Sekundenschlaf zu kämpfen hatten, werden sich außerdem über eine künstliche Erhöhung des Schwierigkeitsgrades freuen: Ähnlich wie beim Kickdrum erscheint immer wieder mitten im Notenfeld ein violetter Streifen - den müsst ihr ganz ohne Fret-Buttons anschlagen, was das Bass-Erlebnis spürbar anspruchsvoller macht.

Mein Rocker, meine Band, meine Klampfe

Spiel bekannt, Gitarre ein bisschen verbessert - und das war's? Mitnichten, geschätzter Leser, denn an dieser Stelle packt Activision die Katzenarmee aus den Säcken! Guitar Hero: World Tour bietet gleich vier Neuerungen, die auch Rock Band-Fans hibbelig machen sollten. Die erste, am wenigsten spektakulärste, ist das Mikrofon - juhu, man kann jetzt auch singen. Ui. Das Mikro von Logitech ruht schwer und erdig in der Hand, sehr viel mehr lässt sich darüber nicht sagen - kabellos ist es nicht, dafür ist die Strippe mehr als drei Meter lang. Der nächste, etwas interessantere Punkt, ist das Drumkit: »Okayokay«, mag man sagen, »Rock Band hat's vorgemacht, jetzt muss Guitar Hero dem Namensparadoxon zum Trotz nachziehen«. Mag sein, aber die Drums sind ihren EA-Brüdern gleich in mehrerer Hinsicht überlegen: Zum einen sind die Drumpads weich, wodurch das Rock Band-typische Stick-Klackern vermieden wird. Außerdem sind sie drucksensitiv, so dass die Lautstärke und Tonalität des Schlages davon abhängt, wie sehr ihr auf das Fell einprügelt. Nicht zu vergessen: Das ganze Ding ist kabellos, ein echter Vorteil gegenüber seinem Cousin. Profis wird außerdem der MIDI-Port freuen, mit dem man das Drumkit an sein Heimstudio anschließen und wie ein »echtes« Drum benutzen kann. Aber der wichtigste Punkt ist dieser: Die hängenden Becken und Hihats. Ja, es war schön, bei Rock Band auf das grüne Fell zu kloppen, aber nichts geht über das Mit-Schmackes-Druffhauen-Gefühl, das die hängenden Scheiben vermitteln - sehr, sehr befriedigend!


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