Spectrobes - Vorschau, Rollenspiel, Nintendo DS - 4Players.de

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Japanern traut man ja viel zu: Unterhosen in Münzautomaten, Riesenechsen in Großstädten und Pokemon-Conventions. Umso erstaunlicher, dass das Sammeln der knuddeligen Kampftiere mit Plüschdialekt auch in unseren Breiten hohe Wellen schlägt. Pokemons tummeln sich auf Sammelkarten, im Fernsehen und natürlich in Videospielen. So gesehen klingt es logisch, dass Disney die Erfolgsformel studiert hat und seine eigene Nettemonstersammeldose anbieten will. Der Name des Projekts: Spectrobes.

Violette Wirbelstürme!

Die Prämisse ist einmal mehr Vorzeigebeispiel für Déjà-vu-Erlebnisse. Euer Held Rallen und seine Begleiterin Jeena (die hilfreiche "Stimme" aus dem Off) fliegen Patrouille um den Planeten Nanairo und sollen die Notlandung einer Rettungskapsel untersuchen. So erwecken sie noch während der Einführung einen Mann aus dem Tiefschlaf, der seinen Planeten

Die Kämpfe finden in abgegrenzten Arealen statt: Drei Gegner und Rallen samt Spectrobes-Duo.
vor einem Angriff der Krawl retten wollte - zu spät natürlich, denn die Bösewichter sind längst auf eurer Welt gelandet.

Glück im Unglück: Ausgerechnet Rallen kann das so genannte Prizmod nutzen, über das er mit seltsamen Kreaturen, den Spectrobes, kommunizieren kann. Zwei davon sind bereits im Prizmod "drin" und die nutzt er, als die ersten Gegner in einem violetten Wirbelsturm angesaust kommen. Sobald ihr einen solchen Wirbel berührt, seht ihr einen abgegrenzten Schauplatz, auf dem ihr und die beiden Spectrobes drei Feinden gegenüber stehen. Allein hätte Rallen gegen die Fieslinge keine Chance, denn seinen Attacken kratzen im besten Fall auf der oberen Epidermis. Mit einem Druck auf eine der beiden Schultertasten greift deshalb der jeweilige Helfer an - aktiviert ihr beide Spectrobes führen sie einen besonders mächtigen Schlag aus. Je nach ihren Fähigkeiten zucken dann Blitze über den Bildschirm oder es regnet Feuer vom Himmel. Die Widersacher liegen anschließend meist am Boden, was die gewöhnlichen Angriffe fast überflüssig macht. Seltsam mutet auch an, wie unmotiviert alle sechs Charaktere aneinander vorbei schleichen, bis sich einer von ihnen zu einem unspektakulären Hieb hinreißen lässt; als actionreiche Geschichte wird Disneys Titel nicht in die Geschichte eingehen. Immerhin könnt ihr den Wirbeln oft ausweichen, was Frust durch zufällige Kämpfe verhindert.

Wiederbelebung

Wesentlich spannender ist das Sammeln und Ausgraben der Spectrobes - die Lichtwesen laufen euch nämlich nicht einfach über den Weg, sondern liegen als Fossilien unter der Erde. Deshalb nehmt ihr eins der Wesen mit auf die Reise. Tippt ihr den Begleiter an, sucht er in seinem Umkreis nach Fossilien, die ihr ausgraben könnt. Dazu setzt ihr verschiedene Bohrköpfe auf den "Stift" und wischt vorsichtig über den Touchscreen. Vorsichtig deshalb, weil ihr das Fossil beschädigt, sobald ihr nicht nur die darüber liegende Erde entfernt, sondern auf dem Fossil kratzt. 95 Prozent des Fossils müsst ihr so freilegen, bevor es Rallen in seine Tasche packt. Spätestens im letzten Viertel der Ausgrabung benötigt ihr dabei

Mit dem Stift bohrt ihr euch vorsichtig durch das Gestein über den fossilen Spectrobes.
viel Feingefühl, um die winzigen Gesteinsreste genau zu erwischen. Auf dem gleichen Weg sucht ihr übrigens auch Mineralien - Futter für eure Spectrobes.

Es ist aber noch nicht damit getan, die Fossile aus ihrem "Grab" zu befreien - Rallen muss die Kreaturen erst ins Labor auf seinem Schiff bringen, um sie aufzuwecken. Und auch hier nutzt Disney den DS sinnvoll, denn sobald die Spectrobes auf dem Untersuchungstisch liegen, müsst ihr sie so lange mit einer bestimmten Lautstärke anschreien, bis sie aufwachen. Weil ich ein Feigling bin, konnte ich nicht den Mut aufbringen, das in der U-Bahn zu probieren - gerade deshalb vermisse ich allerdings eine alternative Steuerung. Wobei ich ohnehin nicht glücklich darüber bin, dass ich Rallen nur mit Digipad lenken, aber für viele Funktionen den Stift parat halten muss.

Sind eure Begleiter übrigens erst mal munter, müsst ihr sie noch trainieren, bevor sie euch im Kampf zur Verfügung stehen. Einmal erwachsen, könnt ihr euer Zweiergespann schließlich selbst zusammenstellen. Je öfter ihr dasselbe Team mitnehmt, desto stärker ist der Bund zwischen den beiden Spectrobes und desto mächtiger wirken ihre Spezialattacken. Gut so, denn so wird aus austauschbaren 3D-Modellen greifbare Charaktere. Aber schafft es Disney, den Antrieb zum Sammeln, Buddeln, Erziehen und Kämpfen auch dann noch auf Touren zu halten, wenn ihr mit 30 von 50 Spectrobes genau das immer wieder getan habt?

 

AUSBLICK



Weil Rallen im Alleingang kein Land gegen die Krawl sieht, müsst ihr euch ständig um eure Spectrobes kümmern. Ob es ums Finden, Erziehen oder das Finden der richtigen Partner geht: Die Kreaturen fordern den Großteil eurer Aufmerksamkeit und haben deshalb gute Chancen, dass sie Sammlern und Nintendogs-Herrchen ans Herz zu wachsen. Wie sinnvoll Disney die Steuerung nutzt gefällt mir schon jetzt richtig gut - weil ich meine Spectrobes anfassen und anreden kann, sind sie mehr als gewöhnliche Spielfiguren. Es ist allerdings schade, dass ich das Abenteuer nicht durchgehend mit dem Stift steuern darf. Außerdem ist das langweilige und im Grunde sinnlose Herumrücken während der Kämpfe nicht kompatibel mit meinen Adrenalinsensoren. Zumal eine Spezialattacke meist ausreicht, um die Gegner vom Bildschirm zu fegen. Trotzdem: Falls die Entwickler eine spannende Geschichte erzählen, könnte ab 8. März auch meine Sammelleidenschaft erwachen.Ersteindruck: gut


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