Wilson's Heart - gc-Vorschau, Adventure, Oculus Rift, Virtual Reality - 4Players.de

4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell. 4Players.de Das Spielemagazin. Kritisch. Ehrlich. Aktuell.

Um dieses Feature zu nutzen, musst du
"4Players pur" nutzen:

Du hast schon einen pur-Account? Dann logge dich ein!
Noch kein pur-Nutzer? 4Players pur – Zahl, was du willst!

Hinweis schließen.


Wilson's Heart (Adventure) von Oculus VR
Silent Hill zum Anfassen

Das bislang stimmungsvollste Spiel der Gamescom habe ich bei Oculus erlebt: Wilson's Heart, das mich als geheimnisvollen Patienten durch ein altes Krankenhaus schickt, erinnert an Silent Hill, ohne den überspitzten Horror typischer Genrespiele nachzuahmen – die ersten Schritte in der schwarz-weißen Virtual Reality waren trotzdem angenehm gruselig.



Moderne Technik in Schwarzweiß

Ich erwache im Stehen. Kein Wunder: Wilson's Heart kann man vermutlich im Sitzen spielen, ausgelegt ist es aber auf das freie Hantieren mit den Touch-Controllern, die Oculus in einigen Monaten als zusätzliche Eingabegeräte des Rift anbieten wird. Im Stehen also, aber in Fesseln. Genauer gesagt mit „Handgelenkschonern“ aus hartem Leder, zusammengehalten durch metallene Einfassungen, gesichert durch kleine Stifte. Die Halterung ist nicht die Modernste, denn der Horror beginnt in den 40er Jahren, in den hohen Mauern eines alten Gebäudes. Deshalb ist es ein Einfaches, die durch weiße Umrandungen markierten Stifte einen nach dem anderen herauszuziehen.

Ich sehe mich erst einmal in Ruhe um. Die Umgebung wird komplett in Schwarzweiß dargestellt. Frei bewegen darf ich mich nicht, stattdessen teleportiere ich mich wie in vielen VR-Spielen derzeit üblich zu Positionen, die meine Silhouette als mögliche Ziele anzeigt. Es ist Nacht. Vor den Fenstern gießt es in Strömen.

Das Umsehen spielt eine wichtige Rolle, denn zum einen ergeben sich Hinweise auf das Geschehene oft aus dem Beobachten der Gegenstände vor meiner Nase, etwa dem Lesen von Schildern. Besonders gut fühlt sich das

Das Anfassen und Beobachten der Umgebung fühlt sich überzeugend an.
Das Anfassen und Beobachten der Umgebung fühlt sich überzeugend an und die Kulisse erzeugt eine bedrückende Stimmung.

Aufheben eines Notizbrettes an: Will ich die zweite Seite lesen, muss ich die erste greifen und nach oben ziehen.

Das große Ganze im Kleinen

Ich öffne die Tür zu einem kleinen Badezimmer, betrachte mich im Spiegel und ziehe zwei Saugnäpfe von meiner Stirn ab, bevor ich die Elektroden mit frustriertem Schwung ins Waschbecken schmeiße. Richtig gut gelingen den Entwicklern (Twisted Pixel in Zusammenarbeit mit Oculus) die vielen Nahaufnahmen. Das Beobachten und Untersuchen der unmittelbaren Umgebung spielt nicht nur hier, sondern in jeder Virtual Reality eine große Rolle – umso wichtiger sind diese Kleinigkeiten.

Und während ich anfangs noch vorsichtig Flaschen und andere Gegenstände aus Wandschränken zur Seite räume, um etwa einen dahinter versteckten Schlüssel zu finden, wühle ich spätestens dann wie die Ermittler eines billigen Krimis in den Einrichtungen, nachdem ich durch ein Loch im Boden beobachtet habe, wie im Stockwerk über mir eine Frau vielleicht ermordet, auf jeden Fall von einer mysteriösen Gestalt verschleppt wurde.

Wilsons Herz?

Obwohl Wilson's Heart in der Gamescom-Demo dabei auf klassisches Erschrecken verzichtet und ich mir selbst dann relativ sicher vorkam, nachdem ich über die Gegensprechanlage und das Telefon unheimliche Stimmen gehört habe, zog die Spannung auch bei mir an. Clever, dass irgendwann eine Ratte aus einem der Schränke entgegen springt, denn nach dem eigentlich harmlosen Schreck war ich mir plötzlich nicht mehr sicher, ob das Spiel nicht doch Böses im Schilde führt.

Und spätestens, nachdem ich einen Röntgenbildbetrachter eingeschaltet hatte, um die Aufnahmen eines Patienten zu sehen, dem wohl irgendein Gegenstand in die Brust eingepflanzt wurde, wollte ich unbedingt wissen, was es mit den blutverschmierten Betten und meinem eigenen Alter Ego eigentlich auf sich hat.

 

AUSBLICK



Etwas mehr Rätsel hätten es auch in den einführenden Minuten des gruseligen Abenteuers schon sein können – ich hoffe, Wilson's Heart belässt es nicht bei dem wie von selbst vorangehenden Abgrasen der Umgebung. Doch selbst das verspricht immerhin einen spannenden Gruseltrip durch eine eindrucksvolle Kulisse. Dass die Entwickler großen Wert auf fein ausgearbeitete Details in der nahen Umgebung legen, steht dem Virtual-Reality-Spiel ganz ausgezeichnet und auch die Interaktion über das Greifen, Ziehen und Schieben per Oculus Touch funktioniert zum größten Teil hervorragend. Die Entwicklungen der neuen virtuellen Welten schreitet mit schnellen Schritten voran – ironischerweise u.a. dadurch, dass man sich von einem festen Standort zum nächsten teleportiert. Wilson's Heart könnte mit der durchdachten Interaktion per Oculus Touch, seiner dichten Atmosphäre und dem stilvollen Schauplatz jedenfalls eine eindrucksvolle Reise in die Welt der 40er-Jahre werden.

Einschätzung: gut

gamescom 2016: die wichtigsten Nachrichten, Berichte und Ankündigungen


Vergleichbare Spiele

  • -

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Thema!
schrieb am

Facebook

Google+