Sherlock Holmes und das Geheimnis der Königin - Test, Adventure, Nintendo DS - 4Players.de

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Der Untertitel "Das Geheimnis der Königin" suggeriert, dass es beim jüngsten DS-Auftritt von Sherlock Holmes einen echten Fall zu lösen gäbe. Jedoch entpuppt sich das Spiel einmal mehr als reine Ansammlung von Rätseln ohne spannenden Zusammenhang. Immerhin sind diese nicht immer ganz leicht zu lösen.

Um die Ecke gedacht

Eigentlich soll es in diesem Spiel ja um die Probleme der britischen Regentin gehen, derer sich der Londoner Meisterdetektiv annimmt. Über Umwege wird Holmes an den Hof von Windsor gelotst, wo ihn der Premierminister seiner Majestät empfängt.
Egal ob Hinweise, Aussagen oder Dokumente, alles ist mit einem Schieberätsel gespickt. Irgendwann wird das auch für den größten Fanatiker langweilig.  
  Um welche delikate Angelegenheit geht es denn, dass man so ein Mysterium darum macht? Allein wie umständlich Holmes den Weg zum Schloss findet, ist schon eine Episode für sich. Er muss erst ein paar Rätselchen bei Lord Brainstorming lösen, der viel für geröstetes Brot übrig hat. Dafür wiederum gibt's Puzzleteile, deren Zusammensetzen ein Bild des Schlosses ergibt. Geht's noch komplizierter?

Das Problem daran ist, dass die ohnehin nicht sonderlich spannend erzählte Story immer wieder von Rätselpausen unterbrochen wird, die schon mal dauern können. So kommt weder so etwas wie Erzählfluss noch Spannung auf - die Geschichte dient lediglich der bloßen Verklammerung der Rätsel. Das ist für Entwickler Frogwares eigentlich ein Abstieg, denn bei ihren großen Holmes-Adventures für PC haben sie noch gescheite Fälle mit Zusammenhang angeboten. Nunmehr sind sie beim Schmalspurkrimi gelandet, für den man scheinbar auch keine vernünftige Schrift mehr braucht: Die deutsche Version könnte nicht billiger erscheinen, was durch die missglückte Grafik noch unterstrichen wird.

Schieber bis zum Exzess

Es bleibt eine Ansammlung schnell gelöster Schieberätsel, denn andere Kopfnüsse sind die Ausnahme. Wohl noch nie in einem Spiel gab es eine derartige Fülle von Schieberei, die immer nur dasselbe Thema variieren. Dass man statt Kästchen auch mal Brotkrumen, Rohrstücke oder Dokumente verschiebt, kann nur schwer darüber hinweg täuschen, dass es sich eigentlich immer um das gute alte Schiebeteil handelt. Anfänger dürfte freuen, dass man vor fast allen Rätseln den Schwierigkeitsgrad wählen kann. Je nachdem erhält man Punkte, die in eine schmucklose Liste eingetragen werden.

Sonstige Rätsel sind rar gesät, weshalb man das eingebaute Inventar kaum braucht. Es kommt allenfalls ganz am Rande vor, dass man mal einen Gegenstand anbringen muss. Obwohl das Inventar sogar Kombinationen zulässt, spielt auch das nur all Schaltjahr mal eine Rolle. So muss man etwa die Puzzleteile kombinieren, um weiter zu kommen. Einmal muss man in ein Mausloch schauen, das natürlich zu tief ist, so dass Holmes nicht reinkommt. Richtig überlegen muss man hier im Gegensatz zu den Schieberätseln kaum, denn dafür ist alles zu leicht: Der Gegenstand ist im selben Raum, gut zu finden und man kann ihn einfach nehmen. Wer dennoch aufm Schlauch steht, kann die Stelle zwar nicht umgehen, aber bekommt immerhin Tipps bis zur Beinahelösung.

Holmes für Arme

Die restlichen Ermittlungen, die sonst eigentlich das Herzstück der Holmes-Fälle sind, sind rasch erzählt. Nicht nur dass alles kindisch gezeichnet ist, auch inhaltlich verlaufen sie flach. So kann man zwar irgendwann mal Tatorte untersuchen, aber das ist total oberflächlich. Versteckte Hinweise sind trotz voll gemüllter Räume und Fehlen von Hot Spot-Anzeige rasch gefunden, da es wenig zu untersuchen gibt. Allerdings muss man weder Leichen sezieren noch chemische Untersuchungen machen, wie man es sonst von Holmes gewöhnt ist. Obwohl der Meister mal "Elementar!" sagt, kocht sein messerscharfer Verstand hier auf Sparflamme.

Auch eine weiteres Paradedisziplin von Holmes und Dr. Watson spielt keine große Rolle - die Befragung von Zeugen. Zwar kommen Leute vor, die auch Hinweise liefern, aber von Multiple-Choice keine Spur, denn hier geht alles automatisch. Klickt man jemanden an, erzählt er einem sofort alles Wichtige. Eine Sprachausgabe hat man sich gespart und die Texte dienen der reinen Information, was das Lesen nicht gerade interessanter macht. Die Charaktere bleiben Abziehbilder, was durch ihre comichafte Darstellung noch unterstrichen wird. Man will einem den Fall, die Personen oder ihre Motive gar nicht näher bringen, weshalb es auch keine Filme gibt, die das Geschehen illustrieren.

      

Kommentare

superboss schrieb am
na ja da gibts auf dem Ds wohl ne Menge besserer Rätsel/Adventure Games
Oldholo schrieb am
Außerdem sieht Holmes aus wie ein möchtegerncooler Elvis ( Edit: ) und Gerhard Schröder.. :roll:
Da spiel ich doch lieber die alten PC-Spiele.
;gamebliker schrieb am
Manchmal frage ich mich wie eine Firma glauben kann , aus solchen Projekten Geld zu gewinnen .... :roll: !
schrieb am

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