Das Bauernhof-Phänomen
Seit dem SNES-Debüt von 1997 begeistert ein Spiel auf seltsame Art und Weise. Denn es bietet weder eine prächtige Grafik noch packende Action; es ist weder ein reinrassiges Rollen- noch eine typisches Aufbauspiel. Nein, der Zauber geht von einer Bauernhofsimulation mit Partnersuche aus, die euch ähnlich wie das nur in den USA erschienene Animal Crossing
in die Rolle eines Farmers versetzt – im Klartext: früh aufstehen, das Feld beackern, Tiere züchten, Produkte verkaufen, Frau finden, Kinder zeugen, schlafen gehen. Und das jeden Tag in Echtzeit. Und das ganze 30 Jahre lang in einem Tal. Und das soll tatsächlich Spaß machen?
Kulleraugen-Schock
Ja, macht es. Allerdings nur für solche Naturen zwischen 8 und 88 Jahren, die sich mit der naiven Kulisse anfreunden können. Denn die ersten Spielminuten mutierten für einen Farmer-Neuling wie mich zu einem Sprung ins eiskalte Kinderkanalwasser: Viel zu große Köpfe! Viel zu große Augen! Viel zu kitschig! Bin ich hier im Mumin-Land? Und spätestens, wenn euch ein behaarter Catweazle-Verschnitt aus dem „Po-po-Tal“ anspricht, wird sich entscheiden, ob die Disc im Cube bleibt oder nicht. Ich hab sie aus beruflichen Gründen drin gelassen. Und ich habe es nicht bereut – im Gegenteil.
Ackern in der Idylle
Das Team von Natsume entführt euch bei angenehmer Weitsicht in ein komplett dreidimensionales Tal mit plätschernden Flüssen, blühenden Feldern und wogenden Blumenwiesen. Besonders gelungen ist der stimmungsvolle Tag- und Nachtwechsel mit seinen sanften Farbnuancen und Schattenwürfen. Trotzdem kann der idyllische Ersteindruck nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Muskeln des GameCubes nur leicht angespannt werden. Harvest Moon sieht zwar insbesondere in der von Laternen beleuchteten Nacht gut aus, schwächelt aber bei Tageslicht.Hier enttäuschen vor allem die verwaschenen Texturen, wenig abwechslungsreiche Animationen und sehr einfach geschnitzte Figuren, die in Sachen Mimik oder Gestik nicht an die Ausdrucksvielfalt von Legend of Zelda
herankommen. Akustisch gibt`s sowohl für die eintönigen Soundeffekte beim Laufen, Angeln oder Melken als auch die öden Hintergrundmelodien Punktabzug; nur Geräusche wie Vogelgezwitscher oder Hundegebell dringen angenehm ins Ohr.
Und dass es statt gut intonierter Sprachausgabe nur deutsche Texte mit Piepston-Endlosschleife abgespult werden, wirkt im Jahr 2004 ebenso verstörend wie anachronistisch. Was hat man hier an Atmosphäre verschenkt!
Seit dem SNES-Debüt von 1997 begeistert ein Spiel auf seltsame Art und Weise. Denn es bietet weder eine prächtige Grafik noch packende Action; es ist weder ein reinrassiges Rollen- noch eine typisches Aufbauspiel. Nein, der Zauber geht von einer Bauernhofsimulation mit Partnersuche aus, die euch ähnlich wie das nur in den USA erschienene Animal Crossing
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| Kultur in der Natur: Wie man diese musikalische Schönheit wohl für sich gewinnen kann? |
Ja, macht es. Allerdings nur für solche Naturen zwischen 8 und 88 Jahren, die sich mit der naiven Kulisse anfreunden können. Denn die ersten Spielminuten mutierten für einen Farmer-Neuling wie mich zu einem Sprung ins eiskalte Kinderkanalwasser: Viel zu große Köpfe! Viel zu große Augen! Viel zu kitschig! Bin ich hier im Mumin-Land? Und spätestens, wenn euch ein behaarter Catweazle-Verschnitt aus dem „Po-po-Tal“ anspricht, wird sich entscheiden, ob die Disc im Cube bleibt oder nicht. Ich hab sie aus beruflichen Gründen drin gelassen. Und ich habe es nicht bereut – im Gegenteil.
Ackern in der Idylle
Das Team von Natsume entführt euch bei angenehmer Weitsicht in ein komplett dreidimensionales Tal mit plätschernden Flüssen, blühenden Feldern und wogenden Blumenwiesen. Besonders gelungen ist der stimmungsvolle Tag- und Nachtwechsel mit seinen sanften Farbnuancen und Schattenwürfen. Trotzdem kann der idyllische Ersteindruck nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Muskeln des GameCubes nur leicht angespannt werden. Harvest Moon sieht zwar insbesondere in der von Laternen beleuchteten Nacht gut aus, schwächelt aber bei Tageslicht.Hier enttäuschen vor allem die verwaschenen Texturen, wenig abwechslungsreiche Animationen und sehr einfach geschnitzte Figuren, die in Sachen Mimik oder Gestik nicht an die Ausdrucksvielfalt von Legend of Zelda
Und dass es statt gut intonierter Sprachausgabe nur deutsche Texte mit Piepston-Endlosschleife abgespult werden, wirkt im Jahr 2004 ebenso verstörend wie anachronistisch. Was hat man hier an Atmosphäre verschenkt!
