Geschäftig oder diebisch?
Zieht ihr gerne als hinterhältiger Pirat durch die Karibik oder macht ihr lieber als Spanier Jagd auf die autonomen Freibeuter? Wählt jetzt noch einen Beruf, wie z.B. den des Marine-Offiziers, passt Kleidung, Hut, Augenklappe oder Holzbein euren Vorlieben an und fertig ist ein Alter Ego, das unmittelbar in den an Eve Online erinnernden Wirtschaftskreislauf eingebunden ist. Denn es gibt keine künstlich erstellte Ökonomie, weil sämtliche Waren von Spielern hergestellt und verkauft werden: Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Selbstverständlich kommt ihr auch über den direkten Weg an Wertgegenstände: Das Piratendasein macht's möglich. Und ihr dürft für eure Fraktion in die PvP-Schlacht um umkämpfte Hafenstädte eingreifen. Um die Onlinewelt nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, werden allerdings sämtliche eroberten Territorien regelmäßig wieder der Hoheit ihrer ursprünglichen Flagge unterstellt.
Hisst die Segel, Männer!
Das Besondere an den Gefechten: Sie werden ebenso zu Land wie auf dem Wasser aufgetragen, wobei der Kampf mit Schwert und Rapier nach dem üblichen Klick-Prinzip bekannter Online-Rollenspiele abläuft. Auffällig ist nur die visuell unspektakuläre, aber sehr spritzige Inszenierung, da ihr einem Feind z.B. Sand ins Gesicht werft oder ihm auf den Pantoffel tretet. Ähnlich unbeschwert gehen die Entwickler mit dem verklärten Karibik-Alltag um, wenn ihr verlorene Gliedmaßen durch Hakenarme oder Holzbeine ersetzen müsst. Den Schwerpunkt vieler Scharmützel werden aber die Gefechte auf hoher See ausmachen, wo ihr euren Kahn meist wie im Vorbild Pirates! längsseits zum Widersacher stellen müsst, bevor ihr die Kanonen zündet. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Windrichtung: Nur wer seinen Pott schnell ausrichten kann, nimmt genug Fahrt für flotte Manöver auf. Und ist der gegnerische Kahn endlich ausreichend lädiert, geht es beim Entern auf dem feindlichen Deck schließlich handgreiflich ans Eingemachte.
Ausblick
Piraten, Karibik, 18. Jahrhundert - das ist gar nicht mein Metier. Und trotzdem bin ich auf Pirates of the Burning Sea gespannt! Denn zum einen ist das Freibeuter-Szenario herrlich unverbraucht und zum anderen macht Flying Lab Software daraus eine amüsante Piraten-Schmonzette, anstatt bierernst auf die Frühneuzeit zu blicken. Vor allem umschiffen die Seegefechte aber gekonnt das gängige Bis-zum-Umfallen-Klicken vergleichbarer Online-Abenteuer. Ganz abgesehen davon, dass Flying Lab Software damit nicht nur Sid Meiers in Ehren ergrautes Pirates! wiederbelebt, sondern dank des offenen Wirtschaftskreislaufs auf die nächste Stufe heben könnte. Das von Angebot und Nachfrage bestimmte Handeln funktioniert immerhin in Eve Online bereits hervorragend.Besonderheiten
- Seeschlachten einschließlich Entern
- alle Waren werden von Spielern hergestellt
- umfangreiche Charakter-/Schiffserstellung
- vier Nationen, vier Berufe
- verlorene Gliedmaßen ersetzen
- amüsante Kämpfe, witzige Animationen
- Sand ins Gesicht werfen oder auf Fuß treten
- drei Kampfstile wählbar
- umkämpfte Stadtgebiete bis "Server Victory"
- mehr als 80 karibische Hafenstädte
- 65 Schiffstypen, tlw. von Spielern erstellt
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Bei solchen Schäden hat der kleine Kahn kaum noch eine Chance... ![]()

Le Chuck? Wohl kaum. Aber das Abenteuer spielt auch mit mythischen Elementen.