Gehirnjogging? Gehirnrocking!
Guitar Hero bezieht den größten Teil seiner Faszination daraus, dass man eine richtige Klampfe in der Hand hält und mit dieser wie ein Rockstar rocken kann. Wie viel Spaß würde das Spiel wohl machen, wenn man es mit dem Pad spielen müsste? »A, A, B, B, AB, AB, AB, X, A, X, Y...« - uiiii, bloß nicht! Führt man diesen Gedankengang fort, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass ein Guitar Hero ohne Gitarre kein Gewinner sein kann - ja, Jam Sessions
, ich sehe in deine Richtung! Etwas Ähnliches dürfte auch Entwickler Vicarious Visions im Hinterkopf gehabt haben, als Guitar Hero: On Tour (GHOT) geplant wurde. Wie können wir aus dem Spiel ein echtes Guitar Hero machen, ohne dem Spieler eine Plastikukulele im DS-Look aufschwatzen zu müssen?
Die Antwort nennt sich »Guitar Grip«: Das ist eine Art Gitarren-Handschuh, der in den GBA-Schacht des DS lite geklemmt wird und über einen mitgelieferten Adapter auch im alten DS funktioniert. Steckt ihr die Hand durch die verstellbare Schlaufe, haltet ihr den DS automatisch wie beim Gehirnjogging
oder Hotel Dusk
um 90 Grad gekippt wie ein offenes Buch. Am Kopfende des Guitar Grip befinden sich vier Tasten, mit denen ihr die Noten spielen könnt. Richtig gehört: Vier, nicht fünf, wie sonst üblich - welche Auswirkungen das hat, verraten wir euch gleich. Wichtiger ist erstmal, dass die Tasten gut erreichbar und daher sehr klein geraten sind, um den Guitar Grip nicht auf Frisbee-Größe anschwellen zu lassen. Das kann für Gitarrenfreunde mit großen Händen evtl. zum Problem werden. Das andere Dilemma nennt sich »Krampfgefahr«: Optimal halt- und spielbar ist GHOT nur in einer leicht verdrehten Handhaltung, die auf Dauer nicht sehr bequem ist. Während unserer Spielphase hat sich die Ablage auf dem Bauch oder einem angewinkelten Bein als ganz praktikabel erwiesen; spätestens zum Test unterziehen wir das Gerät und meine linke Hand einer ausführlicheren Belastungsprobe.
Der kleine Kurt
Sitzt und passt alles, wird es Zeit, das Spiel zu starten. Ihr habt alle Varianten der großen Versionen, zwei sind besonders wichtig: Karriere und Multiplayer. Erstere schleift euch durch fünf Abschnitte mit jeweils ebenso vielen Levels. Sechs Figuren stehen von Anfang an zur Wahl, neben bekannten Schreddern wie Axel Steel, Pandora oder Johnny Napalm auch zwei Neuzugängen namens Gunner Jaxon (ein Kurt Cobain-Verschnitt) und Memphis Rose, die dem Outfit nach bei den Dixie Chicks spielen könnte. Outfits und Gitarren sind freispielbar, außerdem könnt ihr noch einen Linkshändermodus aktivieren. Ist alles eingestellt, geht es endlich ins Spiel: Auf dem linken Bildschirm findet sich das vertraute GH-Bild: Noten in vier verschiedenen Farben fliegen euch entgegen, im Hintergrund rockt die 3D-Band erstaunlich gut animiert und mit netten Effekten verziert ordentlich ab.
